Freibad Jülich: Hoffnung aufs Ferien-Finale

Von: Guido Jansen
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Gleich macht‘s platsch: In Jülich können die Besucher in ein Becken springen, das mit modernster Technik auf konstant angenehmer Temperatur gehalten wird. Foto: Guido Jansen
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Hier kommt die Wärme her: In diesem Container befindet sich das Salz, das das Wasser erwärmt.
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Gleich macht´s platsch: In Jülich können die Besucher in ein Becken springen, das mit modernster Technik auf konstant angenehmer Temperatur gehalten wird. Foto: Guido Jansen

Jülich. 100.000 Gäste pro Jahr im Freibad Jülich – das ist möglich, aber lange her. Frank Weber, der Teamleiter der Jülicher Schwimmbäder bei den Stadtwerken, erinnert sich. „1994 war das, in meinem ersten Jahr hier. Solche Zahlen werden so schnell nicht wiederkommen“, sagt Weber.

20.000 Besucher hatte das Bad in diesem Jahr bisher, 30.000 werden es nach Webers Einschätzung noch werden. Nicht viel, aber auch nicht wenig. „Es ist besser als in manchen Jahren, in denen wir insgesamt nur 20.000 Gäste hatten“, sagt Sigrid Baum, die Sprecherin der Stadtwerke. „Aber wir würden uns wünschen, dass es voller wäre.“ 100.000 pro Jahr, das würde problemlos passen.

Die Stadtwerke haben sich mehr erhofft, weil sie ihren Besuchern seit diesem Jahr einen Grund mehr bieten, ins Bad zu kommen: ein temperiertes Bad, das konstant von morgens bis abends 25 bis 26 Grad warm ist. Die Technik im Jülicher Freibad ist modern und bisher in Deutschland einzigartig.

„Es gab so viele Leute, die gesagt haben, dass sie häufiger kommen würden, wenn das Wasser morgens schon eine angenehme Temperatur hat“, sagt Weber. Das sei jetzt der Fall. „Aber deswegen haben wir leider nicht mehr Frühschwimmer.“ Ein Plus von 10.000 Besuchern ist notwendig, damit sich die neue Anlage lohnt. Im Moment ist dieser Zuwachs nicht in Sicht. „Vermutlich brauchen wir ein bisschen Geduld“, sagt Baum.

Beispielsweise mit dem Wetter in diesem Jahr. Drei Wochen war das Freibad geschlossen wegen der Folgen des Pfingst-Unwetters Ela. Ein paar Tage kamen zuletzt noch dazu, weil die Liegewiesen nach den starken Regenfällen unter Wasser standen. Außerdem vertrauen die Besucher aus Webers Sicht zu sehr auf Wettervorhersage. Sie planten am Tag vorher planen, ob sie schwimmen gehen. Ist die Vorhersage schlecht, werde der Besuch gestrichen. „Dabei ist das Wetter trotzdem oft gut. Vielleicht sollten die Leute lieber bei uns anrufen, statt auf Wettervorhersagen zu hören“, sagt Weber.

Schließlich kann es den Schwimmern im Wasser nicht mehr kalt werden. Der Grund ist der Wärmetauscher. Die Stadtwerke haben zwei Container angemietet, die das Salz Natriumazetat enthalten. Das speichert Wärme wie ein Taschenwärmer. Mit dem Wasser, das am Ende im Freibad ist, kommt das Salz natürlich nicht Berührung. Es gibt zwei abgeschlossene Wasserkreisläufe.

Einer vom Container zum Wärmetauscher und einer vom Wärmetauscher ins Becken. Im Wärmetauscher sind die zwei Leitungen verwickelt, die heiße Leitung wärmt die kalte auf. So fließt das abgekühlte Wasser zurück zum Container, um dort in einem Wärmetauscher wieder aufgewärmt zu werden, während das erwärmte Wasser ins Becken gepumpt wird.

Die zwei Container werden im Wechsel betrieben. Während der eine im Freibad seine Wärme abgibt, wird der andere am Hallenband an den Warmwasserstrom aus dem Blockheizkraftwerk angeschlossen und speichert so Wärme. Jeden Morgen um fünf Uhr werden die 14 Tonnen schweren Container auf einen Lkw geladen und getauscht. Der Besitzer des benachbarten Pferdehofs gestattet die Durchfahrt, so dass die Container zur Andockstation im Rücken des Freibads transportiert werden können.

Es dauert rund acht Stunden, bis dass die Wärme aufgebraucht beziehungsweise wieder gespeichert ist. „Das System funktioniert super. Wir können bis abends konstant 26 Grad halten. Und umweltschonend ist es auch noch, weil es völlig CO2-neutral ist“, erklärt Weber.

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