Freud‘ ist manchmal „nit esu einfach“

Von: ptj
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Trotz nächtlichen Terrors in Paris: Die Jülicher Jecken stimmen sich auf dem Marktplatz auf die Session ein. Foto: Jagodzinska
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Vize-Bürgermeister Wolfgang Gunia bringt mit einem Schlag das kühle Nass zum Fließen. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Eine Sessionseröffnung sollt‘ eejentlich ein Fest d‘r Freude sin. Nochdem, wat jestern passeet is, is dat nit esu einfach“, brachte Heinrich Ningelgen, Präsident der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus, den nächtlichen Terror in Paris ins Gedächtnis der vielen Jecken, die sich auf dem Jülicher Marktplatz eingefunden hatten, um sich in die Session einzuschunkeln.

„Gefährlich ist‘s, den Leu zu wecken... doch der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn“, zitierte Ningelgen aus Schillers Werk „Das Lied von der Glocke“ und bat darum, für eine Gedenkminute die „Kapp afzudonn“. Vorher und nachher wurde allerdings kräftig auf die sowieso äußerst kurze Session angestoßen.

Eine auffallende Neuerung gab es in der „Kleinen Kö“, wo das von der Sparkasse gesponserte 50-Liter-Fässchen nicht wie in den letzten Jahren auf den Stufen zur Pizzeria angeschlagen wurde. Die Historische Gesellschaft war mit ihren Gästen, den Jülicher Karnevalsgesellschaften und dem Blasorchester St. Jakobus Alsdorf/Warden, deutlich näher an den Lazarusbrunnen herangerückt und hatte dort sogar eine Holztheke platziert. Weil Sparkassenchef Uwe Willner „dat Jeld zälle muss“, schlug Rurblümchen-Präsident Frank Kutsch das Fass an. Er hatte gleich auch den dazugehörigen Hahn gestiftet. „Wir haben jetzt unseren eigenen Hahn“, freute sich Ningelgen.

Nach dem traditionellen gemütlichen Klaaf zogen die Gesellschaften, neben Lazarus Strohmanus die Rurblümchen, Rursternchen, die KG Ulk in zivil, die CCKG, die Broicher KG „Stopp dä Mutz“, Mitglieder der Herzogstädter und die Stadtgarde mit Blaskapelle am Schlossplatz vorbei zum Markt, wo das städtische 50-Liter-Fässchen lockte.

Wer sich darauf gefreut hatte, dass der als Vollblutkarnevalist bekannte Bürgermeister Axel Fuchs den Hammerschlag auf das Fässchen tätigen würde, wurde enttäuscht. Fuchs war aus einem trifftigen privaten Grund entschuldigt und wurde durch Wolfgang Gunia vertreten, der allerdings auch mit einem Schlag das kühle Nass zum Fließen brachte.

Nachdem zwei CCKGler mit einem großen Plastikkanister mit klarer Flüssigkeit gesehen wurden, wird vermutet, dass nicht nur das Freibier in Strömen floss. Bevor das Bühnenprogramm mit dem Coverduo „Fun 4 you“ und den flotten Tänzen der Stadtgarde über die Bühne ging, schlug Gunia den „allerwertesten“ Präsidenten Ningelgen als Kandidaten für das Unesco Weltkulturerbe vor.

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