Frischling „Pepe“ meistert seine Feuertaufe

Von: hfs.
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Die Barmener Jecken waren vom Auftritt der „Sandflöhe“ begeistert, ebenso wie der neue Sitzungspräsident, Pepe Burghard Schmitz. Foto: hfs.

Barmen. Mit der Showtanzgruppe „Next Generation“ schickt die KG Bärmer Sandhase schon seit Jahren ihre große Garde auf die Bühne. Seit dem Wochenende hat auch die nächste Generation in der „Sitzungsriege“ Platz genommen.

Denn erstmals zog „Pepe“ Burghard Schmitz als Sitzungspräsident die Register, stand einer knapp fünfstündigen Sitzung vor, die wiederum mit einer närrischen Rakete der Extraklasse belohnt wurde.

Nein, große Worte sind nicht sein Ding, dass man sich als „Sitzungspräsident-Frischling“ verhaspelt, die eine oder andere notwendige Rakete vergisst – geschenkt. Der Auftritt machts, und den bewältige Pepe, das Barmener Eigengewächs, mit Bravour. Er huldigte seinem Vorgänger Helmut Pelzer, der 28 Jahre als Sitzungspräsident fungierte, mit einem Lied.

„Nein, nur mit einer Urkunde lassen wir dich nicht gehen“, meinte „Pepe“, holte seine Gitarre und bediente sich Udo Jürgens Song, den dieser 1978 für den damaligen Fußball-Bundestrainer Helmut Schön schrieb. Mit „Der Mann mit der Mütze geht nach Haus“, rührte Schmitz von der „langen Zeit von Helmut, sie ist aus, unsere Achtung nimmt er mit und unseren Applaus“ die Herzen, wobei der eine oder andere seine Tränen nicht unterdrücken konnte.

Stilvoll

Dass Pepe danach seinen Vorgänger zum Ehren-Sitzungspräsidenten ernannte, war stilvoll, Hut ab gebührte ihm aber für seine Idee, im Laufe der Sitzung an den Terroranschlag von Paris zu erinnern. „Su simmer all he hinjekumme, mir sprechen hück all dieselve Sproch. Mir han dodurch su vill jewonne“ intonierte er das Lied der Bläck Fööss. Stehende Ovationen waren ihm sicher.

Es folgte die Darbietungen der eigenen Tanzgruppen – ob Sandflöhe, Sandhasen, gemischte Garde oder Next Generation, die Mädchen und Jungs zeigten auch schwierigste Schrittformationen. Was man erreichen kann, dies zeigte die mehrfache Deutsche Meisterin und Europameisterin im Solotanz, Silke Frey. Ihr eifert die achtjährige Fanny Heinen nach.

Dass Büttenasse nicht immer nur aus Düsseldorf oder Köln, sondern auch aus Straeten oder Wegberg kommen können bewies Helmut Schröders als der singende Wirt. Gesungen hat er wenig, dafür bestens humorvolle Rhetorik zum Besten gegeben. Zum Beispiel seine Ode an die „Stadt Jülich, mit den vielen Geschäften, die aber alle zu sind.“ Nicht als Mann der lauten Töne, sondern als charismatischer Ortsvorsteher und Landwirt kam Hastenraths Will nach Barmen, für ihn „Deutschlands Ort am Knotenpunkt der A 44 zwischen Koslar und Tetz.“

Ihm gelang der Spagat zwischen zotenfreier Narretei und erfrischendem Humor, Eigenschaften, die man bei Manni, dem Rocker (Manfred Martin Nutsch-Mai) aus Düsseldorf vergebens suchte. Kurzum, mit alten Kamellen kann man nicht überzeugen. Mr. Tomm aus Berlin präsentierte sich als Star mit den Stimmen der Stars. Ob Michael Jackson, Charles Aznavour, Bata Ilic, Tina Turner oder Gilbert Becaud, der studierte Musiker bot eine Parodieshow, imitierte Gestik und Kostüme von 15 Stars, wobei er deren Lieder allesamt live sang.

Der Wechsel der Charaktere geschah blitzschnell und raffiniert. Denn wenn Mr. Tomm hinter seiner Wand scheinbar eine Treppe hinunterging, kam er auf der anderen Seite schon wieder als neuer Star hervor. Die Zugaberufe wollten nicht enden. Ohne eine solche ließ man auch nicht die Drieschboys, das Herrenballett, von der Bühne, die mit martialischem Schwerterkampf zu Rockmusik den Weg freimachten für die Mennekrather, sozusagen die Hausband der Sandhase.

Die beendete einen rauschenden Sitzungskarneval in Barmen, der mit dem Einzug des Fanfarencorps aus Würm mit dem Elferrat aus dem Dörflein an der Rur begonnen hatte.

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