Aldenhoven - Gedenkstunde für den gefallenen jüdischen US-Soldaten Michel Ernst

Gedenkstunde für den gefallenen jüdischen US-Soldaten Michel Ernst

Von: zts
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Gedenkfeier für den US-Soldat
Gedenkfeier für den US-Soldaten Michel Ernst: zwei Jugendliche (v. l.), Pfarrer Charles Cervigne und der Aachener Rabbiner Bohrer. Foto: Zantis

Aldenhoven. Drei Steine mit den Schriftzügen „Warschau, Siersdorf, Alsdorf” waren mit der Shalom-Kerze und dem Chanukka-Leuchter markante Zeichen in der Aldenhovener Gedenkfeier für den US-Soldaten Michel Ernst.

Als Sinnbild sollten die Steine besonders das jüdische Brauchtum des Gedenkens am Grab hervorheben.

So haben es sich junge Menschen aus der Evangelischen Kirchengemeinde Aldenhoven seit Jahren mit der Patenschaft für das Grab von Michel Ernst auf dem niederländischen US-Friedhof Margraten zur Aufgabe gemacht: „Gegen das Vergessen - nie wieder Krieg!”

Pfarrer Charles Cervigne sprach von „jungen Menschen, die sich als positive Vorbilder erweisen”. „Gerade in einer Zeit, wo wiederum rechtsradikale Machenschaften bedrohliche Zeichen setzen, ist Wachsamkeit gefordert!” Von der niederländischen Kontaktgruppe aus Limbricht zeichnete Joost Claassens das Lebensbild des US-Soldaten Michel Ernst mit dem Geburtsort Warschau, mit der Flucht aus Deutschland nach Amerika, der Rückkehr als Soldat mit der US-Armee und seinem Tod am 17. Dezember 1944.

„Ein Stein aus Warschau erinnert an seine Geburt, ein Stein aus Siersdorf an die dramatische Rettungsaktion für Flüchtlinge und ein weiterer Stein an seinen Tod in Alsdorf.”

Für den Aachener Rabbiner Max Bohrer war die Gedenkstunde mit dem Leitmotiv „Shalom - Friede” von großer Bedeutung. An der Grubenlampe wurde von Günther Schorn das Licht für die Shalom-Kerze entzündet und von Jugendlichen an Rabbiner Bohrer weitergereicht. Den Wechsel der einzelnen Lichtgaben begleiteten Texte auf die Lebensdaten von Michel Ernst: „Wir denken an Dich mit Deiner Geburt in Warschau, mit Deinem Einsatz für die Mitmenschen im Krieg, mit deinem schrecklichen Tod in Alsdorf.”

Aus dem fernen New York übermittelte Joost Claassens eine Grußbotschaft vom Kriegskameraden Billy Melander: „Mit den Jugendlichen”, so ließ er berichten, „stehe ich im Geiste am Grab meines unvergessenen Freundes Michel und danke allen Mitmenschen in Deutschland und in den Niederlanden, die sich immer wieder im Gedenken vereinen!” Bewegend auch Mirjam Honigs Erinnerung an die Erlebnisse aus den letzten Kriegstagen und ihr Schlusswort: „Wir sind alle Mensch unter Menschen, alle Kinder von dem einen Vater im Himmel und wir gehören zusammen: Christen, Muslime und Juden!”
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