Gemeinde widmet Ferdinand Schmidt eine Ausstellung

Von: ahw
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Simon Matzerath (LVR, v.l.), Bürgermeister Ralf Claßen, Schmidts Tochter Martina Sokoließ mit Ehemann, Heinz Bielefeldt und Kim Marina Moritz sind an der gelungenen Ausstellung im Rathaus beteiligt. Foto: Wolters

Aldenhoven. Der Aufsteller im Foyer des Aldenhovener Rathauses, wo bis zum 20. Juli die Ausstellung zur „Archäologie der Aldenhovener Platte“ zu sehen ist, beginnt mit einem Schriftzug, der auch gut als Titel für die umgebende Schau taugen würde: „Ferdinand Schmidt – ein Leben für die Archäologie“, ist da zu lesen.

Der Würdigung von Ferdinand Schmidts Leben und Werk ist die Ausstellung letztlich gewidmet, einem Mann, dem die Gemeinde sehr viel mehr zu verdanken hat als all die Artefakte, die in den Ausstellungsvitrinen versammelt sind. So erhielt der Römerpark diesen Namen auf Schmidts Betreiben hin nach den von ihm gefundenen Überresten einer römischen „villa rustica“. „Der Rössener Ring in Neu-Pattern erhielt auf gemeinsame Initiative von Ferdinand Schmidt und Heinz Bielefeldt seinen Namen“.

In Anlehnung an die Rössener Kultur, die Schmidt in den 1960er Jahren ausgegraben habe, erinnerte Bürgermeister Ralf Claßen bei der sehr gut besuchten Ausstellungseröffnung, wo sich auch Claßens Vorgänger Lothar Tertel und Emil Frank blicken ließen, die schon gut mit dem Archäologen aus Leidenschaft zusammengearbeitet hatten.

Der 1926 im Westerwald geborene Schmidt hat mit seiner Findigkeit dazu beigetragen, die „Siedlungsarchäologie der Aldenhovener Platte“ (SAP) auf die wissenschaftliche Landkarte zu setzen, zumal er 1971 in seiner Wahlheimat als Grabungstechniker bei dem Forschungsunternehmen anheuerte und so sein Hobby zum Beruf machte, der für ihn auch ein Stück weit Berufung war.

Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass schon der zehnjährige Ferdinand bei der Kartoffelernte einen Bronzedolch im Acker entdeckte, der vermutlich aus einem Grab stammte. Die Leiderschaft und Begeisterung des jungen zeichnete Schmidt auch in späteren Jahren aus. „Ferdinand Schmidt war geprägt durch große Neugier und große Kreativität“, würdigte Bürgermeister Claßen den Pionier Schmidt, der insbesondere die archäologische Forschung im Rheinischen Braunkohlerevier geprägt hat.

Dass der handwerklich geschickte Schmidt wohl auch zur Jungsteinzeit gut zurechtgekommen wäre, stellte Heinz Bielefeldt heraus, der Schmidts Wirken über Jahrzehnte begleitet hat und mit Simon Matzerath vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) eine Würdigung Schmidts im aktuellen Jahrbuch des Kreises Düren verfasst hat, wovon Nachdrucke bei der Ausstellungseröffnung zu haben waren. So war Schmidt Experte für jungzeitliche Waffen, die er nachbaute und überdies gekonnt zu benutzen wusste.

Simon Matzerath erinnerte daran, dass Schmidt bis 1970 bereits rund 15000 Artefakte gefunden und dokumentiert hatte, die er seinerzeit dem LVR überantwortete, wo sie seither in klimatisierten Magazinräumen sicher aufbewahrt werden und für spätere Untersuchungen zur Verfügung stehen. Mit 291 Nennungen in den Bonner Jahrbüchern zwischen 1971 und 1981 habe er einen Rekord aufgestellt, der kaum noch zu toppen sei, erinnerte Matzerath an die 2014 gestorbene „Ausnahmeerscheinung“, deren Fundstellen aus der Jungsteinzeit international bekannt seien.

So sei die Ausstellung in Aldenhoven, für die der LVR etliche Fundstücke als Leihgaben zur Verfügung gestellt hat, ein Satellit der großen Schau „Revolution Jungsteinzeit“, die derzeit im Rheinischen Landesmuseum in Bonn zu sehen ist. Dort sind ebenfalls etliche Vitrinen mit Fundstücken von Ferdinand Schmidt aus Aldenhoven zu sehen.

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