Fußballfans taufen den Strohmanes

Von: ptj
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Die Taufe des Strohmanes wird vom Taufdreigestirn vollzogen – Volker Uerlings, Eugen Mangels und Andreas Prömpers. Fotos Jagodzinska Foto: Jagodzinska
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Zukunft und Rückgrat der KG Strohmänner sind die Strohpüppchen

Selgersdorf. Tolle Stimmung herrschte im gut gefüllten Festzelt der Selgersdorfer KG Strohmänner. Zahlreiche Menschen aus dem Jülicher Land waren gekommen, um der traditionellen Taufe der ansehnlichen Strohpuppe Strohmanes beizuwohnen und das ansprechende Rahmenprogramm zu genießen.

 Der eigentliche Taufakt war sowohl für das Taufdreigestirn als auch für den neuen Präsidenten der KG, Dirk Lausberg, eine Premiere, die von beiden Seiten auf Anhieb souverän gemeistert wurde. Täufer war Volker Uerlings, Redakteuer unserer Zeitung. Ihm zur Seite standen Eugen Mangels, „Dorfsheriff“ für die südlichen Stadtteile, und Andreas Prömpers, Dezernent und Kämmerer der Stadt Jülich.

„Wat trecken wir denn aan?“, hatten sich die drei, die sich im Übrigen „sehr geehrt“ fühlten, im Vorfeld überlegt. Die Wahl war auf Figur umschmeichelnde schwarze T-Shirts gefallen mit der Aufschrift „JÜL grüßt SELG“. Neben der offensichtlichen Bedeutung „Jülich grüßt Selgersdorf“ nannte Uerlings eine zweite: 15.000 Menschen waren „ganz jeck“ auf das neue JÜL-Kennzeichen, da kreierte das Dreigestirn sogleich auch eines für den Vorort Selgersdorf. Eine Idee, die reichlich beklatscht wurde.

Der Wortführer der „drei Staatsgewalten“, selbst Köln-Fan, schritt zur Verkündigung des ersten der beiden Taufnamen in lateinischer Sprache, die ihm „so nahe liegt wie dem 1. FC Köln die Champions League“: „Andreas Prömperus, ex animus agriculus, camerarius Juliacum. Ex dominus „Urbanus sacculus plenus“ in cura Juliacum, hodie „Sine muscus nihil solutus“. Casa in Koslar est. Cum matrona Sylvia, familias filiae Inga et Nina cum Robin, Niklas et Julie, neptis superbis, ibi valero. Mea figura magnifica et plauzus formosus gratia plena ad saltimbocca, ossobucco, cervisia colonia et vino tinto. Gaudio magnus de porti pleni ab Viktoria Koslar D-adulescentia, Alemannia Aquisgrana et FC Colonia“.

Die Übersetzung folgte sogleich aus dem Munde des Benannten: „Andreas Prömpers, Koslarer Urgestein, im Herzen Landwirt, Kämmerer Jülichs. Früher Chef über das gefüllte Stadtsäckel, heute Hüter der klammen Kasse. Mit meiner Ehefrau Sylvia, den Familien meiner Töchter Inga und Nina und meinen allerliebsten Enkeln, Robin, Niklas und Julie lebe ich in Koslar und fühle mich dort sehr wohl. Freund guter Überlebensmittel und gekühlter Getränke, denen ich mein sportliches Erscheinungsbild ebenso verdanke wie ausdauernde Schreibtischarbeit. Ich freue mich sehr über sportliche Erfolge meiner Viktoria Koslar D-Jugend sowie der Alemannia und des FC“.

Das Taufdreigestirn hatte keine Mühen gescheut, noch einen zweiten Taufnamen zu ersinnen: „Eugenius ex gente Mangels natus, Cives custosque publicae securitas Juliacensis oppidi, nominatim consulens vicis Juliaci ad meridiem spectantes, Antiquae comitum Juliacensium Arci, Salchendorp ad Ruram et Dovenroda in silva sitis, studiosissimus sed pactorissimus amicissimus „Sodaltatis Borussiae iuvenum pelle pedibusque ludentium ex urbe Trutmanniae“ Currens in viis semper longioribus plerumque circum aedificia multa et maxima omnium scientiarum naturalium Juliaci“.

Auch hier sollte die Übersetzung aus dem Mund des Bezeichneten nicht fehlen: „Eugen, aus dem Geschlecht der Mangels, Bürger und Polizist in Jülich, besonders zuständig für die südlichen Stadtteile Jülichs, für die alte Burg der Jülicher Grafen, für Selgersdorf an der Rur und Daubenrath im Wald, besessener aber hochfriedfertiger Fan der Fußball spielenden Borussia aus Dortmund, Dauerläufer auf immer längeren Wegen, meist umrundend das Zentrum der Wissenschaft in Jülich“. Gefüllte Schnapsgläser wurden nun an die Täufer, das Prinzenpaar Hans und Marita Kühner und ihr Gefolge und an Claus Hinrich Neuenhoff auf der Bühne verteilt. Nach dem feierlichen Anstoßen leerten die solchermaßen Beschenkten reihum ihre Gläser über dem Haupt des Täuflings, der Taufakt war vollzogen.

20 Karnevalsgesellschaften präsentierten sich mit ihren Tollitäten und Tanzgarden auf der Bühne der Strohmänner und brachten zum Jahreseinklang gewaltig Stimmung ins Festzelt. Erwähnenswert sind hier die Stadtgarden Jülich und Linnich. Erstere legte mit einem Tanz-Medley, das thematisch von Heidi bis zur Fastfoodkette McDonalds reichte, eine Spitzenleistung aufs Parkett, letztere überzeugte vor allem mit ihrem höchst akrobatischen Tanzduo Michaela Ludwig und Daniel Dohmen. Als besonderer Leckerbissen am Tauftag erwiesen sich die Strohpüppchen der KG als „Zukunft und Rückgrat des Vereins“.

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