„Frohsinn” multimedial und ein kleines Jubiläum

Von: ptj
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Welcher Hund Herrn Tittori (Wo
Welcher Hund Herrn Tittori (Wolfgang Schulz/rechts) gebissen hat, ist für Herrn Professor (links/Wilfried „Shorty” Küper) von großer Bedeutung. Mitten im Geschehen Frau Professor (Anja Matzerath), die Geliebte von Tittori. Foto: Jagodzinska

Stetternich. Eine tolle Premiere im Rahmen ihrer beliebten Lieder- und Theaterabend-Reihe legte die Stetternicher „Gesellschaft Frohsinn” auf die Bühnenbretter der Bürgerhalle.

Gleichzeitig feiert die Gesellschaft ein „kleines” Jubiläum: 20 Jahre sind seit der „Wiederbelebung” des Vereins und seiner jährlichen Theaterabende vergangen.

„Sind das nicht Kracher?” - diese rhetorische Frage des Vorsitzenden Wolfgang Schulz zu Beginn bewahrheitete sich ganz offensichtlich: Erstmals bestritt das Damenquartett „Tonalita” mit den Sopranistinnen Ursula Keuter und Brigitte Mainz, Mezzosopranistin Claudia Rohowsky und Altistin Ulrike Werres den einleitenden Liederteil.

Klar und rein erklangen die Stimmen der Damen, die im Stetternicher Kirchenchor singen, in einem von Pianistin Inge Duwe flott moderierten Programm. In historischen Kostümen erhoben sie ihre Stimmen in italienischer Sprache zu Händels „Ombra mai fu” oder „Vivaldis rain”.

Rot glitzernde Oberteile

Mit dem Kostümwechsel von historischen Outfits in rot glitzernde Oberteile wandelte sich auch das Liedgut: Über Dvoraks „Der kleine Acker” oder „Theres a place for us” aus der Westside-Story mündete ihr Repertoire schließlich im kölschen „Hey Kölle”. Der begeisterte Applaus des Publikums lässt eine Wiederholung ahnen.

Der „Theaterbereich”, jeweils eingeleitet von einem humorvoll dichtenden Rudi Muschalek als Moderator, startete mit dem Lustspiel von Sabine Schüffelchen „Ich mach das schon”: In einer Notsituation stellt der selbstständige Unternehmensberater Ulrich Halmackenreuther (Sascha Maßmann) trotz anfänglicher Zweifel die deutschstämmige Osteuropäerin Erika Pottlich (Ines Ponten) als seine Assistentin ein.

Schon am ersten Abend hat diese nicht nur die Hälfte seiner Termine gestrichen, sondern auch eine neue Freundin für ihn ausgesucht. Freundin Franziska Pütz (Hannah Biener), die kurz ins Büro stürmte, fand Erika nämlich „zum Arbeiten zu faul, zum Kinderkriegen zu eitel”. Deshalb fiel ihre Wahl auf die ebenfalls osteuropäische Nachbarin Monika Müller (Elvira Boltes).

Grotesker Einakter Höhepunkt

Überraschend leicht lässt sich Halmackenreuther an die Leine nehmen. Gefühlter Höhepunkt des Abends war nach der „großen Pause” mit Sekt und Brötchen der groteske Einakter „Der Hund im Hirn”, eine historische Komödie von Curt Goertz nach klassischer Vorlage: Der Herr Professor (Wilfried „Shorty” Küper), von seiner Frau „Pennemätzchen” genannt, kommt unerwartet früh von einer Reise zurück.

Er hegt den Verdacht, dass seine schöne und lebensfrohe junge Frau Eva (Anja Matzerath) ihn mit Herrn Tittori (Wolfgang Schulz) betrügt. Diener Johann (Michael Struth) gibt zuvor, rezitierend im trüben Licht des vollbesetzten Saals, den Besuchern die Richtung vor. Von Johann erfährt der Professor, dass Tittori von einem Hund in den Arm gebissen wurde und weiß Bescheid: Er selbst wurde einst bei seinem ersten Kuss mit Eva von ihrem eifersüchtigen Hund Hektor gebissen. Er geht souverän mit dem Thema um und verarztet die Hand des Rivalen, als dieser Eva einen Besuch abstattet.

Auf ein Stichwort des Dieners hin erfährt Eva, dass ihr Hund wegen Tollwut eingeschläfert werden musste. Die Nervosität des Liebespaares steigert sich in ein Flehen Tittoris, der völlig außer sich gerät, ein Mittel gegen Tollwut gespritzt zu bekommen. Dazu ist der Professor nur bereit, wenn Tittori gesteht, Evas Liebhaber zu sein. Plötzlich bellt vor der Türe ein Hund...

Der donnernde Applaus wollte kaum ein Ende nehmen. Weitere Lieder- und Theaterabende finden statt am Freitag, 25. November, um 19 Uhr, und Samstag, 26. November, um 18 Uhr in der Bürgerhalle Stetternich.
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