Gefragtes Bauland in Jülich: Grundstücksverlosung

Von: Volker Uerlings
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Am Einstieg des Versickerungsbeckens, das alte und neue Baugrundstücke am Donatusweg in Kirchberg bei Starkregen schützt: (v.l.) Martin Jungmann, Hans Bolz, Frank Drewes und Thorsten Bonn. Foto: Uerlings

Kirchberg/Jülich. Die Lage ist nicht schlecht: Auf der „Höhe“ von Kirchberg mit Blick aufs Dorf und die Sophienhöhe, zudem gleich in der Nähe der neuen Indeaue am Dorfrand und umrahmt von Feldern. Die elf Wohnbau-Grundstücke am Donatusweg sind gefragt.

Es liegen bereits 33 Anfragen vor, wie die Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich informiert. Da muss gelost werden: Unter notarieller Aufsicht erfolgt nach dem Prinzip Glück die Reihenfolge der kostenlosen Bauland-Reservierungen. Das war auch in der Ölmühle nicht anders und belegt, wie gefragt Grundstücke in Jülich aktuell sind.

Natürlich springen auch immer mal Interessenten ab, aber unter dem Strich ist der Jülicher Neubaumarkt ziemlich abgegrast. An der Ölmühle gibt es noch drei verfügbare Flächen (von 35), in der Welldorfer Schulstraße vier, in Koslar drei – und jetzt elf in Kirchberg. Für eine um Wachstum bemühte Stadt ist das auf lange Sicht viel zu wenig. Aber es gibt Hoffnung für Bauwillige und die städtische Gesellschaft, die mit der Vermarktung beauftragt ist.

Ein großer Teil des alten FH-Geländes geht in den Besitz der Stadt beziehungsweise der SEG über, wenn im Frühjahr 2016 die Verträge zur Grundstücksteilung mit dem weiteren Eigentümer Land notariell beurkundet sind. „Wir setzen uns auch schon mit einem zweiten Bauabschnitt Lindenallee auseinander“, sagt SEG-Geschäftsführer Frank Drewes. Ein wenig Zeit wird vergehen, denn nicht jedes Grundstück ist „aus dem Stand“ baureif. Dafür liefert auch der Donatusweg in Kirchberg ein Beispiel, der laut Drewes „nach langen Jahren auf dem Weg zum Finish“ ist.

Eingangs der Neubauflächen ist schon die Grube eines Versickerungsbeckens zu finden, das 700 Quadratmeter groß ist. Ein unterirdischer Kanal sammelt das Regenwasser von den Feldern im Westen und lenkt es in Richtung Becken. Damit wird die vorherige unkon­trollierte Oberflächenentwässerung künftig gezügelt. Die Maßnahme wurde als Anwohneranregung im Bauleitverfahren berücksichtigt und hat für die kommenden Bewohner genauso positive Effekte wie für die vorhandenen, denn der Donatusweg fällt in Richtung Fronhofstraße ab. Bei Starkregen rauschten die Wassermassen nach unten. Diese Gefahr dürfte jetzt gebannt sein. „Alle Privateigentümer haben eine eigene Versickerungsanlage. Das Becken nimmt ausschließlich die Wässer von Straßen und Feldern auf“, erklärt Planer Hans Bolz vom Ingenieurbüro Dehler.

Einen Negativeffekt hat der Hochwasserschutz doch: Durch das Versickerungsbecken entfiel ein komplettes Baugrundstück. Dieser Erlösverlust plus die Arbeiten für Kanal und Grube summieren sich nach Angaben der Stadtentwicklungsgesellschaft auf rund 160.000 Euro. „Es war unumgänglich, die Mehrkosten auf die Grundstückspreise umzulegen, dem steht jedoch entgegen, dass sich durch die ergriffenen Maßnahmen die gesamte örtliche Situation bei Starkregen deutlich entspannen wird“, sagen Frank Drewes und Martin Jungmann von der SEG.

Die elf Baugrundstücke sind zu Preisen zwischen 150 Euro und 200 Euro pro Quadratmeter zu haben. Das richtet sich nach der Lage. Südwest-Areale kosten mehr. Sie sind zweigeschossig bebaubar und zwischen 600 und 730 Qua­dratmeter groß.

Die Erschließungsarbeiten am Donatusweg haben Ende September begonnen und dürften Mitte November beendet sein, wie Thorsten Bonn (Firma Blandfort/Linnich) informiert. Im Vorfeld hat der Kampfmittelräumdienst die Fläche untersucht und von Weltkriegsmunition gesäubert.

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