Gesamtschulbefürworter blicken nach Düsseldorf

Von: gep
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Die Schulkonferenz der Aldenho
Die Schulkonferenz der Aldenhovener Realschule hat den Gesamtschulplänen einen Absage erteilt. Das hat viele verwundert. Foto: gep

Aldenhoven. Am Mittwoch abend wird der Landtag über eine Änderung des NRW-Schulgesetzes beraten. Wird die Novellierung in Düsseldorf beschlossen, könnten die Gemeinde Aldenhoven und die Stadt Linnich bei der Bezirksregierung den Antrag auf Genehmigung einer vertikalen Gesamtschule stellen.

Sie könnte am 1. August 2013 mit je drei Klassen à jeweils 25 Schüler in Aldenhoven und Linnich starten. Der Aldenhovener Rat befasst sich morgen ab 16.30 Uhr öffentlich mit dem Projekt.

Trotz der Einwände der Aldenhovener CDU-Opposition, die nur eine horizontale Gesamtschule - Klassen 5 bis 8 an Standort 1, Klassen 9 bis 13 an Standort 2 - für realisierbar hält, werde dem Gemeinderat „nach heutigem Stand” kein anderer Beschlussvorschlag vorliegen, erklärte Bürgermeister Lothar Tertel auf Anfrage. Die vertikale Variante sei „die beste Lösung”, betonten die Fraktionsvorsitzenden Udo Wassenhoven (SPD) und Dieter Froning (FWG). „Wir können nichts anderes machen”, fügt Willi Zander von den Freien Liberalen (F-L) hinzu. Bei einer horizontalen Gliederung müssten, so Wassenhoven, die Schüler aus den entferntesten Dörfern Linnichs nach Aldenhoven pendeln.

„Die Eltern würden das nicht akzeptieren.” Je nach künftiger Gesetzeslage gebe es aber, so Tertel, „verschiedene Möglichkeiten”, das Projekt zu verwirklichen - etwa Mischformen. Auch nach Fronings Einschätzung sind „weitere Modelle” denkbar. „Im Notfall” könnte man in enger Abstimmung mit Linnich zunächst eine horizontale Gesamtschule beantragen und bei entsprechendem Schüleraufkommen vertikal umgliedern, um ortsnah Unterricht in der Sekundarstufe anbieten zu können. Wassenhoven: „Es geht um die nackte Schulexistenz.” Denn „es wird keine Haupt- und Realschule mehr geben” - weder in Aldenhoven noch in Linnich. Der Unionsfraktion im Gemeinderat wirft der Freialdenhovener Sozialdemokrat vor, „sich aus der gemeinsamen Schulpolitik zu verabschieden”. Wassenhoven: „Die CDU fällt den Eltern in den Rücken.” Zander: „Die CDU spielt hoch.”

Denn eine horizontale Variante stoße nicht auf Linnicher Zustimmung. Die Einwände der Bezirksregierung sieht Froning gelassen. Es seien Punkte, die „noch klärungsbedürfig” seien. Diese würden die beiden Kommunen gemeinsam abarbeiten. Die auch von der Bezirksregierung angeführten Vorbehalte der Nachbarkommunen weist Wassenhoven zurück. „Die wollen unsere Gesamtschule kaputt machen.” Wenn sich etwa die Gemeinde Titz mit 8000 Einwohnern durchsetzen sollte, blieben die Interessen Aldenhovens und Linnichs mit insgesamt 28 000 Einwohnern „auf der Strecke”. Wassenhoven hält es indes für „legitim”, wenn Sozialdemokraten in Jülich und Titz im Interesse ihrer Kommune gegen die Gesamtschule opponierten. Die Jülicher Genossen etwa befürchten, dass eine Gesamtschule „wie ein Staubsauger” Schüler anziehe - zu Lasten der vier Oberstufen in der Herzogstadt. Nach Fronings Meinung will der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen zudem mit der Resolution des Gemeinderates auch von eigenen „Versäumnissen” ablenken. Titz war mit dem Versuch gescheitert, mit Linnich eine Sekundarschule zu errichten.


Dass die Schulkonferenz der Aldenhovener Realschule die Einrichtung einer Gesamtschule ablehnt, „hat mich verwundert”, sagt Bürgermeister Tertel . Schließlich hätten Rektor Helmut Gehring und sein Stellvertreter Jan Braun an der Erstellung eines pädagischen Konzepts „harmonisch mitgearbeitet”. Für Froning ist das negative Votum „ein Rätsel”, für Zander „etwas merkwürdig”, denn es sei klar, dass auch die Realschule wegen rückläufiger Schülerzahlen in der Existenz bedroht sei. Wassenhoven: „Was ist die Alternative?” Für ihn sei der Wille der Eltern der Dritt- und Viertklässler „das Entscheidende”.


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