Gemeinderat: Flüchtlingskrise erreicht Inden

Von: Antonius Wolters
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Inden. Die üblichen Misstöne begleiteten am Donnerstag die Sitzung des Indener Gemeinderates. Der Auftakt war feierlich, als Bürgermeister Jörn Langefeld zwei neue Gesichter begrüßte.

Ulrich Pelzer (SPD) ist als neues Ratsmitglied und Nachfolger von Hans-Josef Schulten eingeführt worden, der auf sein Mandat verzichtet hatte. Michael Linzenich hat in der Sommerpause seinen Dienst als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters angetreten.

Die jüngere Entwicklung bei der Unterbringung von Asylbewerbern und sonstigen Flüchtlingen erläuterte Gisela Wacker aus der Gemeindeverwaltung. So habe es erst am Nachmittag einen neuen Zuweisungsbescheid für sechs Personen gegeben, die kommende Woche in Inden eintreffen.

Für Oktober seien weitere Zuweisungen angekündigt worden, so Wacker. „Die Zahl der Flüchtlinge wird steigen“, gab sie eine Prognose der Bezirksregierung weiter. Zudem sei es notwendig, nach der Schließung der Landeseinrichtung in Linnich zum 30. November die dort untergebrachten 25 Personen aus Inden zurückzunehmen. Ab Januar sei sukzessive mit deren Rückführung in die Gemeinde zu rechnen.

„Wir wissen nicht mehr, wo wir die Leute unterbringen sollen“, richtete Wacker einen Hilferuf an den Rat, denn auf dem Markt seien keine Wohnungen mehr zu haben. „An diese Leute vermietet keiner“, bekomme sie von Maklern stets zu hören.

Dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, die acht bereits erworbenen Mobilheime an der Merödgener Straße aufzustellen, mochte die Mehrheit des Gemeinderates gleichwohl nicht folgen: Josef-Johann Schmitz meldete für die SPD-Fraktion weiteren Beratungsbedarf an und beantragte die Vertagung. Ähnlich argumentierte CDU-Sprecher Udo Mürkens, der (noch) keinen Handlungsbedarf sehen mochte.

Hella Rehfisch (Grüne) drängte darauf, dass zunächst der Sozial-, Sport- und Kulturausschuss tagt und sich mit der Problematik vertraut macht, bevor Entscheidungen getroffen werden. Die könnten auch vom Hauptausschuss getroffen werden, regte Reinhard Marx (CDU) an, während Herbert Schlächter (UDB) auf sofortige Entscheidung drängte.

Bürgermeister Jörn Langefeld befürchtet, dass die Zeit zu knapp wird, um „diese Pflichtaufgabe zu erfüllen“.

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