Merzenich - Freiwillige Feuerwehr ab September für Autobahn 4 verantwortlich

Freiwillige Feuerwehr ab September für Autobahn 4 verantwortlich

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Bei Unfällen auf der neuen A 4 künftig die Freiwillige Feuerwehr Merzenich im Einsatz sein. Foto: Roeger

Merzenich. Die Gemeinde Merzenich bekommt eine Autobahnanschlussstelle und damit bekommt die Freiwillige Feuerwehr ein neues Zuständigkeitsgebiet: Sie wird ab September bei Unfällen und Ölspuren auf die verlegte A4 ausrücken.

In Fahrtrichtung Köln reicht das Einsatzgebiet bis zur künftigen Abfahrt Elsdorf, in Fahrtrichtung Aachen bis zur Anschlussstelle Düren. „Das ist eine große Aufgabe für die kleinste Feuerwehr im Kreis Düren“, sagt Wehrleiter Patrick Harzheim. Die Bezirksregierung hat die Strecke der Feuerwehr zwar noch nicht offiziell zugewiesen, aber schon seit Monaten arbeitet Patrick Harzheim an einem Alarmierungskonzept.

Am schnellsten zur Stelle

„Früher war es so, dass die nächstgelegene Berufsfeuerwehr für die Autobahn zuständig war“, erklärt der Wehrleiter. Die Bezirksregierung habe dies aber neu geregelt, so dass heute die Feuerwehr zuständig ist, die am schnellsten zur Stelle ist. Und das sind die Löschgruppen der Gemeinde Merzenich. In Titz und Aldenhoven sind im Kreis Düren bereits Freiwillige Feuerwehren für Autobahnabschnitte zuständig.

„Für eine kleine Feuerwehr ist das eine Herausforderung“, sagt Patrick Harzheim, der aber überzeugt ist, dass die Merzenicher diese Herausforderung bewältigen werden. Dafür sei jedoch viel Vorarbeit gefragt. „Es gibt ein paar Dinge, die auf Autobahnen anders ablaufen. Das müssen wir üben“, erklärt der Feuerwehrmann.

Nicht alles können die Merzenicher Einsatzkräfte alleine stemmen. Vor allem für die Zeit zwischen 6 und 18 Uhr – also wenn viele Feuerwehrleute arbeiten sind – braucht die Wehr der Gemeinde Unterstützung. Bei Freiwilligen Feuerwehren rechnet man damit, dass von fünf alarmierten Personen eine zum Einsatz kommen kann. Harzheim hat eine Tabelle erarbeitet, in der genau festgelegt ist, welche weiteren Löschgruppen über das Gemeindegebiet hinaus bei bestimmten Einsatzstichworten alarmiert werden (siehe Infokasten). In acht Minuten muss die erste Gruppe an der Autobahnauffahrt sein, die zweite hat fünf Minuten länger Zeit.

„Wir haben schon jetzt Einsätze, in denen wir mit den gleichen Problemen zu tun haben. Die Abläufe kennen wir. Auf der Autobahn ist aber alles eine Nummer größer, das Schadensmaß ist höher, die Wahrscheinlichkeit schwerer Unfälle deutlich größer“, erklärt Harzheim. Wenn eine Autobahn im Zuständigkeitsgebiet liege, steige auch die Wahrscheinlichkeit mit Verkehrstoten konfrontiert zu werden. Harzheim spricht von einer zusätzlichen Belastung für seine Kameraden: „Dafür stehen uns aber Notfallseelsorger zur Seite.“

Patrick Harzheim hofft, dass es auf der A4 ruhiger wird, als es in den vergangenen Monaten der Fall war. Aber auch wenn vermeintlich „nur“ eine Ölspur auf der rechten Fahrbahn den Verkehr behindert, wird die Feuerwehr im Einsatz sein – bei einer beachtlichen Menge vorbeirasender Autos. „Die Aus- und Weiterbildung ist vor diesem Hintergrund sehr wichtig.“

Wichtige Weiterbildung

Auf der Autobahn müssen die Einsatzkräfte zu allererst den Verkehr zum Erliegen bringen. „Das muss natürlich geübt werden“, betont Harzheim. Wie wird der Verkehr ausgebremst? Wie werden Pylonen gesetzt? Und wie wird die Sperrung nachher wieder aufgehoben, damit der Verkehr fließen kann? Im Sommer stehen Schulungen und Übungen – auch auf der Autobahn –an, damit die Wehrleute einen Eindruck von den Dimensionen bekommen.

In einer Arbeitsgruppe konzipiert die Wehr derzeit einen „Standardeinsatzplan“, der den Feuerwehrleuten für einen Einsatz auf der Autobahn klare Handlungsvorgaben macht. „Wir müssen einen Einsatz mit allen personellen Konstellationen bewältigen können“, betont Harzheim. Im nächsten Schritt werde dann ein Funkkonzept erarbeitet, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen.

Auch ein paar neue Anschaffungen hat die Gemeinde bereits getätigt. So wurde ein Tanklöschfahrzeug bestellt, das den Anforderungen entsprechend 4000 Liter Löschwasser fasst. Zudem müssen größere Pylonen und eine Heckwarnanlagen für die Feuerwehrfahrzeuge angeschafft werden. Wegen der überörtlichen Zusammenarbeit müssen darüber hinaus Kostenerstattungen für eingesetztes Material, zum Beispiel Schaummittel, und Versicherungsfragen geklärt werden.

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