Arbeitskreis für ein inklusives Jülich präsentiert Ausstellung

Für ein inklusives Jülich: Ausstellung zeigt pure Lebensfreude

Von: ptj
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„Glück kennt keine Behinderung“: Die sehenswerte Wanderausstellung macht anlässlich des 35-jährigen Bestehens des AKI Station im Neuen Rathaus. Im Vordergrund ist die Kölner Fotografin Jenny Klestil zu sehen, die das Projekt ehrenamtlich stemmt. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Wie schön die Begegnung mit Menschen ist, die das Extra-Chromosom in sich tragen“, hat die Kölner Fotografin Jenny Klestil in ihrem ehrenamtlichen Fotoprojekt „Glück kennt keine Behinderung“ ausdrucksstark festgehalten. Die Ergebnisse sind nun in Jülich zu sehen.

Projektziel ist es, möglichst vielen Familien ein Gratis-Shooting zu ermöglichen, in denen „das Kind, der Bruder oder die Schwester“ mit Trisomie 21 einfach als Mensch gesehen wird, ohne dass die Behinderung in den Fokus tritt. Stilmittel der einfühlsamen Fotos von Menschen mit Down-Syndrom, darunter viele Schwarz-Weiß-Aufnahmen oder mit gezielt in Szene gesetzten Farbbetonungen, ist die ganz persönliche Ansprache des Betrachters und das weich einfallende Licht.

Jegliches Mitleid entfällt und damit die Fokussierung auf vermeintliche Defizite. Die Bildaussage unterstreicht den Lebenswert der Menschen jeden Alters mit Trisomie 21. Sie sind selbst liebenswert und strahlen Liebe, Freude, Schönheit und Kraft aus. Aus Anlass des 35-jährigen Bestehens des Arbeitskreises „für ein inklusives Jülich“ (AKI) macht die Wanderausstellung zur Zeit Station im Neuen Rathaus.

Klestil, die durch den „Welt-Down-Syndrom-Tag“ 2015 über dieses Thema „gestolpert ist“, hat bereits rund 900 Menschen mit Extra-Chromosom fotografiert. Bei jeder Ausstellung lichtet sie wiederum Gäste mit Down-Syndrom mit ihren Familien und Freunden ab, so wächst das Projekt stetig. Ein gleichnamiges Fotobuch zur Ausstellung kann käuflich erworben werden.

Zur Feier der „intensiven, erlebnisreichen, sehr aktiven, spannenden und auch erfolgreichen Zeit“, wie AKI-Sprecherin Beate Wirth-Weigelt es ausdrückte, legte die Stadt Jülich ein Festprogramm auf – mit großer Publikumsbeteiligung. Im Zentrum stand der Festvortrag „Inklusion ist kultureller Wandel“ von Professorin Brigitte Caster vom Kompetenzzentrum SIDI „Soziale Innovation durch Inklusion“, mit dem die Technische Hochschule Köln ihren Beitrag zur gesellschaftlichen Aufgabe der Inklusion leistet.

Vom aktuellen Standpunkt aus betrachtet, zeigte Caster mentale, habituelle (gewohnheitsbedingte) und physische Barrieren auf und betonte: „Barrierefreiheit gibt es nicht“. Etwa auf topografischer Ebene könnten nicht alle Barrieren beseitigt werden. „Ambivalenzen auszuhalten ist Teil der Professionalität. Lösungen sind Sache fairer Aushandlung.“

Zugänglichkeit ermöglichen

In der Zeit des Perspektivwechsels gehe es darum, „Dinge und Umstände so zu gestalten, dass sie für so viele wie möglich nutzbar sind“, denn: „Beteiligung ist eine Inklusionsbedingung.“ Zusammengefasst betonte sie: „Es lohnt sich, den Prozess vom Ende her zu denken und, das Ziel vor Augen, mit dem „mind set“ zu arbeiten: Das, was in uns zu Barrieren führt, verringern und das, was Zugänglichkeit ermöglicht, verstärken.“

Das Fest wurde von kleinen Musikbeiträgen umrahmt und endete beim „Get together“ am kalten Büffet, das Schüler der Schirmerschule liebevoll vorbereitet hatten. Zum Jubiläum gibt es eine Festschrift mit Highlights und Informationen zu Netzwerken und Projekten des AKI.

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