Frauennetzwerk wird 20 Jahre alt

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Gründerfrauen und „neue Frauen”: Sibilla Wolter (l.) und Angelika Pronten (2.v.l.) zählen wie Kirsten Müller-Lehnen (r.) zu den Gründerfrauen, (3.v.l.) ist die Vorsitzende Jutta Schultheiß, neben ihr Schriftführerin Irmgard Schumacher. Foto: Jagodzinska

Jülich. „20 Jahre Frauennetzwerk, das hört sich einfach an, wenn es vorbei ist”, sagte Sibilla Wolter, die „ständig rührige langjährige Vorsitzende”, wie ihre Nachfolgerin Jutta Schultheiß betonte. Mit frischem Schwung hat ein neuer Vorstand in den renovierten Räumlichkeiten des Vereins im KuBa die Arbeit aufgenommen.

Die Größe des Vorstands wurde von neun auf drei reduziert. Äußeres Zeichen der Veränderung ist ein neues Logo, bestehend aus drei biegsamen, einander zugeneigten Weiblichkeitszeichen verschieder Farbe und Größe.

Bei der fröhlichen Jubiläumsfeier mit Sommer-Bar, Cocktails wie „Zickendrink” oder „Madame Tussaud” durfte der obligatorische Rückblick nicht fehlen.

Kirsten Müller-Lehnen, die 1982 nach Jülich kam und vier Jahre später „nach einigem Kampf” um die Einrichtung einer Gleichstellungsstelle zunächst befristet als erste Gleichstellungsbeauftragte eingesetzt wurde, erzählte: „Wir haben jeden Abend beim Griechen gesessen und diskutiert, der hat jede Menge Geld an uns verdient”.

Bald war klar, die Anliegen der Frauen mussten in mehrere Bereiche aufgeteilt werden. So entwickelte sich die Jülicher Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen” mit dem Zuständigkeitsbereich „Gewalt gegen Frauen” oder die SPD-Frauen mit dem Kleiderlädchen. Es fehlte ein parteiübergreifender Zusammenschluss. „Wir müssen etwas für uns haben.”

Vor Vereinsgründung kam es zur Kollision mit dem Finanzamt, wie in einem Zeitungsartikel festgehalten. Dieser zählt zu den auf einer „Platte montierten Highlights” durch zwei Jahrzehnte, die Müller-Lehnen als Geburtstagsgeschenk überreichte. „Kann ein Verein, dem nur Frauen angehören, gemeinnützig sein?”, heißt es in der Unterzeile des Artikels.

Wolter erinnerte sich an „jede Menge Energie für Frauenprojekte, die wir damals hatten”. Die etwa 20 Gründerfrauen demonstrierten unter anderem mit „Brettern vor dem Kopf” mit der Aufschrift: „So wollen sie uns haben”. Ihre Treffen fanden in Gaststätten statt, bis der langgehegte Traum in eigenen Räumlichkeiten in der Wilhelmstraße in Erfüllung ging.

Fehlende Räume hinderten sie nicht an guten Ideen. So organisierten die Fauen Ausstellungen, zum Beispiel in der „Alten Weberei” in Rödingen, und stellten den ersten Frauenkunstmarkt in Jülich auf die Beine. Von ehemals 85 Mitgliedern bleiben noch 35.

Heute werden die Finanzen mit Eintrittsgeldern für Kurse, Vorträge, Workshops und Konfliktaufstellungen konsolidiert.
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