Linnich - Gereonsweiler: Breite Mehrheit für Schwenk der B57

Gereonsweiler: Breite Mehrheit für Schwenk der B57

Von: ojo
Letzte Aktualisierung:

Linnich. So schnell geht´s bei Planungsangelegenheiten selten. Ende Mai wurde die Stadt Linnich über die geplante Ortsumgehung der B57 bei Gereonsweiler in Kenntnis gesetzt. Bis Ende Juli soll sich die Stadt zu den Plänen des Landesbetriebs Straßenbau NRW äußern.

Der Bau- und Umweltausschuss hat sein Votum abgegeben. Eine große Mehrheit stimmte der Umgehung zu. Die Ratsherren Dr. Klaus Selter (FDP) und Cato Hilfert (Grüne) lehnten den millionenschweren Straßenschwenk ab.

Vorausgegangen war eine angeregte Debatte, in der zunächst der Bürgerwille aufgegriffen wurde. Weil an der ersten Informationsveranstaltung des Landesbetriebs nur wenige Gereonsweiler teilgenommen hatten, setzte Ortsvorsteher Mark Dremel kurzerhand einen Informationsabend an, zu dem rund 120 Einwohner erschienen.

Aus der Abwägung der Vor- und Nachteile, die durch eine Verlegung der B57-Trasse entstünden, ergab sich ein Kompromissvorschlag, dem der Ausschuss folgen sollte, wie Bürgermeister Wolfgang Witkopp empfahl.

Wesentlichster Wunsch der Bürger: Es sollte unbedingt weiterhin eine Ortsdurchfahrt - wenn auch verkehrsberuhigt - möglich sein. Der Abstand der neuen Trasse, die zwischen Gereonsweiler und Ederen übers freie Feld führt, zur Wohnbebauung sollte vergrößert werden.

Die völlige Abtrennung vom fließenden Verkehr käme einem wirtschaftlichen Todesurteil für die Infrastruktur an der jetzigen B57-Ortsdurchfahrt gleich, hatte Witkopp die Bedenken auf den Punkt gebracht. Angesprochen waren in erster Linie eine Tankstelle, ein Autohaus, ein Backshop und ein Kartoffellandwirt.

Die Kritiker im Ausschuss kamen aus den beiden Fraktionen, die sonst nicht sehr viel Gemeinsames teilen. FDP-Vorsitzender Selter erschloss sich die Notwendigkeit der Umgehungsstraße nicht, zumal es weit wichtigere - siehe Rurdorf - gäbe. Witkopp warnte. Ziel des Bundes sei es, es eine möglichst schnelle Verbindung zwischen Aachen und Mönchengladbach zu schaffen. „Wenn die Stadt Linnich sagt, wir wollen das nicht, kommt diese Straße für die nächsten 50 Jahre nicht.”

Das überzeugte den Grünen-Sprecher Cato Hilfert nicht. Eine neue Straße bedeute nur neuen Verkehr. Hilfert entwickelte eine „mutige” Idee. Der Bund solle auf die Ortsumgehung verzichten. Die eine Hälfte des eingesparten Geldes könne der Bund zur Verringerung der Staatsschulden verwenden. Mit der anderen Hälfte könne die Stadt Linnich beispielsweise ihr Hallenbad sanieren.

Hilferts Idee wurde teils mit Kopfschütteln quittiert, teils als illusorisch abgetan. Dremel hielt den Gedankenspielen Zahlen entgegen. Über 8000 Fahrzeug passierten derzeit täglich Gereonsweiler auf der B57durch den Ort. „Die Tendenz ist stark steigend.”

Problematisch sei die Zuname des Schwerverkehrs, der bereits 8,5 Prozent des Gesamtaufkommens betrage. Auf diesen Umstand wies ebenfalls Manfred Neukirchen (SPD), Ortsvorsteher in Boslar hin. Aus Körrenzig kämen doch auch Eingaben von Bürgern mit Hinweis auf das Lkw-Aufkommen. Hans-Friedrich Oetjen zog schließlich den Schlussstrich: „Ich will mir nicht irgendwann sagen lassen, wir hätten die Umgehung hier verpennt.”
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