Aldenhoven/Linnich - Geplante Gesamtschule: Nachbarn werden informiert

Geplante Gesamtschule: Nachbarn werden informiert

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Unternehmen mit ihren Räten einen weiteren Gesamtschul-Versuch: die Bürgermeister Lothar Tertel (l.) und Wolfgang Witkopp. Foto: Jonel
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Die Bürgermeister Lothar Tertel (l.) und Wolfgang Witkopp: nächster Gesamtschulanlauf. Foto: Jonel

Aldenhoven/Linnich. Mit großer Mehrheit und nach teils heftigen Diskussionen haben die Räte der Gemeinde Aldenhoven und der Stadt Linnich den Weg freigemacht, um die Nachbarkommunen über die geplante gemeinsame Gesantschule zu informieren.

Grundlage dafür die „anlassbezogene Schulentwicklungsplanung“, die von dem Beratungsunternehmens Komplan, Bochum, erstellt worden ist. Danach ist für das Schuljahr 2014/15 eine vierzügige Gesamtschule mit den Klassen 5 bis 9 in Aldenhoven und 10 bis 13 in Linnich (horizontale Gliederung) geplant. Dazu sind insgesamt 100 Anmeldungen ( 4 x 25 Schüler je Klasse) erforderlich.

Der Antrag auf Genehmigung soll noch vor den Sommerferien bei der Bezirksregierung Köln eingereicht werden. Es ist der zweite Anlauf. Laut Komplan ist bei einer Übertrittsquote (aus den Grundschulen) von 60 Prozent) mit 138 Schülern zu rechnen, bei 50 Prozent mit 115. Beim ersten Versuch hatte es eine Übertrittsquote von nur 37 Prozent gegegeben.

Im Aldenhovener Rat bemängelte die CDU massiv die Qualität des Komplans-Papier. Es gebe „Zahlen, die schlichtweg falsch sind“, und die Berechnungsgrundlagen für gewichtete Werte seien „unklar“, so Fraktionschef Reinhard Paffen. „Auf sowas werden die sich stürzen“, warnte Georg Krapp (CDU) mit Hinweis auf die Gesamtschulgegner in Jülich und Titz. SPD-Fraktionschef Udo Wassenhoven warnte davor, „nicht das Ganze schon wieder zu verzögern“.

Dieter Froning (Freie Wählergemeinschaft/FWG) wandte sich gegen eine Dramatisierung, die Fehler und Unklarheiten seien schließlich „auszubügeln“. Mit einer Gegenstimme (Paffen) gab der Rat schließlich grünes Licht mit der Auflage, fehlerhafte Zahlen zu korrigieren. Wie Bürgermeister Lothar Tertel am Freitag erklärte, war „eine Spalte in einer Tabelle falsch“ und dass es unscharfe Rundungen gebe, sei zwangsläufig.

Im Linnicher Stadtrat wurde bei fünf Enthaltungen aus den Reihen der CDU-Fraktion der Weg freigemacht. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Willi Dohmen kritisierte, dass bei einem „noch intakten Schulwesen“ die Informationsveranstaltungen nur pro Gesamtschule gelaufen seien und die Stadt nur auf diese Schulform setze.

Auch sei es versäumt worden, mit den Nachbarkommunen einen Konsens zu erreichen. Auch sei es „höchst bedauerlich“, dass Linnich die Beschulung der Eingangsklassen verliere, denn die Jahrgangsstufen 5 bis 8 werden in Aldenhoven die Schule besuchen. Der Schulstandort Linnich könnte gefährdet werden. „Sie tragen die Verantwortung“, meinte er Richtung Ratsmehrheit.

Hans-Friedrich Oetjen (SPD) nannte Dohmens Einwendungen nach den langen Beratungen „eine ganz üble Tour.“ Sein Fraktionskollege Dr. Steffen Peters warnte „Enthaltung ist das falsche Signal nach außen.“ Hinter den Beschlussvorschlag stellte sich auch Hartmut Mandelartz (UWG PKL), der dazu beitrage, den Schulstandort Linnich zu sichern. Zudem würde auch heute schon ein Großteil der Kinder gefahren – selbst im Kindergarten. Dass die Jahrgangsstufen 9 bis 13 in Linnich beschult werden, hielt Dr. Klaus Selter (FDP) ohnehin für den besseren Weg, „denn das bringt der Stadt mehr Leben“. „Unabwendbare Querulanz“, diagnostizierte Karl-Heinz Hilfert Grüne) bei Dohmen.

Bevor die Debatte weiter an Schärfe gewann, rekapitulierte Bürgermeister Wolfgang Witkopp im Schnelldurchgang das bisherige Vorgehen: Die Eltern seinen umfassend ins Bild gesetzt worden, auch über Alternativen, fühlten sich gut informiert, und bei der Auswertung einer Elternbefragung habe sich eine knappe Mehrheit für die Gesamtschule ergeben. Witkopp ververwies zugleich auf die geringen Anmeldungen an den Real- und Hauptschulen in beiden Kommunen. Sein Fazit „Wir haben nur eine Chance, wenn wir uns auf eine Schulform einigen, sonst können wir Abschied von der Sekundarbeschulung in Linnich und Aldenhoven nehmen.“

 

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