„Frohsinn”: 20. Lieder- und Theaterabend ist ein Volltreffer

Von: ptj
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Das Rendezvous mit Heidi Fleis
Das Rendezvous mit Heidi Fleischmann (Sascha Massmann) setzt der Story um den Witwer Alexander Lehmann (Bert Voiss) die Krone auf. Foto: Jagodzinska

Stetternich. Mit einem Abend füllenden und erstklassigen Programm feierte die Stetternicher Gesellschaft „Frohsinn” die 20. Auflage ihres beliebten Lieder- und Theaterabends seit der „Wiederbelebung” 1991.

Zum zweiten Mal in Folge übernahm das fünfköpfige Ensemble „Tonalità” unter Leitung von Inge Duwe den Eröffnungspart, den einst Männerchöre inne hatten.

Die klaren Stimmen zum begleitenden Klavierklang erwärmten die Herzen der 108 Gäste der Premiere in der Alten Schule Stetternich. Ansprechend waren zudem amüsante Ansagen aus dem Munde der Pianistin Inge Duwe und eine tolle Choreografie mit flotter Gestik und Mimik der Sängerinnen, der Sopranistinnen Ursula Keuter und Brigitte Mainz, Mezzosopranistin Claudia Rohowsky und Altistin Ulrike Werres. Zum Repertoire zählten Stücke aus der Feder von John Dowland aus dem 16. Jahrhundert wie „What if I never speed” oder „Come again”, die bestens mit dem Outfit der Sängerinnen harmonierten.

Als „kleine Finesse” legten die Damen später ihre Polyesterjacken im matten Seidenglanz ab, um in roten Glitzeroberteilen Ohrwürmer wie „Somewhere over the Rainbow”, aber auch Auszüge aus (Volks-) Opern in Vollendung zu Gehör zu bringen.

Ein Original-Duett aus „Figaros Hochzeit” übertrugen sie im Anschluss auf Stetternicher Verhältnisse: „Wenn der kühle Wind über unseren Ellbach weht und der Wolfgang die große Krise kriegt”, hieß es in einer Passage. Die Rede ist hier vom ersten Vorsitzenden und Moderator Wolfgang Schulz. Donnernder Applaus und Blumen belohnten die herausragende Leistung der Damen.

Es folgte die von einer Pause mit Getränken und Häppchen unterbrochene Komödie „Eine Herzensangelegenheit” von Donald R. Wilde in zwei Akten: Die Hauptrolle spielte souverän „Bühne 80”-Regisseur und Schauspieler Bert Voiss. Seit „einem Jahr, einem Monat und 37 Minuten” Witwer, leidet der Gynäkologe Alexander Lehmann eigentlich nur unter dem Verlust seiner geliebten Ellen, mit der er des Nachts immer noch Zwiesprache hält und nicht nur deshalb etwas wunderlich wirkt. Die Aufforderung seines Sohnes, Rechtsanwalt Joshua (Nicholas Heck), sich wieder eine Frau zu suchen, ignoriert er. Bis ihm Ellens treue Freundin Julia Simons (Lilo Knabel-Biener) ebenfalls Witwe, Ellens letzten Willen eröffnet.

Die verstorbene Gattin hatte vor ihrem Ableben eine Liste mit drei Namen erstellt. Eine von ihnen soll Alexanders neuer „Lebensmittelpunkt” werden. Widerwillig lässt sich der Witwer von Julia überreden, sich diese Frauen wenigstens „mal anzuschauen”. Nun jagt eine Katastrophe die nächste: Die „esoterische Kräuterhexe” Lucia Stanke (Ines Ponten), die ihm „die Löffel verbiegen will”, gibt der „feministischen Propagandistin” Deborah Hartmann (Hannah Biener) die Klinke in die Hand. Aus ersterer Begegnung geht Alexander mit Blessuren heraus, nach letzterem Rendezvous landet er sogar im Gefängnis. Wie gut, dass sein Sohn in Gesetzesangelegenheiten bewandert ist.

Jetzt wird die Handlung immer abgedrehter. Ein Engel in Gestalt von Rudi Muschalek erscheint dem Witwer in Begleitung seiner toten Frau (Rosemarie David). Der Himmelsbote übersetzt Alexander von Ellen soufflierte Nebenaspekte seiner „sauberen” Ehe, bevor er mit der Verstorbenen wieder gen Himmel aufsteigt.

Sohn Joshua liebäugelt am nächsten Morgen bereits mit einer psychotherapeutischen Behandlung seines Vaters, als ihm die unglaubliche Story zu Ohren kommt. Dennoch kommt es zum letzten geplanten Rendezvous, diesmal mit der sexy Heidi Fleischmann (Sascha Massmann), die der bisherigen Handlung die Krone aufsetzt.

Schlussendlich erkennen Alexander und Julia natürlich Sinn und Zweck der aufgestellten Kandidatinnen-Liste.

Die stehenden Ovationen des begeisterten Publikums zum klasse Spiel der Akteure wollten kaum enden. Eine mehr als würdige Jubiläumsaufführung, im Übrigen mit neuer Lichtanlage, fand ihren Schlusspunkt.

Aufführungen und Requisitenabverkauf

Die Aufführung wird noch gezeigt am Freitag, 9. November, um 20 Uhr, und am Samstag, 10. November, um 19 Uhr an gleicher Stelle.

Die Bühnenrequisiten aus zweiter Hand werden nach den Aufführungen kostengünstig abgegeben.

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