Aldenhoven - Geplante Windräder werden 150 bis 175 Meter hoch sein

Geplante Windräder werden 150 bis 175 Meter hoch sein

Von: gep
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Aldenhoven. Der Bauverwaltungsausschuss der Gemeinde Aldenhoven setzt am heutigen Donnerstag das Planverfahren für die beiden Windparks bei Siersdorf und Langweiler fort. Der Ausschuss wird im Zuge der zwei Bebauungspläne die Anregungen und Einwendungen von Bürgern und Behörden abarbeiten. Die Stellungnahmen hierzu kommen dann auf den Tisch des Gemeinderates.

Bei Siersdorf in der Windkraftkonzentrationszone (WK) II plant die Baugruppe Schlun die Errichtung von zwei Windrädern des Typs Enercon E 82 E2 mit einer Gesamthöhe von rund 149,4 Metern. einem Rotordurchmesser von 82 Metern und einer Nabenhöhe von 108,4 Meterrn. Die Anlagen haben eine Nennleistung von 2,3 Megawatt. Die überstrichene Fläche beträgt knapp 5 300 Quadratmeter.

Über die Festschreibung des Anlagentyp und des Standorts im Durchführungsvertrag ist, so heißt es, sichergestellt, dass Auflagen eingehalten werden. Die mit Blitzschutz ausgerüsteten E 82 des Auricher Herstellers, die „im Binnenland optimale Ertragswerte“ bringen sind, nach den Planungsunterlagen mit einem matten Anstrich der Rotorblätter versehen, so dass es nicht zu Lichtreflexionen („Disko-Effekt“) kommen kann. Die Anlage ist getriebelos, die Drehzahl variabel mit 6 bis 18 Umdrehungen in der Minute.

Die Entfernungen zur Wohnbebauung in Siersdorf, Bettendorf, Oidtweiler und Baesweiler liegen „im Minimum“ bei rund 800 Metern, erforderlich sind 600 Meter.

Nach dem Umweltbericht zum Bebauungsplan bestehen aus Sicht des Schallimmissionsschutzes „keine Bedenken“, die Richtwerte werden unterschritten auch unter Berücksichtigung der drei bestehenden älteren Windräder des Typs E48 und E 53, die eine Nennleistung von jeweils nur 0,8 Megawatt erreichen. Als Ausgleich für den Eingriff in das Landschaftsbild sind 2,24 ha Kompensationsfläche veranschlagt, die über das Ökokonto der Stadt Jülich abgerechnet werden: In der Ruraue werden Pappel-Monokulturen umgewandelt.

Um Ersatzlebensraum für Kibitz und Wachtel zu schaffen, wird in der Gemarkung Siersdorf ein Hektar mit Sommergetreide im doppelten Saatreihenabstand eingesät, in den Zwischenräumen werden Blühstreifen angelegt.

In der WK III wollen die Stawag Solar GmbH, eine Tochter der Stadtwerke Aachen und der Enwor GmbH Herzogenrath, und der Mainzer Projektentwickler Juwi Renewable IPP Beteiligungs GmbH fünf Anlagen des Typs Vestas V 112 errichten. Diese haben eine Gesamthöhe von 175 Metern bei einer Nabenhöhe von 119 und einem Rotordurchmesser von 112 Metern. Die rund 70 Tonnen schweren Anlagen aus dänischer Produktion, für Standorte mit niedrigen bis mittleren Windgeschwindigkeiten konstruiert, leisten 3,3 Megawatt. Die 54,6 Meter langen Rotorblätter überstreichen fast 10 000 Quadratmeter.

Erträgliche Lärmbelastung

Es wird davon ausgegangen, dass die Anforderungen der TA Lärm eingehalten werden und „keine Richtwertüberschreitungen auftreten“. Diese betragen tagsüber je nach Siedlungsart zum Beispiel für Schleiden und Niedermerz 55 Dezibel, für die Weiler Hausen und Langweiler 60 Dezibel, nachts sind es 40 bzw. 45.

Lichtreflexionen werden aufgrund des matten Anstrichs der Rotorblätter nicht erwartet.

Laut Umweltbericht kann zur Auflage gemacht werden, dass je nach Abstand zu einer mehrreihigen Hecke zum Schutz der Zwergfledermäuse unter bestimmten Witterungsbedingungen zunächst für zwei Jahre vom 1. Juli bis zum 15. Oktober eine Abschaltung erfolgt. Als ökologischer Ausgleich für Fundamente, Kranstellflächen und Wegebau und den Eingriff ins Landschaftsbild werden knapp sieben Hektar in den Rurwiesen Viehöven bei Schophoven, ebenfalls eine Ökokontomaßnahme, in Anspruch genommen: die Fläche soll zu einem arten- und strukturreichem Extensivgrünland mit Gehölzen entwickelt werden.

Dagegen hat die Stadt Eschweiler Bedenken angemeldet, weil die „Beeinträchtigung des Landschaftsbildes zu einem wesentlichen Teil“ ihr Stadtgebiet betrifft. - insbesondere den sensiblen Erholungsraum am Blaustein-See. Daher sollten die Ausgleichsmaßnahmen auch in diesem Bereich erfolgen. Dies entspreche der Absicht der Städteregion einer landschaftlichen „Anreicherung mit natürlichen Lebensräumen“ und der Anlage eines Grünzuges am südlichen Rand der WK III. Dem tritt die Gemeinde Aldenhoven mit dem Argument entgegen, die Rheinische Stiftung Kulturlandschaft sei als Fachplaner eingeschaltet und der Kreis Düren als Genehmigungsbehörde habe dem Ausgleichskonzept zugestimmt.

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