Führung durch Zitadelle, Schloss und Stadtkern

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Jülich. Es hat Tradition. Am ersten Sonntag im September führt der Förderverein Festung Zitadelle Jülich in Kooperation mit der Volkshochschule Jülicher Land durch Zitadelle, Schloss und den historischen Stadtkern.

So stellt am 6. September der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Rüdiger Urban, das Erbe Jülichs als renaissancezeitliche Idealstadt in den Mittelpunkt seiner gut zweieinhalbstündigen Führung.

Wilhelm V., Herzog von Jülich, Kleve, Berg, braucht Mitte der 40er Jahre des 16. Jahrhunderts aus gleich drei Gründen dringend einen Neuanfang: Persönlich braucht er als „Aufsteiger“ in die Familie Kaiser Karl V. eine neue moderne repräsentative Residenz. Militärisch braucht er ein neues wehrhaftes Machtzentrum, das den modernen Pulvergeschützen standhält, und politisch mag er wohl ein neues Verwaltungszentrum für die unter seinem Vater vereinten Herzogtümer anstreben.

Der Bologneser Renaissancebaumeister Alessandro Pasqualini nimmt diese Herausforderung an und erbaut in Jülich die modernste Festungsanlage seiner Zeit. Sie demonstriert Macht und Kunstsinn des Herzogs, betont die staatliche Ordnung im Herzogtum, besitzt eine optimale Verteidigungsfähigkeit und bietet eine moderne Urbanität. Pasqualini erbaut Jülich als erste Idealstadtanlage der Renaissance nördlich der Alpen. Aufgrund einer schicksalhaften Verkettung tragischer Ereignisse wird Jülich allerdings schon bald zu einer reinen Garnisonsstadt zurückgestuft. Militärisch behält es allerdings aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage eine hohe Bedeutung.

Dies ist mit ein Grund dafür, dass Jülich 400 Jahre später im 2. Weltkrieg in einem unvorstellbaren Trümmermeer versinkt. Doch es ist weitsichtigen Männern in der Zeit des Wiederaufbaus zu verdanken, dass sich das Erbe dieser renaissancezeitlichen Idealstadt den Besuchern Jülichs heute wieder eindrucksvoll erschließt. Besichtigt wird eine Bastion der mächtigen Zitadelle, der wiedererstandenen Ostflügel des Schlosses mit der kunsthistorisch einzigartigen Kapelle im Stil der italienischen Hochrenaissance.

Sodann widmet sich Dr. Urban dem Wiederaufbau der Jülicher Altstadt auf dem von Pasqualini nach verteidigungsstrategischen Gesichtspunkten erbauten Fünfeck der Stadtbefestigung. Hier erkennt man in vielen mal größeren, mal kleineren Architekturmerkmalen die Formensprache der italienischen Renaissance im Wiederaufbaukonzept des Aachener Professors für Städtebau und Baugestaltung René von Schöfer.

Es wird gebeten, sich für diese Führung bei der VHS Jülicher Land anzumelden (telefonisch oder über die Internetseite der VHS) Treffpunkt ist am Sonntag, 6. September, um 11 Uhr an der Pasqualini-Brücke, dem stadtseitigen Eingang der Zitadelle. Es wird eine Gebühr von 5 Euro pro Teilnehmer erhoben. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.

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