Gesamtschule Aldenhoven/Linnich: „Bildungsregion gefährdet“

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Jülich. „Quer durch alle Fraktionen“ herrscht im Jülicher Rathaus Kopfschütteln über die Pläne der Nachbarkommunen Aldenhoven und Linnich, eine gemeinsame Gesamtschule zu gründen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sieht der Rat die Bildungsregion gefährdet.

Um als Bildungsregion auch bei rückläufigen Schülerzahlen qualitativ hochwertig aufgestellt zu sein, sei es deshalb vorrangig zu gewährleisten, dass Schulstandorte zur Sicherung der Differenzierungsfähigkeit und der ausreichenden Lehrerversorgung starke Schüler-, Klassen- und Kurszahlen hätten. Das sei in Zukunft, so die Stadt, nicht gewährleistet, weil die Gesamtschule bestehende Schulstandorte gefährden würde. „Es geht also um nichts weniger als um die Qualität unserer Bildungsregion. Und die Zukunft unserer Kinder“, heißt es in der Mitteilung.

Künftig würden sich weniger Schüler auf das bereits bestehende Angebot verteilen. Allein diese Entwicklung erzeuge einen erheblichen Problem- und Anpassungsdruck auf die hiesige Schullandschaft. Die Schaffung einer weiteren Oberstufe im Nordkreis hätte zur Folge, dass die Anzahl der Oberstufenschüler an den seit Jahrzehnten bestehenden Gymnasien, Gesamtschulen und dem Berufskolleg – nicht nur demografisch bedingt – weiter abnehmen würde. Bei rückläufigen Schülerzahlen werde es für die Schulen ohnehin schwierig, ihr Differenzierungsangebot in der gymnasialen Oberstufe aufrechtzuerhalten. Eine Minderung der Differenzierung beeinträchtige jedoch zwangsläufig die Qualität der schulischen Ausbildung.

Der vom Kreis Düren beauftragte Schulentwicklungsplaner habe empfohlen, flächendeckend Sekundarschulen einzurichten. Für den Nordkreis habe das bedeutet: eine Sekundarschule in Aldenhoven, eine Sekundarschule in Jülich und eine gemeinsame in Linnich und Titz sowie die Fortführung der beiden Gesamtschulen in Niederzier und Langerwehe und der Gymnasien in Jülich. An diese Verabredung habe sich Jülich gehalten. Und jetzt fragten sich die Fraktionen im Stadtrat, warum man gemeinsam plane, wenn einzelne Kommunen sich dann nicht an die Verabredungen hielten?

Es geht, so die Jülicher Verwaltung, nicht darum, für oder gegen die Schulform Gesamtschule zu sein. Sekundarschulen seien die „kleinen Schwestern“ der Gesamtschulen und böten deren Vorzüge. Da alleine im Dürener Nordkreis sechs Oberstufen den Anschluss sicherstellen, könnten aller Schüler wohnortnah in der Sekundarstufe I beschult werden, und, falls sie das Abitur anstreben, entweder in G8 oder G9 ihren Abschluss machen.

Angesichts der gegenwärtigen Situation sowohl der kommunalen Haushalte als auch des Landeshaushalts sei zudem nur schwer vermittelbar, dass Aldenhoven und Linnich Angebote, die es dort vorher nie gab, zu einem Zeitpunkt schaffen wollen, zu dem die Schülerzahlen dramatisch einbrächen.

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