Für eine Komplettsanierung der Leichenhalle fehlt das Geld

Von: spl
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Von Weitem fallen viele Mängel der Leichenhalle an der Haubourdin-straße gar nicht erst auf. Dabei sind es mehr als nur Kleinigkeiten, die dort im Argen liegen. Foto: Plahm

Jülich. Dass die Leichenhalle auf dem Kommunalfriedhof an der Haubourdinstraße ihre besten Tage längst gesehen hat, ist auch der Stadt Jülich nicht entgangen. Bereits 2009 beriet der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss über den Zustand des Gebäudes. Die Mängelliste wird seitdem kaum kürzer geworden sein.

Jetzt soll wohl bis 2023 allerdings erst einmal nur die Außenfassade saniert werden. Denn mehr ist finanziell einfach nicht drin. Gebührenerhöhungen dürften folgen. Darauf weist die Verwaltung hin.

Doch die Außenfassade des Gebäudes mit ihrem abblätternden Anstrich und den schadhaften Fugen ist bei weitem nicht das einzige Problem. Auch eine Sanierung des Daches mit seinen asbesthaltigen Wellplatten würde in Zusammenhang mit der Erneuerung der Fassade Sinn machen. Aber schon die Sanierung der Außenfassade ist im Haushaltsentwurf 2013 mit 130.000 Euro angesetzt. Das Dach muss also warten.

Vergangene Woche legte die Verwaltung dem Ausschuss erneut einen Bericht zur Leichenhalle vor. Dabei ist die Möglichkeit eines Neubaus vom Tisch. 755.000 Euro sind schlichtweg zu viel für die klamme Haushaltskasse der Stadt. Und auch eine Komplettsanierung, die rund 530.000 Euro verschlingen würde, muss in Etappen umgesetzt werden. Die Außenfassade hat im Haushaltsentwurf zunächst Priorität.

Dabei gibt es auch im Innenbereich mehr als nur eine Baustelle. Schimmelbildung vor den Kühlzellen, ein überalterter Lastenaufzug, längst ist fast die gesamte Gebäudeausstattung sanierungsbedürftig. Viele der Mängel sind nur für die Mitarbeiter, nicht für die Besucher sichtbar.

Im Ausschuss wurde dennoch zu bedenken gegeben, die Angehörigen der Verstorbenen könnten durch die Gebührenerhöhungen abgeschreckt werden, das Gebäude zu nutzen, besonders dann, wenn zuerst nur die Außenfassade saniert wäre, der Innenbereich dagegen nicht. Einig waren sich die Ausschussmitglieder allerdings in dem Punkt, dass etwas getan werden muss. Und das nicht nur in Bezug auf die Leichenhalle. Auch Büro- und Sozialräume auf dem Kommunalfriedhof sind laut Verwaltung in sehr schlechtem Zustand.

Da muss der Umkleideraum von den Mitarbeitern kurzerhand zum Wasch- und Pausenraum umfunktioniert werden, Aushilfskräfte ziehen sich im Geräteraum um, eine Damenumkleide gibt es erst gar nicht. „Das, was wir anpacken müssen, ist die Unterbringung der Gärtner“, erklärt Beigeordneter Martin Schulz. Was dort, wann und in welchem Umfang geschehen soll, um die Bedingungen zu verbessern, ist noch unklar, denn Pläne gibt es dafür noch nicht.

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