Gefährliche Kellerdeponie

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Zwei Tage hatten die beiden Mitarbeiter der beauftragten Firma zu tun, um Müll und Unrat aus dem Haus in der Schützenstraße zu schaffen. Die „Kellerdeponie” füllte vier Container. Foto: Jonel

Jülich. Eine höchst unappetitlich Aufgabe mit gehörigem Ekelfaktor hatten die beiden Mitarbeiter der Firma zu erledigen, die einen recht speziellen Entsorgungsauftrag übernommen hatte. Drei Kellerräume samt Gang eines Haus an der Schützenstraße in Jülich barsten fast vor Müll.

Die beiden Müllwerker auf Zeit schleppten zwei Tage lang Unrat, von verschimmeltem Papier und Kleintierstreu bis zum ausrangierten Kühlschrank samt Inhalt, auf die Straße und in den bereit stehenden Container. Vier solcher Ladungen wurden letztendlich abgefahren.

Der Müll in dem Haus, das der Stadt Jülich gehört und von der Wohnungsbaugenossenschaft (WOGE) Jülich verwaltet wird, war bei einer Hausbegehung entdeckt worden, als ein Mieter auszog. WOGE-Geschäftsführer Reinhard Steiner war entsetzt, nicht zuletzt wegen des Gefahrenpotenzials, den der Kellermüll darstellte. Ein Streichholz hätte ausgereicht, um einen Brand mit unabsehbaren Folgen zu entfachen. Das Drama in der Grünstraße, bei dem fünf Menschen starben, ist noch in schrecklicher Erinnerung.

Die Müllabfuhr in die Wege zu leiten, war eine Maßnahme. Sorge zu tragen, dass sich so etwas in Zukunft nicht wiederholt, war die wichtigere. Wie Reinhard Steiner auf Nachfrage erklärte, schaut nun ein Hausmeister in der Häuserzeile nach dem Rechten.

An der Tagesordnung ist eine so grobe Vermüllung zwar nicht, aber eben leider auch kein Einzelfall. Der pflegliche Umgang mit dem auf Zeit überlassenen Wohnraum verliert offenbar an Stellenwert. Nur in Ausnahmen, berichtet Steiner, können die Urherber solcher Unstände für ihr Tun haftbar gemacht werden. Die Zeche lassen sie lieber andere zahlen.
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