Jülich - Gelebte Inklusion auf Jülicher Markt

Gelebte Inklusion auf Jülicher Markt

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Beatrix Lenzen, Mitarbeiterin im Fachamt der Jülicher Verwaltung, freut sich gemeinsam mit HPZ-Bewohner Volker Schwanz, seiner Betreuerin Walburga Kloss, Wochenmarktbesucherin Helene Schillings und „Käsefrau“ Bianca Ruijters (v.l.) beim wöchentlichen Besuch: Gelebte Inklusion, inklusive einer Scheibe Käse. Foto: Stadt

Jülich. Der Jülicher Wochenmarkt hat nicht nur für Freunde von frischem Gemüse , Obst, Käse, Blumen und zahlreichen Waren des täglichen Bedarfs viel zu bieten, sondern ist auch für viele Menschen Kontaktbörse, Kommunikationsplattform und Schauplatz vieler kleiner Geschichten, die das Jülicher Leben so schreibt.

Eine davon wiederholt sich jede Woche: Volker Schwanz, Bewohner des Heilpädagogischen Zen/trums (HPZ) in Jülich, ist jeden Donnerstag mit Walburga Kloss unterwegs zum und auf dem Marktplatz. Bereits auf dem Weg zeigt der junge Mann, der die Welt mit den Augen eines Kleinkindes betrachtet, durch Juchzen und Händeklatschen seine Freude. In seinem Rollstuhl kann es ihm gar nicht schnell genug gehen, bis seine Betreuerin und Mitarbeiterin des am Schulzentrum befindlichen Begegnungs- und Beschäftigungszentrums vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) den Käsestand erreicht hat.

Hier wird er auch schon freudig von Bianca Ruijters begrüßt – und natürlich gibt es eine Scheibe Käse gratis.

Das ist für ihn zwar auch ein großer Grund zur Freude, doch der eigentliche ist ein anderer: „Es ist die Offenheit, mit der ihm Menschen begegnen und ihm so ein Gefühl von Willkommen-Sein vermitteln“, so Walburga Kloss. „Er tritt durch sein freundliches Wesen mit anderen Menschen in Kontakt.“ Das ist gelebte Inklusion mitten in Jülich.

„Inklusion bedeutet für die kommunalen Anbieter unter anderem die Einbeziehung und Öffnung des Bestehenden, auf andere Menschen zugehen und eigene Grenzen verschieben, dies wird von Bianca Ruijters als ,Käsefrau‘ wunderbar realisiert“, lobt Walburga Kloss, die schon in mehreren Städten gearbeitet hat, das „inklusive“ Jülich, das an vielen Stellen die Selbstverständlichkeit des Miteinanders von Menschen mit und ohne Handicap praktiziert.

„Die Geschichte über die Inklusion von Volker Schwanz steht für viele individuelle Kontakte und gelungene Begegnungen und Beteiligungen unserer Bewohner an gesellschaftlichen Prozessen unterschiedlicher Art. Oft sind diese Kontakte nur durch das Engagement von Mitarbeitern, externen Assistenten oder Freiwilligen möglich. Es sind die vielen kleinen Initiativen, die langfristig auch Veränderungen in der Gesellschaft bewirken.“

Die Scheibe Käse und die Freude über den Kontakt sind dabei kleine Schritte in die richtige Richtung.

„Dies ist nur ein Beispiel für zahlreiche andere, die zeigen, dass die Bemühungen der Stadt Jülich, sich für die Barrierefreiheit nicht nur im wörtlichen, sondern auch übertragenen Sinne einzusetzen, Erfolg haben“, freut sich auch Beatrix Lenzen, Mitarbeiterin im Amt für Familie, Generationen und Integration der Stadt Jülich, über die wöchentliche Aktion, die für sie Inklusion aufzeigt: „Nicht der Mensch mit Behinderung passt sich an, sondern die Gemeinschaft sorgt dafür, dass ihre Angebote für alle zugänglich sind – so, wie der Jülicher Wochenmarkt.“

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