Gegenwartskunst in der Alten Weberei

Von: jago
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Herbstausstellung in der „Alt
Herbstausstellung in der „Alten Weberei”: Brigitte Habig (r.) präsentiert eine interessante Mischung mit Werken von Lissy Busch-Holitschke, Hansjörg Krehl, Odine Lang und Gitta Radtke. Foto: Jagodzinska

Rödingen. In der Herbstausstellung ihrer Rödinger Galerie Alte Weberei zeigt Brigitte Habig in bewährtem konzeptionellen Aufbau Objekte und Arrangements von Lissy Busch-Holitschke aus Jüchen, Drahtobjekte von Odine Lang aus Aachen, Keramiken von Gitta Radtke aus Dronten und Gemälde des Gelderners Hansjörg Krehl.

Lissy Busch-Holitschke zeigt bereits zum fünften Mal ihre Arbeiten, die ihre Wirkung in der großzügigen Raumbelegung großartig entfalten können.

Genähte Porträts

„Ich bin fasziniert vom Menschen”, ist die griffige Erklärung der Künstlerin zu ihren genähten Porträts. Frei hängende Fäden erlauben gleichzeitig die Interpretation von Vergänglichkeit und Wachstumsprozess. Auch Gisa Radtke, zum dritten Mal zu Gast in Rödingen, weiß das für ihre Kunst positive Ambiente der Weberei zu schätzen. Die Abgeschiedenheit des Gewölbekellers ist geradezu prädestiniert für ihrer Porzellan- und Tonobjekteft, jedes einzelne Werkstück gewinnt an Aussagekraft.

Gebilde aus Draht

Morphogenetische Körper, Wesen, die sich in einer Entwicklungsform befinden, sind das Sujet von Odine Lang. Die fragilen aus Draht geformten Gebilde scheinen zu schweben, gewinnen an Volumen, wenn sie mit Papier bespannt sind und rufen Assoziationen an in der Natur vorkommende Lebensformen hervor, wenn sie mit dezenter monotoner Farbigkeit versehen sind. „Die Idee ist, eine Frucht zu konzipieren, bei der man nicht festlegen kann, von wo aus der Wachstumsprozess ausgeht”, erläutert sie den Unterschied ihres Objekts zum real in der Natur vorkommenden Gewächs.

Hansjörg Krehls Grundlage sind bewusst oder unbewusst gespeicherte Eindrücke, die er filtert und seiner Vorgehensweise anpasst: „Meine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von Malerei und Zeichnung.” Seine Bilder in Acryl auf Leinwand entstehen nicht nach einem starren Konzept, sondern entwickeln sich in nicht vorhersehbarer Farb- und Formgebung.

Partielles Freilegen vorhandener Schichten mag beispielsweise wie eine Verletzung erscheinen, trägt aber genau deshalb in seiner Eigenständigkeit zum endgültigen Gesamtausdruck wesentlich bei. Krehls Gemälde erschließen sich nicht durch oberflächliche Betrachtung, sie fordern auf, sich zum Dialog mit der Freiheit des künstlerischen Ausdrucks einzulassen. Die Ausstellung ist noch geöffnet am 29. und 30. September jeweils von 15 bis 19 Uhr.

Brigitte Habig zeigt seit 20 Jahren in der Weberei Gemälde, Skulpturen, raumgreifende Installationen und Performances.
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