Barmen - Gartenschlauch plus Trichter gleich Trompete

Gartenschlauch plus Trichter gleich Trompete

Von: ptj
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Ungewöhnliches „Gesprächsko
Ungewöhnliches „Gesprächskonzert” mit hochkarätigem Trompetenspiel: Hier spielt Professorin Anna Freeman das Alphorn und dirigiert gleichzeitig ihre Studierenden. Foto: Jagodzinska

Barmen. „Die Wissenschaft vom Gartenschlauch oder wie funktioniert eine Trompete?” So war ein ungewöhnliches, aber sehr interessantes „Gesprächskonzert” der Bläserklasse von Professor Anna Freeman der Aachener Hochschule für Musik und Tanz überschrieben, aufgeführt in der Klosterkirche Overbach in Barmen.

Moderatorin und Spielerin des gesamten verfügbaren Trompetenrepertoires war die geborene Australierin Anna Freeman, hauptamtliche Professorin für Trompete und Kammermusik an der Aachener Hochschule. Sie erklärte sukzessive in Wort und Spiel die Entwicklung der Trompete von der langen Naturtrompete bis zum modernen Blasinstrument und ließ einige Beispielstücke mit ihren Studierenden folgen.

Wie die Professorin anschaulich darstellte, besteht eine Trompete im Grunde aus einem Stück Gartenschlauch, einem Mundstück und einem Trichter. Doch zunächst ist „gar nichts möglich ohne Luft”. Der Ton wird mit den Lippen erzeugt, so spielten die Studierenden das Volkslied „Alle meine Entchen” als „Lip Buzzing Chorus”. Es folgte der Bach-Choral „für Mundstücke”, ungewöhnlicherweise eben nur mit Mundstücken gespielt.

Eukalyptusholzinstrument

Besonders interessant war die Präsentation des Didgeridoo, spirituelles Begleitinstrument der australischen Ureinwohner, verbunden mit der Zirkularatmung: „Durch die Nase einatmen, stauen und wieder raus”, wie die Australierin es ausdrückte.

Durch kreisende Bewegungen mit der Zunge oder singendes Spiel des langen Eukalyptusholzinstruments gelang es ihr, einen bellenden Hund, einen „lachenden Hahn” oder das Hüpfen eines Kängurus nachzuempfinden. Eine tolle Improvisation für Didgeridoo, Clapsticks und Trompete folgte. Auch die Vorstellung des Alphorns als europäische Naturtrompete war eindrucksvoll, veranschaulicht durch ein klassischen Stück für Alphorn und vier Trompeten.

Die nächste Entwicklungsstufe war die „italienische Trompete”, eine Posaune mit überwiegend zylindrischem Rohr und einer Zugvorrichtung. Die Hauptstimmung der Trompete des Mittelalters war „D”, später „Es”, zum Umstimmen wurden Setzstücke verwendet. Gespielt wurde die „Prima Sonata di Tromba” für italienische Trompete und vier Trompeten, von Girolamo Fantini.

Freemann bereicherte das Stück mit Jazz-Improvisationen. Vorgestellt wurden des Weiteren die Piccolotrompete, eine Ventiltrompete mit höherer Stimmung, und die Barocktrompete als Langtrompete, deren Tonvorrat mit Spielhilfen erweitert wurde.

Begeisterter Applaus

Ferner wurden die Zugtrompete, eine chromatische Trompete aus dem 17. Jahrhundert, deren Rohr ähnlich dem einer Posaune zur stufenlosen Intonation verlängert werden kann, und das Kornett präsentiert, ein Horninstrument mit weicherem Klang.

„Nach der Barockzeit wurden ein paar mehr Töne sehr nötig”, die man nach und nach durch verschiedene Löcher, Klappen und Ventile zu erzeugen vermochte. Großartig waren die hochkarätigen Darbietungen der Aachener Studierenden, die reihum als Solisten an den verschiedensten Trompeten glänzten, begleitet von ihren Kommilitonen als Trompetenbegleitorchester.

In einer Kirche besonders gut geeignet waren hier die „Fanfare for St. Edmunsbury” von Benjamin Britten oder das „Panis Angelicus” von César Franck. Begeisterten Applaus spendeten die Zuhörer, derer das Ensemble weit mehr verdient gehabt hätte.

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