Gesamtschule statt Haupt-und Realschule: 100 Eltern müssen entscheiden

Von: gre
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Das lebhafte Interesse der Elt
Das lebhafte Interesse der Eltern der Grundschüler auf der Info-Veranstaltung in Siersdorf könnte darauf hindeuten, dass ein Großteil ihr Votum für die künftige Gesamtschule Aldenhoven-Linnich abgeben wird. Diese Hoffnung haben die Verantwortlichen beider Kommunen. Foto: Greven

Siersdorf. Der Wille der Eltern der Dritt- und Viertklässler der Gemeinde Aldenhoven entscheidet darüber, ob künftig vor Ort noch weiterführenden Unterricht geben wird. Denn Haupt- und Realschule sind aufgrund der geringen Schülerzahlen auf mittlere Sicht nicht überlebensfähig.

Auch die Stadt Linnich ist mit diesem Problem konfrontiert. Die „allerletzte mögliche Möglichkeit”, weiterführenden Unterricht anbieten zu können, ist die Errichtung einer gemeinsamen Gesamtschule Aldenhoven-Linnich, die bis zum Abitur führt. Dafür müssen sich aber mindestens 100 Eltern aus beiden Kommunen aussprechen.

Bei den endgültigen Anmeldterminen Anfang 2013 müssen dann mindestens 100 Kinder für die neue Schule angemeldet werden, damit diese nach den Sommerferien mit der ersten Jahrgangsstufe starten kann.

Es reicht nicht, dass die Räte in Aldenhoven und Linnich die Gründung dieser Schule mit zwei Standorten beschließen. Ein maßgebendes Kriterium für die Erteilung der Genehmigung durch die Bezirksregierung Köln ist der Elternwille. An drei Informationsabenden in Aldenhoven, Linnich und Siersdorf sind die Eltern durch die Bürgermeister informiert worden. Die Gastreferenten stammten aus den Gemeinden Gangelt und Selfkant, die am 23. August eine gemeinsame Gesamtschule in Betrieb genommen haben: Dirk Schwartzmanns, Gemeinde Selfkant, und Reinhold Schlimm, Leiter der Gesamtschule Gangelt-Selfkant.

In Siersdorf begrüßte der Aldenhovener Bürgermeister Lothar Tertel unter den vielen Anwesenden seinen Linnicher Amtskollegen Wolfgang Witkopp, den Landtagsabgeordneten Peter Münstermann (SPD) sowie Eltern der Johannesschüler.

Tertel schilderte im Detail das dramatische Absinken der Schülerzahlen in Aldenhoven und auch in Linnich. Hinzu komme, dass die Übergangsquoten sich in den letzten Jahren enorm stark zu der Gymnasien hin entwickelt haben, zu Lasten der übrigen weiterführenden Schulen.

Laut Tertel könne man sowohl eine horizontale Gliederung zwischen den beiden Schulstandorten Aldenhoven und Linnich vereinbaren, so dass die Klassen 5 bis 8 an dem einen, die Klassen 9 bis 13 am anderen Standort untergebracht werden. Die jüngste Absichtserklärung von Rot-Grün im Lande lasse auch die vertikale Gliederung zu, so dass an beiden Standorten alle Klassen angeboten werden können, sofern jeweils die Dreizügigkeit gegeben ist. Tertel zeigte sich zuversichtlich, weil ihm Anfragen vieler „Einpendler” aus Nachbargemeinden vorliegen.

Schwartzmanns machte zunächst Ausführungen zu den organisatorischen Dingen, die der Einrichtung dieser Schulform vorausgehen. Dann schilderte Schulleiter Schlimm die Veränderungen und Vorteile einer Gesamtschule gegenüber den bisherigen Schulformen: Längeres gemeinsames Lernen, Entwicklung der sozialen Kompetenzen, Klassenverband über die gesamte Schulzeit, Bildung heterogener Gruppen mit differenziertem Angebot, kein Sitzenbleiben, kein Frontalunterricht, sondern Gruppen- und Projektarbeit, Ganztagsunterricht, keine Hausaufgaben, und gemeinsames Mittagessen.

Aus den vielen Fragen der Eltern und ihrer Beantwortung durch Reinhold Schlimm konnte man eine gewisse Zuversicht und Befriedigung erkennen, die darauf schließen lassen, dass ein Großteil der Eltern, die sich in den nächsten Tagen per Abstimmung erklären müssen, ein positives Votum abgeben werden. Dieses Votum ist nicht an eine spätere Anmeldung gebunden. Es ist nur entscheidend für die Genehmigung zur Einrichtung der Gesamtschule durch die Bezirksregierung.

Für alle Kinder, die bereits eine Haupt- und Realschule besuchen, ändere sich nichts, hieß es. Allerdings nehmen diese Einrichtungen keine Fünftklässler mehr auf, sollte die Gesamtschule in Betrieb gehen. Sie laufen aus.
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