Freie Fahrt durch die Eifel en miniature

Von: ptj
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Hochbetrieb auf der Clubstrecke: Drei Züge passieren gleichzeitig den Bahnhof „Warstein“. Foto: Jagodzinska

Jülich. Für viele Eisenbahnliebhaber ist der jeweils erste Montag im Jahr ein fester Termin. Dann findet in den Clubräumen des Eisenbahn-Amateur-Klubs Jülich (EAKJ) im Nordflügel des Kulturahnhofs der „Geschenkefahrabend“ statt.

Wer also zu Weihnachten Modelleisenbahnzüge bekommen hat, darf sie sogleich auf der rund 45 Meter langen Zwei-Leiter-Gleichstromanlage in HO-Spur mit liebevoll gestalteter Miniaturlandschaft, Flurbrücke und vier Bahnhöfen fahren lassen.

Herzlich eingeladen ist aber auch jeder, der einfach nur schauen, fachsimpeln oder sich Anregungen holen möchte. Rege nutzten etliche Gäste bei der sechsten Auflage alle Angebote.

Aus organisatorischen Gründen herrschte am offenen Fahrabend analoger Fahrbetrieb. Nicht fehlen durften aber gelegentliche Demonstrationen des digitalen Fahrbetriebes, bei dem jeder EAKJ-ler seinen Zug selbst begleitet.

„Warstein hier. Ja, kann kommen...“, hörte man Klubmitglied Marcel Haynk am Telefon die Anmeldung eines Zuges bestätigen, während ein Junge neben ihm selbst die Geschwindigkeit seines Zuges steuerte. „Die Lok braucht eine Mindestspannung, um loszufahren“, erklärte Sonderfahrtenkoordinator Winfried Banse währenddessen anderen Kindern am Kopfbahnhof Reißdorf.

Was ist der Vorteil des digitalen Fahrbetriebes? „Man kann das langsame Anfahren oder die Rangiergeschwindigkeit über Handy einprogrammieren, genauso wie Fahrgeräusche“, erläuterte Vereinsvorsitzender Rudi Haas und zückte zu Demonstrationszwecken sein Smartphone. Mit Hilfe einer Systemuhr über der Anlage, die beabsichtigt „rund drei mal so schnell läuft wie eine normale Uhr, kann ein naturgetreuer Fahrplan nachgebildet werden“, führte Olaf Gardeick auf Anfrage gerne aus.

Wer regelmäßig Gast bei den Eisenbahnern ist, lässt sich sogleich von Vereinsmitgliedern im Umbau befindliche oder bereits vollendete Neugestaltungen zeigen. Stolz präsentierte Haas das neue Bahnbetriebswerk am Kopfbahnhof „Reißdorf“ mit Kohlenbanse und Besandungsturm, Drehscheibe und Lokschuppen, dessen sechs Türen sich automatisch öffnen. Im Hintergrund ist auf einem begrünten Gipshügel eine aus flexiblen Styrodurplatten gefertigte Burganlage mit Eifel-Flair zu sehen.

Für eine weitere ansprechende Neuerung haben sich die jungen Vereinsmitglieder ab 14 Jahren gekümmert. Über dem Haltepunkt Malzmühle mit seiner von Wald und Weinbergen geprägten Landschaft hängt ein erfundener Presseartikel mit der Überschrift „Weinbau trotz hoher Temperaturen“. Die Ortsmarke heißt „Malzmühle“, das dazugehörige Foto zeigt die Weinberge der Miniaturanlage.

Ein weiterer Bericht aus gleicher Quelle lädt zwischen dem Iktebachviadukt und dem Warsteiner Tunnel zur „Eisenbahn-Romantik in die Schweiz der Jülicher Börde“ ein. Weiter ausgestaltet ist auch ein Schotterwerk am „Königsberger Hartsteinbauwerk“, das zudem einen eigenen Lokschuppen erhalten hat. Im Schattenbahnhof Bitburg weist ein großer Touchscreen auf Computersteuerung hin.

„Sobald ein Zug auf die Lichtschranke fährt, wird er vom Computer angehalten“, erklärte Vize-Vorsitzender Michael Wegener. Ein weiterer Vorteil sei die digitale Kommunikation mit dem Eisenbahn-Knotenpunkt Königsbach, damit entfiele die Anmeldung von Zügen per Bahnhofstelefon. Erwähnenswert ist der mechanische geschaltete Modulbau der EAKJ-ler in einem Nebenraum. „Ein poliger Schalter stellt Strom auf die Weiche, dass es keinen Kurzschluss gibt“, führte Udo Schulz, Bereichsleiter Modellbahn aus.

In Konstruktion befindet sich hier im Übrigen der ehemalige Jülicher Kreisbahnhof auf der Adolf-Fischer-Straße, aus Platzgründen „etwas gestaucht“. Als Basis dienen etliche Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Originalgetreu nachgebaut ist bereits der ehemalige Lokschuppen mit aus Karton gelaserten Türen und Fenstern und aufgeklebten Ziegelsteinen.

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