Gastronomie-Anlauf am Schwanenteich mit Investor

Von: Volker Uerlings
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Max Lenzenhuber aus Jülich steht hier vor der alten Trinkhalle am Schwanenteich. Foto: Uerlings
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Er hat im Rathaus Pläne eines stufenartigen Gastronomie-Gebäudes am Schwanenteich vorgestellt, das oben ein Bistro und eine Außenterrasse vorsieht – und unten 120 Plätze. Skizze: Architekt Scholl

Jülich. Die Trinkhalle am Schwanenteich befindet sich an der wohl urbansten Ecke der Stadt Jülich. Hier pulsiert der Verkehr, hier queren in den Stoßzeiten fast sekündlich Fußgänger die Straßen zwischen Rathaus und Sparkasse, hier befindet sich eine der markanten Freiflächen und vor allem: Wasser.

Vielleicht beflügelt genau diese Lebendigkeit die Phantasie und sorgt beständig für Ideen an und um das Binnengewässer. Im Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen kam am Donnerstag kein neuer Vorschlag zur Sprache, sondern eine Weiterentwicklung, hinter der ein Jülicher Kopf steckt: Max Lenzenhuber. Der Finanzökonom und Unternehmensberater war von den Plänen des Eschweiler Architekten Ralf Scholl, die vor einem guten Jahr präsentiert wurden, angetan und möchte sie – in veränderter Form – nun in die Tat umsetzen.

Die Grundidee bleibt: Ein terrassenartiger Flachbau soll in das Ufer des Teichs an der Bahnhofstraße gesetzt werden und den Wasserspiegel ein Stück überragen. „Dieser Schwanenteich hat‘s mir angetan“, sagte Lenzenhuber, der sich vor 15 Jahren in Jülich niedergelassen hat. Er sei weder Gastronom, noch Koch oder Hotelier, habe aber alle Gastro-Facetten als Unternehmensberater kennen gelernt und überdies an guter Bewirtung persönlich großes Interesse. So kam eins zum anderen, nachdem die Schollschen Pläne in der Stadt publik wurden. Lenzenhuber ging auf den Architekten zu.

Das nun vorgelegte Konzept hätte eine Folge: Die Trinkhalle würde verschwinden, einzelne Bestandteile wie die markanten Fenster sollen aber im Inneren als „Zitat“ wiederkehren, erklärte der Unternehmer. Auf der unteren Ebene sollen drei unterteilbare Bewirtungsräume entstehen, die insgesamt rund 120 Plätze fassen. Oben – das Geschoss reicht etwa bis zur Regenrinne der heutigen Trinkhalle – soll ein kleinerer Raum mit 80 Plätzen plus 80 Plätze auf einer Terrasse gleich daneben entstehen. Architekt Ralf Scholl nannte die Maße: Der untere Teil des treppenartigen Gebäudes ist mit einer Fläche von 20 mal 30 Meter vorgesehen, oben sind es 18 mal 18 Meter.

Max Lenzenhuber schwebt vor, oben ein Bistro mit Bar und kleinen Speisen zu betreiben, während unten zwar keine Sterneküche, aber gehobene Speisegastronomie vorgesehen ist. Der Flachbau werde als Energie-Plus-Haus geplant, erzeuge also einen energetischen Überschuss, und soll auch behindertengerecht erschlossen werden – über einen Aufzug.

„Moderne Gastronomie ist Freizeitgestaltung“, warb Max Lenzenhuber für seine Idee. Weil die Gebäude komplett umlaufen werden können, entsteht für ihn so ein Kommunikationszentrum. Der Unternehmer machte deutlich, dass das Projekt seine Herzensangelegenheit sei, bei der er nicht „rein betriebswirtschaftlich“ rechne – „eine schwarze Null sollte es aber schon sein“. Er will bei entsprechender Genehmigung durch die Politik eine Betreibergesellschaft gründen und dann auch Mit-Investoren ins Boot holen,

Kein Bebauungsplanverfahren

Ein langwieriges Genehmigungsverfahren ist hierbei nach Angaben des Beigeordneten Martin Schulz nicht erforderlich, weil kein Bebauungsplanverfahren stattfinden müsse. Jedoch sind einige Fragen zu klären, die auch von den Politikern im Fachausschuss angesprochen wurden: Ein Gastronomiebetrieb mit in der Spitze bis zu 300 Gästen braucht natürlich Parkplätze. Zwei Behindertenparkplätze sieht die Planung des Architekten auf dem Gehweg an der Bahnhofstraße vor. Wie der weitere Parkplatz-Nachweis erfolgen kann, blieb am Donnerstag offen. Auch die Eigentumsverhältnisse sind sicher zu klären: Das Areal gehört der Stadt. Verkauft, vermietet oder verpachtet sie? Das ist für die Finanzierung nicht unwichtig

Was die Politik vom Projekt hält, ließ sich noch nicht erkennen. Nur Martina Gruben (SPD) sagte: „Eine gute Gastronomie kann Jülich gebrauchen.“

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