Fußballkreis Düren: Vereine bei Schiris in der Pflicht

Von: Antonius Wolters
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Fußballkreisvorsitzender Manfred Schultze (v.l.), sein scheidender Stellvertreter Willi Gehlen, Schatzmeister Hans-Peter Hahnengreß, Geschäftsführer Willi Polfliet, Rafael Lamm vom Fußballkreis Aachen und Bernd Jungherz, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses, beim Vereinstag 2013 in Inden/Altdorf. Foto: Wolters

Inden/Altdorf. „Den Termin hatten wir noch nie“, begrüßte Manfred Schultze, Vorsitzender des Fußballkreises Düren, in der Bürgerhalle Inden die Vertreter von 104 angeschlossenen Vereinen zum Vereinstag 2013. Da der nächste ordentliche Kreistag mit Neuwahlen Ende April auf dem Terminkalender steht, war die fußballlose Zeit für die Arbeitstagung gewählt worden.

Zunächst nutzte Schultze die Gelegenheit, Silberne Ehrennadeln Verbandes nachzureichen, die beim Ehrenamtsabend Ende November nicht zur Verfügung gestanden hatten. Seinerzeit waren zur Laudatio lediglich die Urkunden ausgehändigt worden. Auch Ehrenamtsuhren für zwei verdiente Damen gab Schultze mit Verspätung an Vertreter der betreffenden Vereine weiter.

Einen besorgniserregenden Altersdurchschnitt und manch andere Probleme im Schiedsrichterwesen haben den Kreisvorstand aufgeschreckt. Manfred Schultze malte ein Szenario aus, wonach die Spiele der Kreisliga C und sogar der B-Liga ohne einen neutralen Spielleiter ausgetragen werden müssen. So weit sei es zwar noch nicht, doch es gelte, den Anfängen zu wehren. Bernd Jungherz, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses (KSA), wartete mit einigen statistischen Daten auf, die das unterstreichen. So gibt es im Fußballkreis knapp 170 Unparteiische – 43 Jungschiedsrichter und 123 Seniorenschiedsrichter –, notwendig seien mindestens 200. Besorgniserregend ist die Zahl von 53 Abmeldungen im vergangenen Jahr, was einen neuen Höchststand markiert.

Beim Gewinnen und Halten von Schiedsrichtern sieht Jungherz die Vereine in der Pflicht, die sich schließlich um ihre Spielleiter zu kümmern hätten. Um dieser Verpflichtung Nachdruck zu verleihen, hat der Kreisvorstand beschlossen, dass jeder Schiedsrichter pro Saison mindestens 20 Spiele zu leiten hat. Wird dieser Wert nicht erreicht – so haben im vergangenen Jahr 34 Unparteiische weniger als 20 Spiele gepfiffen – dann trägt das ihrem Verein einen Malus ein. Ein Schiri habe sogar die Zahl von 100 Spielleitungen erreicht (siehe gesonderen Bericht).

Weiterhin appellierte Juingherz an die Vereine, dem KSA potenzielle Schiedsrichteranwärter zu melden. „Wir haben immer ein Plätzchen frei.“ Lehrgänge wie zuletzt, als am Ende nur drei angehende Schiris die Prüfung bestandes, werde es aber nicht mehr geben. Unter dem Motto „Mach mit, werde Schiri“, ist außerdem eine Plakatkampagne geplant, in die alle Vereine eingebunden werden.

Überzeugungsarbeit zum Schiri-Erhalt leistete Benjamin Bläser. Die Tätigkeit als Unparteiischer diene der Persönlichkeitsentwicklung, mache sich gut im Lebenslauf und sei mit sportliche Betätigung verbunden, die der Gesundheit diene. Schiedsrichter sind von Vorteil für den Verein bei eigenen Turnieren, als Aushängeschilder für die Schiedsrichterwerbung und weil sie sicherstellen, dass der Verein nicht ins Soll gerät.

„Nach dem Vorfall in Holland ist die Gesellschaft gefordert, sich mit dem Thema Werte zu beschäftigen“, sprach sich Manfred Schultze dafür aus, den Slogan „Fair geht vor“ mit Leben zu erfüllen, als Sportsmann stets Respekt und Fairness zu zeigen. So seien alle gefordert, nicht zuletzt die Jungschiedsrichter zu fördern. Der Fußballkreis Düren werde künftig nur noch auf Proteste reagieren, die von offizieller Vereinsseite vorgebracht werden. Beschwerden von Trainern und Betreuern erhielten künftig keine Antwort mehr.

Da Willi Gehlen aus Selgersdorf, der Stellvertreter des Kreisvorsitzenden ist, beim Kreistag im April nicht mehr kandidieren wird, sucht der Fußballkreis händeringend einen geeigneten Nachfolger für dieses nicht leichte Amt, der die Bereitschaft zur Übernahme eines Ehrenamtes hat und in Gehlens „Jülicher Fußstapfen treten“ könne. Schultze bat Kandidaten, die sich für das Amt zur Verfügung stellen möchten, im Vorfeld des Kreistages das Gespräch mit dem Kreisvorstand zu suchen.

Auch wenn in der laufenden Saison die Rückrunde nocht nicht begonnen hat, feilen die Verantwortlichen schon an der nächsten Saison. Über den Stand der Vorbereitungen für die kommende Spielzeit, die am 24./25. August beginnt, berichtete Horst Bruns. Die Rückrunde beginne nach Karneval am 9. März 2014. Der entsprechende Rahmenterminplan sei in Arbeit, mache aber noch Schwierigkeiten. So werden vermutlich Gründonnerstag und Ostermontag komplette Spieltage angesetzt.

Zum laufenden Spielbetrieb merkte Bruns noch an, dass Trikotwerbung dem Verband anzuzeigen sei und in den Spielberichten vermerkt werden müsse. Da entsprechende Meldungen teilweise ausstünden, müssten sich betreffende Vereine demnächst Verhandlungen vor der Verbandsspruchkammer stellen.

Über höhere steuerliche Pauschalen für Übungsleiter, Minijobs, Gema und Neuerungen bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft referierte Willi Gehlen, der auch kräftig die Werbetrommel für die bewährten Kurz&Gut-Seminare und weitere kostenlose Fortbildungs- und Beratungsmöglichkeiten des Kreis- und Landessportbundes rührte.

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