Gemeinschaft der Gemeinden: Lokale Kräfte bündeln

Von: ptj
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Plenumsgespräch beim ersten R
Plenumsgespräch beim ersten Regionalen Pfarrgemeinderatstag: Renate Müller (v.l.), Vorsitzende des Diözesanrats, Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter Pastoral/Schule/Bildung im Generalvikariat, Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff und Lutz Braunöhler, Leiter des Forums „Lebendige Kirche” des Diözesanrats. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Kirche ist entweder in Gott verwurzelt, dialogisch und glaubwürdig, oder sie wird nicht mehr sein”. Dies ist die Quintessenz des „Mut machenden” Vortrags des Aachener Bischofs Dr. Heinrich Mussinghoff beim ersten Regionalen Pfarrgemeinderatstag in der Schlosskapelle der Jülicher Zitadelle, an dem Vertreter von 105 Pfarrgemeinderäten teilnahmen.

Nachdem diese Gremien im Bistum Aachen über 40 Jahre lang das Leben der Kirche vor Ort maßgeblich mitgestaltet haben, sah der Bischof die Notwendigkeit, „die synodale Mitverantwortung der Laien der veränderten Struktur der Kirche am Ort anzupassen” und beauftragte die Hauptabteilung Pastoral/Schule/Bildung mit einem Entwurf: Ein verbindliches Synodalsystem für die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) soll nach abschließenden Beratungen im Diözesanpriesterrat, Diözesanpastoralrat und dem Diözesanrat im Herbst 2013 die bestehenden Pfarrgemeinderäte ablösen.

Wie der Pfarrgemeinderat bietet der GdG-Rat künftig eine breite Beteiligung durch gewählte Laien am gesamten kirchlichen Leben, allerdings in veränderten Kommunikationsstrukturen. Zu diesem Entwurf wollte der Bischof persönlich mit den Pfarrgemeinderäten „ins Gespräch kommen und Raum zur Konsultation eröffnen”. So lud er zu insgesamt drei Veranstaltungen im Bistum ein - neben Jülich nach Aachen und Mönchengladbach.

Zu den Aufgaben des neuen GdG-Rates zählen etwa die Gestaltung der diversen pastoralen Angebote für Jugendliche, Kinder und Erwachsene in der GdG, das Gottesdienstangebot sowie sozial-gesellschaftliches Engagement vor Ort. In Arbeitsgruppen tauschten sich die Teilnehmer am Vormittag aus, im Anschluss stand ein Plenumsgespräch mit dem Bischof an.

Warum so schnell? Diese Frage wurde bei der allgemein als „konstruktiv” empfundenen Veranstaltung wiederholt gestellt. Der Veränderungsprozess begann, wie Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter Pastoral/Schule/Bildung im Bischöflichen Generalvikariat hervorhob, 1989 mit dem Fastenhirtenbrief des verstorbenen Bischofs Dr. Klaus Hemmerle. Der „Rohbau, so muss eine GdG aussehen”, entstand vor drei Jahren, Anfang 2010 wurde dann die Bildung der GdG abgeschlossen.

„Ich bin froh, dass wir im Bistum Aachen Kirche sein können. Das sollten wir wirklich schätzen lernen, wie offen wir hier über die Probleme reden können”, betonte Renate Müller, Vorsitzende des Diözesanrates. „Wir führen hier einen Dialogprozess, nicht Gesprächsprozess, das ist schon ein terminologischer Unterschied”, schlug Lutz Braunöhler, Leiter des Forums „Lebendige Kirche” im Diözesanrat in die selbe Kerbe.

„Kleine christliche Gemeinschaften entwickeln sich jetzt so vielfältig und das ist ein guter Weg. Das ist eine Veranstaltung, bei der konstruktiv rangegangen wird, wo die Leute ihre Ressourcen auch positiv benennen, es ist keine Jammerveranstaltung”, resümierte Cremer.

Gibt es nicht auch Nachteile? So kam aus dem Publikum die Frage auf: Wie lange werden wir uns noch mit uns selbst beschäftigen. Wann werden wir pastoral arbeiten? „Wir selbst sind auskunftsfähig über unseren Glauben in unseren Gemeinden. Spiritualität gehört dazu. Ich bin froh, in diesem Bistum zu sein, wo es Experimente und Versuche gibt. Daraus resultierende Fehler müssen wir zulassen. Aus dem Wort Gottes zu leben, sollte noch einmal stärker beachtet werden”, nahm Mussinghoff zusammengefasst Stellung.
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