Freifunk-Netz in Jülicher City wird immer dichter

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
Freifunk
Freies Surfen in der Innenstadt: „Freifunker“ Gerd Heidenreich zeigt, dass das auf der Kölnstraße schon möglich ist. Foto: Guido Jansen
10349261.jpg
Dezernentin Katarina Esser (r.) freut sich über das Engagement von Gerd Heidenreich (2.v.r.) und Jürgen Rinne vom Freifunk-Verein und testete mit Praktikant André Esser (l.) den Hotspot. Foto: Stadt

Jülich. Der Freifunk in der Herzogstadt entwickelt sich zum „Freu-Funk“: zumindest für alle, die in der Innenstadt gern kostenlos im Internet surfen. Sie können das an immer mehr Stellen tun. 50 sind es im Moment. Dort stehen die WLAN-Router des Vereins Freifunk Rheinland, angeschlossen an die Internetleitung von Privat- und Geschäftsleuten, um das Netz frei empfangbar zu streuen.

Teile der Kleinen Rurstraße, des Marktplatzes und der Kölnstraße sind so versorgt, dass dort freies Internet zur Verfügung steht. Surfen im Vorbeigehen – quasi.

Um die Innenstadt flächendeckend zu versorgen, ist das Netz noch nicht stark genug. Damit Jülich surfen kann zwischen Post und Hexenturm, Neuem Rathaus und Zitadelle, seien rund 200 bis 300 Router notwendig. Das schätzen Gerd Heidenreich, Jürgen Rinne und Klaus Pfeiffer von der Initiative „Freifunk für Jülich und Linnich“, die dem Freifunk-Verein angehört. Der Verein Stadtmarketing Jülich hilft jetzt dabei, die Funklöcher zu stopfen.

Dazu bietet der Verein an, die Finanzierung der Modems und Router zu übernehmen, wenn ein Anschlussinhaber bereit ist, Teile der Kapazität seiner Internetleitung für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Zwischen 20 und 60 Euro kostet ein solches Gerät. Dem „digitalen Gastgeber“, also demjenigen, der sein Internet öffnet, entstehen so bis auf den Stromverbrauch des Gerätes keine weiteren Kosten. Der Internetanschluss liegt ja schon vor.

„Es ist ein Wunsch vieler Besucher in der Innenstadt, ein freies Internet zu haben“, sagt Wolfgang Hommel, der Vorsitzende des Vereins Stadtmarketing. „Ein solches Angebot macht die Innenstadt attraktiver“, erklärt Hommel. Um die Hürde der Finanzierung des Freifunks zu überwinden, springt das Stadtmarketing in die Bresche und bietet allen Geschäftsinhabern und Bewohnern an für das freie Internet strategisch günstigen Punkten an, die Kosten für die Geräte zu übernehmen.

Neben dem Geld gibt es ein weiteres Hemmnis, nämlich die Sorge um die Haftung, falls ein Internetnutzer online dubiose bis strafbare Dinge tut. Freifunk ist so modifiziert, dass der „digitale Gastgeber“ zwar die Bandbreite seines Anschlusses zur Verfügung stellt, aber das Signal in der Öffentlichkeit als Freifunk-Signal empfangbar ist. Und Freifunk selbst genießt das Providerprivileg, kann somit nicht haftbar gemacht werden.

Je mehr, desto besser

Digitaler Gastgeber kann auch werden, wer über keinen eigenen Internetanschluss verfügt, indem er einen Router bei sich aufstellt, der ein anderes Freifunk-Signal verstärkt. „Je mehr beim Freifunk mitmachen, desto stärker wird das Signal“, sagt Freifunker Gerd Heidenreich. Rasant schnelle Internetleitungen schafft Freifunk in der Innenstadt nicht. „Aber es reicht ganz sicher, um eine Art digitale Grundversorgung zu gewährleisten“, erklärt Jürgen Rinne.

Mails ab- und Seiten im Internet aufrufen – das sei ohne weiteres möglich. Einen kleinen Härtetest hat der Freifunk-Verein beim Kunsthandwerkerinnenmarkt absolviert. Zu Spitzenzeiten seien 100 Menschen gleichzeitig über das frei erreichbare Netz eingewählt gewesen, das es mittlerweile in vielen deutschen Städten gibt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert