Fünf „Würfel” für Mieter der Schweizer Siedlung

Von: ng
Letzte Aktualisierung:
schweizer2-
Noch kein Baubeginn in Sicht: Klein Kilian dürfte noch ein gutes Stück wachsen, ehe in der Schweizer Siedlung die Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich die Bagger rollen lässt. Foto: Wolters

Jülich. Schon lange wissen die Bewohner der Schweizer Siedlung, dass ihre sanierungsbedürftigen Häuser aus Gründen der Wirtschaftlichkeit abgerissen werden sollen. Als Ersatz für die von der Abrissbirne bedrohten Gemäuer sollen schönere und energiesparendere Neubauten errichtet werden. Ein erster Entwurf schien den Jülicher Stadtverordneten zu teuer - sie forderten die mit der Maßnahme betraute Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) auf, die Pläne vor dem Hintergrund der Kosten zu überarbeiten.

In einem aktuellen Sachstandsbericht zum Neubau der Schweizer Siedlung stellte Frank Drewes, künftiger SEG-Chef, den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Integration und Soziales vor. Dabei gab Drewes Einblick in die neuen Planungsdetails, mit denen das beauftragte das Architekturbüro Zimmermann die Kosten für den Neubau reduzieren möchte, wobei noch keine konkreten Zahlen genannt wurden.

Die Grundidee der Architekten: Jetzt fünf (statt zuletzt sechs) Baukörper sollen stärker „verdichtet” werden. So werde für den Wohnkomplex zum Beispiel nur ein Treppenhaus benötigt, was zu größeren Kosteneinsparungen führe. Die Balkone sollen laut Zeichnung klassisch an der Außenwand angebracht werden - und nicht mehr im Gebäudegrundriss integriert sein.

Die fünf Häuser werden an einem mittigen Laubengang angeordnet. Drei äußere „Würfel” sind mit zwei Vollgeschossen konzipiert, die beiden zentralen Kuben mit dreien. 19 Wohnungen sollen barrierefrei errichtet werden, sechs rollstuhlgerecht. Angeboten wird die Palette von einem bis zu fünf Zimmer.

„Trotz der Sparmaßnahmen werden jedem Bewohner adäquate Wohnmöglichkeiten geboten. Die Gesamtwohnfläche in dem Neubau wird 1600 bis 1700 Quadratmeter betragen, die Zahl der Wohnungen soll sich auf 25 belaufen”, so Drewes.

Zur Kenntnis nahm der Ausschuss auch die Mitteilung, dass sich die Fördermöglichkeiten für das Projekt verbessert haben. Nach wie vor soll der Neubau durch Mittel der NRW Bank sowie Gelder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert werden. „Die NRW Bank bietet uns im Jahr 2009 ein höheres Darlehensvolumen als noch im Vorjahr. Statt eines Darlehens von 1000 Euro pro Quadratmeter wird nun eines von 1250 Euro pro Quadratmeter genehmigt”, so Drewes im Ausschuss. Dadurch werde der Betrag, der durch KfW-Mittel zu schlechteren Konditionen finanziert werden müsse, erheblich gesenkt.

Auf diesem Wege könne ein Großteil der Kosten, die für Zinszahlungen eingeplant waren, gesenkt werden. Wann mit Abriss und Neubau begonnen werde, sei jedoch noch nicht abzusehen.

Zunächst steht eine neue Wirtschaftlichkeitsberechnung an, in die die verbesserten Fördermöglichkeiten eingerechnet werden müssen. Das „Integrierte Handlungskonzept”, das Bestandteil des noch einzureichenden Fördermittelantrages sein wird, befindet sich zurzeit in der verwaltungsinternen Abstimmung.

Sobald diese abgeschlossen ist, wird das Amt für Bauordnung und Wohnungswesen des Kreises Düren abschließend angesprochen. Natürlich soll es bei den derzeitigen Mietern eine Bedarfsabfrage geben.

In einem weiteren Schritt wird das Handlungskonzept dem Aufsichtsrat der SEG Jülich und den zuständigen Ratsgremien zur Beratung vorgelegt. Der Fördermittelantrag soll Ende 2009 eingereicht werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert