Linnich - Frischzellenkur für Linnicher Rurbrücke

Frischzellenkur für Linnicher Rurbrücke

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
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Die Pläne zur Sanierung der Rurbrücke in Linnich liegen vor. Auffälligste Änderungen werden ein neues Geländer und ein Farbkonzept sein. Foto: Jonel

Linnich. 33 Brücken im Stadtgebiet Linnich wurden unter die Lupe genommen. Bei drei Bauwerken besteht nach Expertenansicht Handlungsbedarf. Das verschlingt eine Menge Geld: Knapp 850.000 Euro fließen insgesamt in nächster Zeit in den Erhalt der Infrastruktur.

Dabei hat die Stadt in gewisser Hinsicht noch Glück gehabt, denn das größte Bauwerk, das am Eingang der Kernstadt die Rur überspannt – die Heinrich-Weitz-Brücke –, muss „nur“ saniert werden. Ein Neubau mit Kosten im zweistelligen Millionenbereich bleibt Linnich hier erspart. Erneuert werden müssen allerdings die Brücken in Boslar (Degerstraße/65.000 Euro), die schon über ein Jahr gesperrt ist, und am Glasmalerei-Museum (300.000 Euro), was die Linnicher Politik ziemlich ärgert (Bericht unten).

Die Heinrich-Weitz-Brücke in Linnich bekommt also eine umfangreiche Kur verschrieben. Sie soll im Rahmen der Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) komplett saniert werden. Ingenieur Dr. Andreas Boué aus Aachen stellte im Bau- und Liegenschaftsausschuss die Planung vor, die Grundlage des Zuschussantrags wird.

Ein komplette Umgestaltung des „sehr langen großen Bauwerks“ schloss Dr. Boué aus. Das komme einem Neubau gleich, und der sei ja „kein Thema“. Die Sanierungsmaßnahmen bestehen daher aus vier wesentlichen Punkten.

Da wäre zum einen das Geländer. Das vorhandene „ist in einem unzulässigen Zustand“. Also müsse ein neues Geländer her. Gänzlich verschwinden werden mit dem alten Schutzgitter die Schrammbords (Schutzbordsteine) beidseits der Fahrbahn. Sie sind aus Beton gegossen und bereiten der Brückenkonstruktion wegen der unausgegorenen Entwässerung Probleme.

Ohne Schrammbords und dank einer Verbreiterung der Brücke um insgesamt 1,60 Meter biete der dann zur Verfügung stehende niveaugleiche Verkehrsraum „flexible Gestaltungsmöglichkeiten“, sagte Boué. So könne dem Fußgänger mehr Platz eingeräumt werden. Vor allem wäre eine Spur für Fahrradfahrer möglich, die in den Vorgesprächen gefordert worden war.

Beleuchtung für die Brücke

Ein wesentlicher Bestandteil der Sanierung wird der Korrosionsschutz sein, den die Brückenkon­struktion aus Stahl und Beton erhält. „Das ist es auch schon. Der Rest ist Farbe“, schloss Boué seine Vorstellung, wobei es sich bei dem „Rest“ keinesfalls um einen Einheitsanstrich handeln soll. Mit einem abgestuften Farbkonzept soll die offene Konstruktion der Brücke aus Stahlgeländer und stählernen Tragelementen eine gefällige und teils kaschierende Optik erhalten.

Das Thema Farbe könnte von den neuen Laternen aufgegriffen werden, die Boué vorschlägt. Je zwei Masten pro Brückenseite sieht die Planung vor. Sie leuchten die gesamte Brücke aus. Dank LED-Technik könnte die Brücke farbig angestrahlt werden, schlug Boué vor.

Der Planer geht von einer Bauzeit von einem Jahr für die komplette Sanierungsmaßnahme aus, wobei der Verkehr in dieser Zeit weiterhin über die Brücke fließen kann. Angesichts der unliebsamen Erfahrung mit der Mühlenteichbrücke am Glasmalerei-Museum, die vom Sanierungsfall zum Neubau mutierte, kam fast zwangsläufig die Frage nach möglichen „Überraschungen“, die die Heinrich-Weitz-Brücke eventuell noch bergen könne. Dr. Andreas Boué beruhigte die Gemüter. „Man kann versteckte Mängel ausschließen. Definitiv.“

Der Ausschuss fasste einstimmig den Grundsatzbeschluss, die Gestaltung der Heinrich-Weitz-Brücke im Rahmen des IHK anzugehen. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf 477.000 Euro. Rund 122.000 Euro davon trägt die Stadt aus ihrem Haushaltstopf „Unterhaltung von Brücken“ bei.

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