Aldenhoven - Gemeinderat möchte ein liebenswertes Aldenhoven erhalten

Gemeinderat möchte ein liebenswertes Aldenhoven erhalten

Von: ahw
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Aldenhoven. Der Aldenhovener Gemeinderat war am Donnerstag kaum in die Tagesordnung eingestiegen, da musste schon die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden, denn in nichtöffentlicher Sitzung stand ein Punkt zur Debatte, der den Haushalt berührte, der ja an diesem Abend zu verabschieden war.

Beim Erwerb von drei Parzellen in der Gemarkung Siersdorf, die insgesamt rund 25.000 Quadratmeter umfassen, übt die Gemeinde ihr besonderes Vorkaufsrecht aus, das sie sich im April 2015 für den Bereich „Entwicklungsprojekt Campus Aldenhoven“ per Satzungsbeschluss gesichert hatte.

Wie später bei der Abstimmung in öffentlicher Sitzung zu hören war, zahlt die Gemeinde für die Entwicklungsflächen wohl insgesamt rund 260.000 Euro, die sich offenbar beim weiteren Ausbau des Campus‘ vermarkten lassen, auch wenn darüber explizit gar nicht gesprochen worden ist.

Gesprochen wurde nach dem Beschluss des Haushalts und der Fortschreibung des Sanierungsplanes auch nicht allzu viel. Bürgermeister Ralf Claßen stellte lediglich heraus, dass es „keine zusätzlichen Belastungen der Bürger gebe“, da die ursprünglich vorgesehene Erhöhung der Grundsteuer B von 880 auf 896 Punkte nicht notwendig ist. Claßen hat auch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass der Kreis Düren zur Entlastung der Kommunen beiträgt. Entsprechende Gespräche seien für den Sommer terminiert.

Erdrückende Belastung

SPD-Sprecher Markus Buder sieht im Haushalt zwei Seiten einer Medaille: So bleibe die Grundsteuer B eine „erdrückende Belastung“. Den Kreis sieht Buder in der Pflicht, seine Umlage zu senken. In der Gemeinde müsse der „Kampf um jeden Cent in der Kasse“ fortgeführt werden.

Für die CDU lobte Georg Krapp den seriösen und belastbaren Haushalt, auch wenn bei der Grundsteuer B „die Punktzahl jedem weh tut. Zudem wurmt ihn, „dass wir finanziell abhängig sind von Bund, Land und Kreis“.

„Wir hängen immer noch am Tropf“, schlug Monika Müller (GL-Fraktion) in die gleiche Kerbe und beklagte die „enorm hohen Steuern“. Immerhin sei der Etat zum dritten Mal in Folge ausgeglichen.

Als „verwundert und enttäuscht“ beschrieb FWG-Vormann Dieter Froning seinen Gemütszustand, denn „im Land tut sich finanziell wenig“, trotz vollmundiger Ankündigungen. Offenkundig sei in Düsseldorf und im Dürener Kreishaus der Kontakt zu den Kommunen und deren Problemen verloren gegangen: „Irgendwas läuft da falsch!“ Von einer Opposition im Kreis sei nicht zu sehen und zu hören. „Wir sind wieder gezwungen zuzustimmen“, lautet sein resignierendes Fazit.

Bevor sich die Ratsmitglieder dem anschlossen, gab Bürgermeister Ralf Claßen den Hinweis, dass inzwischen ähnliche Problme die Nachbarkommunen plagen, während Aldenhoven nach der mutigen Verweigerung von Rekordsteuern in den normalen Arbeitstakt zurückgekehrt ist. Ziel sei es, Schulden abbauen und „ein liebenswertes Aldenhoven erhalten“.

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