Galileo-Allee: Unternehmen kritisieren Namensgebung

Von: gep
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Lehnen den Straßennamen Galil
Lehnen den Straßennamen Galileo-Allee für die Zufahrtstraße zum Industriepark Emil Mayrisch ab: die Geschäftsführer (v. l.) Hans Paul Drescher, Jürgen Kraus und Marcus Brauckhoff. Foto: gep

Aldenhoven. Drei Unternehmen im Industriepark Emil Mayrisch (IPEM) in Siersdorf machen Front gegen die Absicht der Gemeinde Aldenhoven, die Zufahrtsstraße zum IPEM in Galileo-Allee umzubenennen.

Das Vorgehen der Gemeinde sei „nicht akzeptabel”, sagt Marcus Brauckhoff, Geschäftsführer der TPR Fiberdur GmbH + Co. KG. Der Name grenze an „Hochstapelei”, meint Prof. Dr. Ing. Hans Paul Drescher, Geschäftsführer der Bonnenberg + Drescher Projektentwicklung GmbH. Man habe es „nicht für nötig befunden, uns vorher zu fragen”, kritisiert Dipl.-Kfm Jürgen Kraus, Geschäftsführer der Kunststoff-Produktionsgesellschaft Omnifol Kraus GmbH.

Mit Schreiben vom 21. Juni hatte die Gemeinde den Unternehmen mitgeteilt: „Ab sofort wird die Straße im Industriepark mit der Bezeichnung Galileo-Allee geführt.” Grund: „Aus dem Kreis der im Industriepark Emil Mayrisch ansässigen Firmen” sei ein entsprechender „Wunsch an die Gemeinde herangetragen” worden.

Es handelte sich dabei um das Aldenhoven Testing Center of RWTH Aachen (ATC), die der RWTH ist neben dem Kreis Düren Gesellschafter des ATC. Das ATC entwickelt auf den dortigen Testanlagen Auto-taugliche Anwendungslösungen für das geplante EU-Navigationssystem Galileo, das dem US-System GPS Konkurrenz machen würde.

„Wenn es wenigstens ein gescheiter Name wäre”, moniert Drescher. Tröstlich sei, dass Bürgermeister Tertel ihm zugesagt habe, dass der Name Industriepark Emil Mayrisch bleibe. Das sei eine „ganz wesentliche Sache”. Denn der Name dieses Montanindustriellen, nach dem die Zeche benannt worden war, habe in der Kundschaft der Ingenieurgesellschaft ein „gewisses Gewicht” etwa in Luxemburg. Er wolle jedenfalls „auf der Visitenkarte keinen Bluffnamen”.

Mit dem neuen Namen solle, so Drescher, „Reklame für ein Projekt” gemacht, dessen Träger „telefonisch nicht erreichbar” sei und von dessen Existenz neben einem Eintrag im Handelsregister nur ein „kleiner rostiger Briefkasten” zeuge.

Und von den Aktivitäten dieser „Briefkastenfirma” (Drescher), die mit „Steuergeldern” errichtet worden sei (Kraus), könne man nur hin und wieder im IPEM Kenntnis nehmen. Akzeptabel wäre für die drei Geschäftsführer, den „Industriepark durchzunummerieren”, sagt Brauckhoff. Man erwäge, einen entsprechenden Antrag bei der Gemeinde zu stellen. Denn zu beachten sei u. a., dass die Unternehmen über das Navigationssystem GPS zu orten sein müssten - per Straßenname.

Die Kommune hat unterdessen darum gebeten, „die Verwendung der postalischen Anschrift Galileo-Allee vorzubereiten”, denn die Anbringung der Straßenbenennungsschilder sei zwischenzeitlich erfolgt. Zugleich entschuldigt sich das Rathaus für die „unangemessene Ausdrucksweise” im Schreiben vom 21. Juni. Wie Bürgermeister Tertel auf Anfrage erklärte, habe der Gemeinderat im Juni 2011 der Straßenbenennung zugestimmt, weil dies dem Grundeigentümer EBV „egal” gewesen sei, wenn nur der Name Emil Mayrisch erhalten bleibe, und weil das ATC die „volle Kostenübernahme” zugesagt habe.
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