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Frauenpower regiert im Gymnasium Zitadelle

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Dr. Edith Körver ist seit fast vier Jahrzehnten mit der Zitadelle auf „Tuchfühlung“: als Schülerin, als Lehrerin, jetzt als Schulleiterin. Foto: Uerlings

Jülich. Seit gut acht Wochen weht ein anderer Wind durch das alte Gemäuer der Zitadelle. Rasierwasserduft gehört in einigen Büros der Vergangenheit an. Es mag paradox klingen, aber es hat sich im städtischen Gymnasium vieles hinter den Kulissen geändert, obwohl auf den ersten Blick kaum etwas zu bemerken ist.

 „Die Zitadelle“ wird erstmals von einer weiblichen Doppelspitze geführt. Vor zwei Monaten erhielt die neue Schulleiterin Dr. Edith Körver ihre Bestellungsurkunde, ihre Stellvertreterin ist Angelika Wilms-Markett.

„So viel Jülich“ gab es seit Jahrzehnten nicht mehr an der Spitze der Schule: Edith Körver ist Jülicherin und wohnt – anders als zwei Vorgänger – auch in der Herzogstadt. Sie kennt die Schule und ihre Leiter als Schülerin und als Lehrerin seit fast 40 Jahren. Mit ihren Worten: „Unter Dr. Renn kam ich in die Sexta, unter Herrn Tichlers machte ich Abitur, unter Herrn Reichard kam ich als Lehrerin an die Schule, und von Herrn Kreiner trete ich die Nachfolge an.“

Die 49-Jährige gesteht: „Ich bin froh, dass das Besetzungsverfahren beendet ist.“ Viele Menschen hätten sie unterstützt und ermutigt, standfest zu bleiben. Denn vor den Sommerferien im letzten Jahr wurde die einzige Edith Körver. Sie vermutet, dass ihr durch ihre Fachleiter-Tätigkeit an den Studienseminaren Aachen und Jülich ein wenig die sichtbare Präsenz gefehlt hat.

Diese Arbeit mit Referendaren über 15 Jahre aber könnte der Schule nun bei der Personalentwicklung zugute kommen. Diese externe Tätigkeit habe ihr sowohl einen Innen- als auch einen Außenblick auf die Schule eröffnet. Im November jedenfalls fand die Bewerbung ein einstimmiges Ende: Der Schulausschuss sprach der Bewerberin auf Vorschlag der Bezirksregierung seine Zustimmung aus.

Das wichtigste inhaltliche Ziel der neuen Chefin an der Zitadelle ist persönlich geprägt: „Ich habe dieser Schule eine gute Ausbildung zu verdanken – und genau das ist auch mein Anliegen.“ Eine gute Ausbildungsqualität in guter Arbeitsatmosphäre, dafür will sich Edith Körver engagieren.

Eine „Revolution“ hat die neue Direktorin sicher nicht im Sinn, denn sie sieht die Schule „sehr gut aufgestellt“. Das Niveau als „Leistungsschule“ zu halten und punktuell zu verbessern, bezeichnete sie im Gespräch mit der Redaktion als wichtigste Aufgabe der „Mannschaft“, denn Edith Körver sieht sich als „Teamplayerin“.

Im Detail sieht ihre Bestandsaufnahme so aus: „Wir haben ein naturwissenschaftliches Profil mit entsprechenden Räumen und natürlich exzellenten Kontakten zur FH und zum Forschungszentrum. Wir sind geisteswissenschaftlich stark. Es gibt drei Austauschprogramme mit Schulen in anderen Ländern. Und wir verfügen über ein kreatives Profil, derzeit mit dem Schwerpunkt Theater.“ Der bestens bekannte „Kreativ“-Pädagoge Pedro Obiera sei derzeit dabei, die Musikabteilung „wiederzubeleben“, indem Chor und Orchester neu aufgebaut werden.

Der „Lernort Schule“ steht laut Edith Körver vor neuen Herausforderungen, weil sich der Unterricht in Richtung Nachmittag verlagert. Eine Arbeitsgruppe soll Vorschläge entwickeln, um von der attraktiven Mittagspause bis zur sportlichen Betätigung (in Kooperation mit Vereinen) ein breites Angebot zu unterbreiten.

Alle weiterführenden Schulen stehen indes auch im Wettbewerb um immer weniger Kinder. Die Real- und Hauptschulen verschwinden nach dem Willen des Gesetzgebers, die Sekundarschule ist schon da. Jülich selbst hat drei Gymnasien, in der Peripherie gibt es eine Gesamtschule (Niederzier/Merzenich), vielleicht in Linnich/Aldenhoven bald eine weitere.

Für diesen Wettbewerb sieht Dr. Edith Körver sich und die größte Schule im Nordkreis mit 1100 Schüler(-innen) gerüstet und will sie in eine erfolgreiche Zukunft führen. Die neue Leiterin liebt das Gymnasium Zitadelle „von Herzen“. Sie hat sich „nur hier beworben“. Eine andere Schule wäre nicht in Frage gekommen.

In einer früheren Version dieses Artikels war fälschlicherweise von Dr. Renate Körver die Rede. Wir bitten um Entschuldigung und haben den Fehler korrigiert.

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