Führung auch in die „verbotenen Zonen“ des Braunkohlerevier

Von: gre
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Aldenhoven. Eine eindrucksvolle Führung bereitete die Entwicklungsgesellschaft Indeland einem kleinen Kreis von Interessenten mit einer Planwagen-Fahrt durch die veränderte Landschaft des Braunkohlenreviers.

Die Fahrt wurde zu einem Erlebnis, weil mit Hans-Gerd Kriebel ein ehemaliger Schichtführer aus dem Tagebau Inden die zweistündige Fahrt als Gästeführer begleitete, der sich als profunder Kenner erwies und alles Wissenswerte in herrlich lockerer Art vermittelte.

Kriebel hatte es geschafft, die Gäste ausnahmsweise in die ansonsten „verbotenen Zonen“ zu führen und bestehende Barrieren zu überwinden. Die Fahrt mit dem Planwagen, gezogen von 150 Pferdestärken, führte vom Bergmanns-Museum aus über den sogenannten „Grünzug“ zum neuen mäandrierenden Indebett, wo die erste Pause anstand. Hier wurden in und um das bis zu 300 Meter breite Flussbett 400 000 Bäume und Sträucher gepflanzt, die die Landschaft positiv verändert haben.

Kriebel erläuterte auf der Fahrt sowohl die einzelnen Phasen des Tagebaues als auch die der Rekultivierung des neuen Kulturlandes. Hinter der Ortschaft Schophoven gelangte die Gruppe in die unmittelbare Nähe der derzeit tiefsten Abbaustelle, von der aus 210 Metern Tiefe die Braunkohle gefördert wird. Kriebel wies auch auf die behutsame Art des Abbaus und der Wiederverfüllung hin, die dazu führe, dass die in dieser Region rund um Inden betroffene Bevölkerung im Grunde genommen eine positive Einstellung zum Tagebau habe. Das gelte auch für die betroffene Landwirtschaft, die nach der Wiederverfüllung nach sorgfältiger Rekultivierung wertvolles Ackerland zurückbekomme.

Statt vieler Kleinflächen stehen nun großflächige Äcker zur Verfügung, die zunächst für sieben Jahre von betriebseigenen Schirrhöfen vorbereitet werden und dann besser zu bewirtschaften sind. Wo vor 30 Jahren das große Loch war, breiten sich jetzt großflächige Getreide- oder Zuckerrübenfelder aus. Kriebel erläuterte auch das riesige Gebiet, wo um 2050 der Indesche See entstehen wird, gespeist mit Wasser aus der Rur. Er werde einmal die mehrfache Größe des Blausteinsees haben. Die Exkursion endete bei Kaffee und Kuchen und einem Filmvortrag im Bergbaumuseum.

Wegen der unerwartet großen Resonanz dieser „Erlebnisführung“, deren Teilnehmer aus dem gesamten Nordkreis kamen, hat die Indeland GmbH den Entschluss gefasst, diese am Sonntag, 9. Juli, zu wiederholen. Start ist wiederum um 13.30 Uhr am Bergbaumuseum.

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