Gemeinde Inden schaut in der Flüchtlingsfrage auf jeden Gemeindeteil

Von: Guido Jansen
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Inden. Die Unterbringung von Flüchtlingen dominiert die Ausschussarbeit in der Gemeinde Inden derzeit. Der Ausschuss für Gemeindeplanung und -entwicklung tagt morgen um 18 Uhr im Ratssaal, einen Tag später tritt zu dieser Uhrzeit der Sozial-, Sport- und Kulturausschuss zusammen – genau wie in der vergangenen Woche. Auf beiden Tagesordnungen steht erneut die kurz- und mittelfristige Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge.

Bereits vergangene Woche war das kurzfristige Aufstellen von Unterkünften in Mobilbauweise am Frenzer Sportplatz Thema. Sechs dieser mobilen Einheiten werden im November aufgestellt, das Vorbereiten der Fläche dauert nach Angaben des Bauamtes etwa zwei Wochen, die Lieferzeit der Mobilheime vier Wochen. Ratsherr Siegfried Goncz regte jetzt an, dass die Gemeinde mehr mobile Wohneinheiten kaufen kann, um reagieren zu können, wenn die Zahl der Menschen, die die Gemeinde unterbringen muss, weiter so steigt wie in den vergangenen Wochen. Bürgermeister Jörn Langefeld kündigte an, diese Möglichkeit zu prüfen.

Dezentrale Unterbringung

Zudem erklärte er, dass die Verwaltung derzeit eine Prioritätenliste von Standorten für weitere Mobilheime erstellt. Dabei ginge es ausschließlich um Kriterien wie Wasser- und Stromversorgung sowie Kanalanschluss. „Es ist sehr gut möglich, dass Frenz nicht der einzige Standort bleibt. Wir wollen die Menschen weiter dezentral unterbringen. Das hat sich bewährt. Und deswegen kann es passieren, dass wir auf jeden Ortsteil schauen.“

Langefeld schilderte einen weiteren Grund, warum die Gemeinde zumindest kurzfristig auf die Mobilheime setzen will. „Wenn wir das nicht machen, dann kann es passieren, dass wir öffentliche Bauten wie Turnhallen nutzen müssen. Und das wollen wir verhindern.“ Zudem teilte er mit, dass eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Flüchtlinge geplant sei für den 18. November um 18.30 Uhr in der Bürgerhalle Inden/Altdorf.

Hella Rehfisch (Grüne), die Frenzer Ortsvorsteherin, schilderte die ersten Reaktionen im Dorf. „Die Menschen waren nicht unbedingt begeistert, aber auch nicht ablehnend. Sie haben gesagt, dass die Flüchtlinge irgendwo Platz finden müssen. Und viele haben schon ihre Hilfe angeboten.“

In der vergangenen Woche stellte der Aachener Architekt Manfred Hammers die Holzbauweise als Möglichkeit vor, den Neubau zu realisieren, in dem 56 Flüchtlinge Platz finden sollen. Nach derzeitiger Beschlusslage soll dieser Neubau zuerst für Schophoven geplant werden, alternative Standorte können Lamersdorf und Inden/Altdorf sein. Hammers sprach von fünf Monaten, die vom Beginn der Baustelle bis zur schlüsselfertigen Übergabe vergehen.

„Der Vorteil ist, dass die Bauteile in einer Halle millimetergenau vorgefertigt werden, im Trockenen also.“ Holzhäuser seien ebenso langlebig wie Gebäude in Massivbauweise, zudem sei es einfacher, ein Holzhaus später umzubauen. Genau das ist offenbar die Denkweise in den Indener Ausschüssen und in der Verwaltung.

Die Folgenutzung als Wohn- oder Ferienhaus ist nach Worten von Regina Dechering vom Bauamt der Gemeinde bereits jetzt Teil des Konzepts.

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