Jülich - Geschenkefahrabend: Viele kleine Bahnhöfe im Kulturbahnhof

Geschenkefahrabend: Viele kleine Bahnhöfe im Kulturbahnhof

Von: ptj
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Strahlende Augen in der Jungen- und Männerrunde am Geschenkefahrabend. Auf 50 Metern Gleisanlage des Eisenbahn-Amateur-Klubs ließ sich das eigene Weihnachtsgeschenk wunderbar einfahren. Foto: Jagodzinska

Jülich. Dichtes Gedränge herrschte am ersten Montag im Jahr im Jülicher Kulturbahnhof. Der Geschenkefahrabend des Eisenbahn-Amateur-Klubs Jülich (EAKJ) in seinen im Nordflügel gelegenen Clubräumen ist schon eine lieb gewordene Tradition.

Unter den über 50 Besuchern fieberte der zwölfjährige Luka Freiwald dem spannenden Ereignis entgegen, seinen eigenen DB-Modelltriebwagen mit Anhänger über die rund 50 Meter lange H0-Gleis-anlage fahren zu lassen. „Hier ist Bitburg“, meldete kurz darauf der Fahrdienstleister am sogenannten Schattenbahnhof im Nebenraum telefonisch die Ankunft des dunkelroten Zuges durch den Tunnel nach Warstein an. Der Mann, der Weichen und Signale stellt, muss konzentriert sein, denn viele Gleise liegen nebeneinander und Züge aus allen Bahnhöfen wollen einfahren.

Die Augen des jungen Eisenbahnbesitzers strahlten, als er seinen Zug durch die liebevoll gestaltete Miniaturlandschaft fahren sah: Ein Tunnel führt durch Weinberge, eine Malzmühle dient als Haltepunkt in den Bergen. Nette kleine Details sind etwa beleuchtete Häuser, eine Szene mit Auto und Passanten am Trambachhaltepunkt Warstein, ein lebendig erscheinendes Bauernhofambiente in Reißdorf oder eine Waldschneise in Königsbach.

Erwähnenswert ist auch die sogenannte Flurbrücke mit Feuerwehrstandort vor ansprechender Hintergrundkulisse zwischen den Räumen. Lukas eigene Anlage daheim misst schon „3,30 mal 1,20 Meter und hat ein Dorf, eine Stadt und einen Fluss“, wie er stolz erzählte. Natürlich soll sie auch mal so groß und so schön werden wie die des Eisenbahn-Amateur-Klubs.

Gemeinsam mit dem Jungen lächelten alle Männer seltsam verklärt beim Anblick der fahrenden Modelleisenbahnen mit ihren unverkennbaren Zug- und Signalgeräuschen. Ein Blick durch die Runde erspähte nur eine Frau in der Besucherschar, die ihren eisenbahnverliebten Jungen im Arm hielt. Natürlich erhoffen sich die Eisenbahner, deren Verein im 39. Jahr ihres Bestehens 45 Mitglieder zählt, weitere junge Mitglieder an die Modelleisenbahn heranzuführen.

„Wir freuen uns, dass wir immer mehr werden“, betonte Pressewart Michael Wagener, der sich am Geschenkefahrabend extra nicht als Fahrdienstleiter einteilen ließ, um jedem Interessierten stets mit der gleichen Begeisterung die Anlage und ihre Herausforderungen auseinanderzulegen: „Jeder Bahnhof hat seine Eigenheiten und nicht jeder Fahrdienstleiter hat auf jedem Erfahrungen gesammelt“, erklärte er unter anderem. Am einfachsten zu handhaben sei der Bahnhof der Kleinstadt Warstein, wo er nur „den Zulauf aus dem Schattenbahnhof im Auge behalten“ müsse.

Recht aufwändig sei hingegen der Eisenbahn-Knotenpunkt Königsbach mit seinen drei wegführenden Strecken. „Viel zu rangieren“ gäbe es im Kopfbahnhof Reißdorf. Im Schattenbahnhof Bitburg müssen „Gleise für hereinkommende Züge frei gehalten werden“.

Stets bietet sich auf der Riesenanlage eine Umbaumaßnahme an. Zurzeit gestalten die Eisenbahner aus Platzgründen im Kopfbahnhof Reißdorf das Betriebswerk um, wo Drehscheibe und Lokschuppen bisher weit ausladend gebaut waren. Das 40-jährige Bestehen soll im nächsten Jahr groß gefeiert werden, man darf gespannt sein.

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