Inden - Fusion von Pfarrgemeinden: Reizthema erregt die Gemüter

Fusion von Pfarrgemeinden: Reizthema erregt die Gemüter

Von: ahw
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Trutzburg des Glaubens aus dem
Trutzburg des Glaubens aus dem 15. Jahrhundert: In einem Protestbrief an den Bischof hat der Kirchenvorstand von St. Cornelius Lamersdorf (Bild) die Fusion der Pfarrgemeinden abgelehnt. Foto: Wolters

Inden. Der zweite Teil der laufenden Strukturreform im Bistum Aachen, die Fusion von Pfarrgemeinden, die sich in einem ersten Schritt zu einer Gemeinschaft von Gemeinden zusammengefunden haben, ist ein Aufreger nicht nur in Jülich, wo zuletzt eine große und eine kleine Lösung diskutiert wurden.

In der GdG Inden-Langerwehe ist die Fusion ebenfalls ein Reizthema, zumal dort insofern ein tiefgreifender Einschnitt auf der Agenda steht, als die Pfarrgemeinde St. Barbara Schophoven aus dem Verbund Inden/Langerwehe herausgelöst und der GdG Heilig Geist Jülich zugeschlagen werden soll.

„Wir warten, dass andere für uns entscheiden”, war aus dem Pfarrgemeinderat (PGR) von St. Barbara zu hören, der sich mit 5:2-Stimmen für den Verbleib in der GdG Inden-Langerwehe entschieden hat.

Gegen eine Abtrennung von St. Barbara Schophoven führt der PGR insbesondere soziale und strukturelle Gründe an. So fühle sich die Pfarrei allein schon durch ihre Lage untrennbar mit dem Tagebau Inden verbunden, der das geografisch trennende, aber sozial verbindende Element in der Region darstelle.

Zudem hätten sich viele Bewohner der benachbarten Ortschaft in Schophoven angesiedelt. Die „Pierer” aber seien nach wie vor miteinander verbunden, auch über Ortsgrenzen hinweg. Der PGR sieht mit Sorge, dass neben der örtlichen Zersplitterung der Region nun auch eine kirchliche hinzutreten solle. Dies sei den ohnehin vom Abriss betroffenen Pierern nicht auch noch zuzumuten.

In struktureller Hinsicht verweist das Gremium auf bestehende Kooperationen im Schul- bzw. Kindergartenbereich, der zu einem regen Austausch zwischen den Gemeindeteilen geführt hat. Kooperationen Richtung Jülich gebe es dagegen bislang nicht.

Der PGR ist auch mehrheitlich der Ansicht, dass gemeinsame schulische Ausbildung und die Vorbereitung auf die Erstkommunion nicht getrennt werden sollten. Nicht zuletzt wird befürchtet, dass mit einem solchen Schritt die kommunalpolitische Zugehörigkeit Schophovens zur Zivilgemeinde Inden in Frage gestellt werde.

Mit einigem Argwohn bewertet der PGR die Argumente für einen Wechsel nach Jülich, wodurch sich beispielsweise die pastorale Betreuung kaum verbessern werde. Das Minderheitsvotum des PGR sprach sich allein schon aus verkehrstechnischen Gründen für den Anschluss an die GdG Jülich aus.

Dem Entscheidungsprozess des Pfarrgemeinderates vorangeschaltet war eine Pfarrversammlung in St. Barbara, wo sich bereits die regelmässigen Kirchgänger für den mehrheitlich Verbleib in der GdG Inden-Langerwhe ausgesprochen hatten. Dieses Votum trägt auch der Kirchenvorstand mit.

Was die Fusion der Indener Pfarrgemeinden betrifft, erweist sich St. Cornelius Lamersdorf als rechtes „Widerstandsnest”. Auch dort ist eine Pfarrversammlung zusammengetreten, bei der Pfarrer Heinz Portz Rede und Antwort stand.

Eine zweite Infoveranstaltung folgte in Frenz und ein Protestbrief an die Adresse des Bischofs. Mit einem eigenen Schreiben wandte sich die Schützenbruderschaft („Glaube-Sitte-Heimat”), die zuvor mit einer Unterschriftensammlung von Tür zu Tür gezogen war, gegen das Ende der Pfarre St. Cornelius.

In Aachen werden diese und viele weitere Briefe als Stellungnahmen gesammelt. Bernd Wolters vom Fachbereich Gemeindearbeit, der die Fusionen im Bistum begleitet, beruhigt aufgeregte Gemüter dahingehnd, dass die Pfarreien gar nicht aufgelöst würden, sondern sich nur ihr rechtlicher Status ändere.

Die Schreiben und Eingaben werden dem Priesterrat vorgelegt, der Mitte September tagt und Empfehlungen an den Bischof erarbeitet, der bei den Fusionsprozessen und auch in Detailfragen das letzte Wort hat. In Schophoven, Lamersdorf und anderswo ist also noch etwas Geduld gefragt.
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