Gemeinsamer Bereitschaftsdienst der Ordnungsämter Linnich und Titz

Von: Otto Jonel
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Die interkommunale Zusammenarbeit beim Bereitschaftsdienst klappt bestens. Diese Einschätzung teilen die Beigeordneten Christian Canzler (Titz) und Hans-Josef Corsten, die Ordnungsamtsleiter Guido Pungg (Titz) und Dierk Schumacher, sowie die Bürgermeister Wolfgang Witkopp (Linnich) und Jürgen Frantzen (Titz). Foto: Jonel

Linnich. „ Es ist nicht ganz so bombastisch, wie es sich anhörte”, zog Linnichs Bürgermeister Wolfgang Witkopp die Leine. Die Zusammenlegung der Ordnungsämter haben die Stadt Linnich und die Gemeinde Titz nicht vollzogen. Aber sie können auf ein Vierteljahr funktionierender Kooperation beim Bereitschaftsdienst der beiden kommunalen Ordnungsämter blicken.

Die Erfahrung von fast 100 Tagen ist rundum erfreulich. „Das funktioniert offensichtlich völlig problemlos und zuverlässig”, urteilt Witkopp. So problemlos, dass darin geradezu die Aufforderung an beide Kommunen zu sehen sei, „über weitere interkommunale Zusammenarbeit” nachzudenken.

Der geteilte Bereitschaftsdienst geht auf ein Gespräch im November 2009 zwischen dem Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen und seinem Linnicher Amtskollegen zurück. „Interkommunale Zusammenarbeit ist ein Thema, über das jeder gern spricht, dem es dann aber meist an Taten fehlt”, sagt Frantzen. Nach seiner Überzeugung sollten diese Zusammenarbeit erst im Kleinen probiert werden, bevor es an eine kommunale Kooperation im Großen geht.

Der Bereitschaftsdienst der Ordnungsämter hatte die richtige Probiergröße. Beide Kommunen investierten jeweils „eigentlich eine Vollzeitkraft” für eine überschaubare Leistung. Ausgiebig wurde an den Modalitäten gefeilt, wie ein einziger Mitarbeiter „Feuerwehr” für zwei Kommunen spielen kann.

Die zeitliche Komponente wurde an der Gemeindegröße orientiert: Linnich übernimmt den Bereitschaftsdienst in 30 Wochen pro Jahr, Titz in den verbleibenden. Geregelt wurde natürlich auch, dass die hohen Tagen des Jahres - Weihnachten, Ostern usw. -Ê gerecht aufgeteilt sind.

Das Rüstzeug des Bereitschaftsdienstlers ist ein Koffer, ausgestattet mit einem Handy, einem Navigationsgerät, Vordrucken und vor allem dem Handbuch mit den wichtigsten Telefonnummern in Linnich und Titz. Titz hat fünf Mitarbeiter(innen) der Verwaltung in den Bereitschaftsdienst eingearbeitet, Linnich 15. Sollte es knifflig werden, sind beide Amtsleiter - Guido Pungg in Titz und Dierk Schumacher in Linnich - jederzeit erreichbar.

Die Zahl der Einsätze des Bereitschaftsdienstes ist überschaubar. In Titz, so die Erfahrungswerte der letzten Jahre, kann man mit 20 bis 25 Fällen pro Jahr rechnen, in Linnich um die 35. Meist handelt es sich dabei um psychiatrische Einweisungen, um Feuerwehreinsätze, Ölunfälle oder entlaufene Tiere. In den ersten drei Monaten der interkommunalen Zusammenarbeit wurde der Bereitschaftsdienst bereits zehn Mal tätig.

Erste Rückmeldungen zu der Linnich-Titzer Kooperation gibt es schon: „Die Leitstelle des Kreises sieht das sehr gern. Es ist immer jemand erreichbar”, schildert Linnichs Beigeordneter Hans-Josef Corsten. Das Interesse ist auch an anderer Stelle geweckt. Die Bezirksregierung hat ausdrücklich um einen Erfahrungsbericht ersucht. Immerhin ist diese Form der Zusammenarbeit von zwei Kommunen, „die meines Wissens erste und bisher einzige in ganz NRW”, sagt Bürgermeister Witkopp. Das hat Vorbildcharakter.

Nach diesem ermutigenden Beginn, ist eine Ausweitung der interkommunalen Zusammenarbeit klar im Visier. „Linnich und Titz haben absolut vergleichbare Strukturen”, sagt Frantzen. Ob man gleich beim großen Thema Schule zusammenarbeiten können, müsse man abwarten. Aber im Bereich Beitragswesen oder dort, wo es um Denkmalschutzbelange gehe, sieht der Titzer Verwaltungschef durchaus Möglichkeiten, dass der Linnich-Titzer Bereitschaftsdijavascript:{}enst einen „Kollegen” bekommt.
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