Aldenhoven/ Linnich - Gesamtschule Aldenhoven/Linnich: Widerstände aus Nachbarkommunen

Gesamtschule Aldenhoven/Linnich: Widerstände aus Nachbarkommunen

Von: gep
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Aldenhoven/ Linnich. In der CDU gibt es Zweifel, ob die geplante Gesamtschule Aldenhoven/ Linnich den erforderlichen regionalen Konsens finden wird und ob das gewünschte Leistungsniveau gewährleistet sein wird.

Auch befürchten der Landtagsabgeordnete Josef Wirtz und der Fraktionsvorsitzende im Aldenhovener Gemeinderat Reinhard Paffen, dass es in einigen Jahren zu einer Kannibalisierung der Oberstufen kommen könne: Gymnasien, Berufskollegs und Gesamtschulen müssten um stets weniger werdende Schüler konkurrieren. Mit unter anderem der Folge, dass sich ein Trend von den Gymnasien zur „leichteren” Gesamtschule herausbilden könne.

Es gebe „Widerstände” aus Jülich, Niederzier, Alsdorf und Baesweiler. Deren „Hauptsorge” sei, dass die dortigen Oberstufen in ihrem Bestand gefährdet sein könnten. Ein diesbezüglicher „Beschwerdebrief” liege der Bezirksregierung in Köln bereits vor. Damit sei es zweifelhaft, ob der für die Gründung der neuen Gesamtschule erforderliche regionale Konsens herstellbar sei, auch wenn es unter der „Moderation” der Bezirksregierung Verständigungsversuche geben werde.

Paffen räumt ein, dass die Errichtung einer Gesamtschule, an der Abschlüsse der Sekundarstufe I (Haupt-, Realschule) und Sekundarstufe II (Abitur) möglich sind, für die Gemeinde Aldenhoven und die Stadt Linnich „die letzte Möglichkeit” sei, vor Ort weiterhin weiterführenden Unterricht anbieten zu können. „Und in Aldenhoven kann man tatsächlich nächstes Jahr beginnen”, denn dort sei die Infrastruktur für den Ganztagsbetrieb (Mensa) bereits vorhanden.

Aber „das Letzte ist nicht das Beste”, fügt der Siersdorfer Christdemokrat hinzu. Denn was den Leistungsstand betreffe, rangiere die Gesamtschule hinter dem Gymnasium und der Realschule. Eigentlich müsste die „Gesamtschule” reformiert” werden. Um den Bildungs- und Erziehungsauftrag erfüllen zu können, müsse man „die Anforderungen anheben”. „Der Elternwille ist heilig” für die Union, doch müsse eine Schulform auch sachlich bewertet werden dürfen.

Als substanzielles Problem könne sich auch die favorisierte vertikale Gliederung der Gesamtschule erweisen. Wenn alle Klassen zu je 25 Schülern an den beiden Standorten Aldenhoven und Linnich unterrichtet würden, könnte die geplante Dreizügigkeit dazu führen, dass aufgrund der geringen Schülerzahl keine Leistungskurse eingerichtet werden könnten, erläutert Paffen. Das bringe zwar „mehr Bodenständigkeit”, habe aber den genannten Haken.

Nach derzeitiger Gesetzeslage muss bei einer vertikalen Gliederung zumindest an einem Standort eine Vierzügigkeit gewährleistet sein, während am anderen Standort die Dreizügigkeit hinreichend ist. Bei einer Gesamtgröße von sieben Zügen kommt grundsätzlich nur eine horizontale Gliederung in Betracht. Dies ist auch die Position der Bezirksregierung im Falle Aldenhoven/Linnich. Danach würden zum Beispiel die Klassen 5 bis 9 in Aldenhoven, die Klassen 10 bis 13 in Linnich beschult.

Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Komplan gäbe es für die neue Schule zum avisierten Start 2013/14 ein Potenzial von 159 Schülern, dies entspräche rechnerisch 6,4 Zügen. Nicht in dieser Rechnung enthalten sind mögliche Einpendler aus anderen Kommunen.

Allerdings will die rot-grüne Landesregierung das Schulgesetz novellieren mit dem Ziel, dass auch eine Dreizügigkeit an beiden Teilstandorten möglich sein soll.

Komme es zu dieser Novellierung, wäre das, so Landtagsabgeordneter Wirtz, ein „Bruch” des zwölfjährigen NRW-Schulfriedens, denn im Sommer 2011 die damalige rot-grüne Landesregierung mit der CDU-Opposition geschlossen hatte. „Das ist nicht mit abgesprochen”, kritisiert Wirtz. Vereinbart sei lediglich, dass für Grundschul-Teilstandortorte eine zahl von 46 ausreichend sei. „Da ziehen wir voll mit.”

Am 31.Oktober sei im Landtag eine Expertenanhörung anberaumt, danach werde die CDU-Fraktion sich in dieser Sache klar positionieren.

Es müsse, so Wirtz, weiterhin ein weiterführendes Schulangebot in Aldenhoven und Linnich geben, denn das sei auch „ein Stück Kultur”. Aber die geplante Gesamtschule könnte, so Paffen, zu einem Experiment mit ungewissem Ausgang werden. Vielleicht sei auch nicht nur aus Kostengründen „ein Schritt zurück” vernünftiger - eine Sekundarschule Aldenhoven/Linnich. Aber die sei „politisch nicht gewollt”.
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