„Führerschein“ für den Umgang mit der Gehhilfe

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
7741181.jpg
Viele Senioren nutzen die Gelegenheit, auf dem eingerichteten Parcours ihren Rollator-Führerschein zu erlangen. Foto: Krol

Jülich. Selten waren rund um das St. Elisabeth-Krankenhaus in Jülich so viele Menschen mit Rollator zu sehen, und sie alle hatten das gleiche Ziel. Das Krankenhaus hatte zu einer Informationsveranstaltung zur Sturzprophylaxe eingeladen und damit die älteren Menschen ganz bewusst angesprochen.

Es ist eine alt bekannte Tatsache. Im Alter stürzen die Menschen wesentlich häufiger als in jungen Jahren, und zumeist bringt dies auch schwerwiegende Folgen mit sich. Hier gilt es vorzubeugen und die Senioren fit für ihren Alltag zu machen.

Das St. Elisabeth-Krankenhaus fühlt sich in die Pflicht genommen, zumal dort auch seit Oktober 2013 eine spezielle Station für geriatrische Patienten besteht. Hier werden jene älteren Patienten betreut, die aufgrund eines chirurgischen Eingriffes oder einer internistischen Erkrankung das Krankenhaus aufsuchen müssen.

Neben einem bestens geschulten Pflegeteam kümmern sich Dr. Andreas Backes, Facharzt für innere Medizin und klinische Geriatrie und Andreas Pieper, Oberarzt für innere Medizin auch Ergo- und Physiotherapeuten sowie Logopäden um die Patienten. Ziel ist es dabei eine weitere Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, und in 80 Prozent der Fälle gelingt es auch.

„Dies ist nicht nur eine große Aufgabe für uns. Es bedeutet auch viel Arbeit für die Patienten, denn ohne ihre Mitwirkung können wir nichts machen“, erklärt Dirk Offermann, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses. „Aber es hilft, und wir sind stolz auf diese Erfolge“, erklärt er weiter.

Wertvolle Tipps

Doch auch in der Vorbeugung fühlt sich die Einrichtung in die Pflicht genommen, und so wurde die Idee zu dieser Veranstaltung geboren. Die beiden Fachärzte informierten in einem Kurzvortrag über die Ursache von Stürzen und gaben den zahlreichen Zuhörern wertvolle Tipps an die Hand.

So rieten sie ihnen, regelmäßig Seh- und Hörtests vornehmen zu lassen und den Hausarzt aufzusuchen. Außerdem, so betonten sie, sei es wichtig, die Hilfsmittel, die zur Verfügung stehen, zu nutzen. „ Ein Rollator ist keine Schande, sondern ein wichtiges Hilfsmittel, um Stürze zu vermeiden“, war der wichtigste Rat an diesem Tag.

Nadja Trowski-Muckenheim unterstrich dies und gab weitere Anregungen. So betonte sie, dass eine gute Beleuchtung im Haus wichtig sei, Stolperfallen müssten vermieden werden.

Nach der theoretischen Unterweisung ging es nach draußen, denn dort stellten Firmen nicht nur ihre Produkte vor. Auch das eben Gehörte konnte praktisch umgesetzt werden. Mit Hilfe von Therapeuten wurden die Senioren mit dem richtigen Umgang mit einem Rollator vertraut gemacht.

Slalomkurse galt es zu bewältigen, das Ein- und Aussteigen aus einem Bus mit Rollator, eine Steigung hinauf und hinunter zu gehen, konnte geübt werden und vor allem das richtige Bremsen. Zum Abschluss des Parcours wurde jedem Teilnehmer ein Rollatorführerschein ausgestellt. Wer wollte, konnte Sehschärfe und Gehör testen. Zudem war die geriatrische Station zur Besichtigung geöffnet. Zur Stärkung gab es Kaffee, Kuchen und frische Waffeln, damit auch der gemütliche Teil nicht zu kurz kam.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert