Linnich-Hottorf - Frauenleiche: Spuren der Bluttat führen nach Hottorf

Frauenleiche: Spuren der Bluttat führen nach Hottorf

Von: hfs.
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Viele Stunden lang hat die Polizei hier untersucht: Hinter diesen Mauern des Gehöfts in Hottorf wurde wahrscheinlich am Ostermontag die 27-Jährige Frau getötet. Dort hat auch einige Jahre der mutmaßliche Täter gelebt. Foto: hfs
Tatort Echtz Karte
Der Tatort in Linnich und der Wohnort des mutmaßlichen Täters liegen nah beisammen, ebenso der Wohnort des Opfers und der Fundort der Leiche. Grafik: Herfs
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Die Nachbarschaft ist fassungslos, denn schließlich kennt sie den festgenommenen 31-Jährigen Titzer.

Linnich-Hottorf. „Ich kann es nicht fassen, in meiner Nachbarschaft soll ein Mord passiert sein?“ Ungläubig schlägt eine Frau aus Hottorf die Hände vors Gesicht. Sie wendet sich ab, blickt in Richtung des Nachbarhauses. Dort soll am Ostermontag die 27-jährige schwangere Frau getötet worden sein, deren Leiche man einen Tag später im Dürener Stadtteil Echtz gefunden hatte.

Die vermutlichen Täter, ein 31 Jahre alter Mann und eine 28-jährige Frau wurden laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Aachen am Donnerstag Abend festgenommen.

Zu einem Zeitpunkt, als ein Großaufgebot von Kriminalpolizei und Spurensicherung bereits das etwas abseits gelegene Gehöft in Hottorf durchsuchten. „Gegen halb Fünf habe ich ein Auto bemerkt, schnell kamen mehrere Fahrzeuge hinzu, Männer in Zivil stiegen aus, später kamen noch Polizeibeamte, die alle in dieses Haus gingen.“ Eine Nachbarin – vor ihrem Haus hatten die Einsatzkräfte ihr Autos abgestellt – zeigt zum Ende der Sackgasse, wo der Mord, so steht mittlerweile fest, begangen wurde.

Die Spurensuche ist für die zum Tatort gerufenen Beamte Routine, nicht aber die Befragung für die Anwohner in der rund 400 Bewohner zählenden Ortschaft, die zur Stadt Linnich gehört. Dass die Kriminalpolizei schon bei der Durchsuchung des hinter hohen Mauern liegenden ehemaligen Bauernhofes mögliche Täter im Visier hatte, stellte sich bei der Befragung der Anwohner heraus.

Polizeihubschrauber fliegt tief

„Man hat mich konkret nach einem Vornamen gefragt, wollte wissen, ob ich den in den letzten Tagen hier bei uns gesehen hatte“, berichtet die Frau. Man merkt ihr an, dass sie das Erlebte noch immer nicht verarbeitet hat. Als am Donnerstagmorgen dann, wenige Stunden nach dem Polizeieinsatz, in niedriger Höhe ein Polizeihubschrauber über ihr Haus fliegt, ist es mit ihrer Fassung vorbei. „Mein Gott, ist der wirklich der mutmaßliche Täter?“, fragt sie.

Denn mittlerweile hat die Frau, die seit über 20 Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft des Tatortes lebt, erfahren, dass der 31-jährige Tatverdächtige der Sohn des Besitzers sein soll. Und beide kennt sie sehr gut, auch wenn der Hauseigentümer nicht mehr in Hottorf wohnt, sondern in die Gemeinde Titz gezogen ist, wo auch der 31-jährige Tatverdächtige gemeldet ist. Von ihm, so heißt es, soll die getötete Frau ein Kind erwartet haben.

Warum die junge Frau gerade in dem etwas einsam gelegenen Gehöft in Hottorf erschlagen wurde – darauf deuten die massiven Gewalteinwirkungen hin, die man bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung in Köln festgestellt hat – darüber gibt es noch keine Erkenntnis. Fakt ist jedoch, das der mutmaßliche Täter die Örtlichkeit bestens kennt. Denn schließlich hat er in seiner Kindheit dort jahrelang mit den Großeltern unter einem Dach gewohnt.

Dass er die Örtlichkeit gezielt für seine mögliche Tat, die er bisher abstreitet, ausgesucht hat, darüber gibt es offiziell noch keine Erkenntnisse. Sicher ist aber, dass das weitläufige Anwesen über die Ostertage unbewohnt war.

Denn die Mieter, so berichten die Nachbarschaft, „waren an den Feiertagen in ihrer Heimat Polen.“ Deshalb ist anzunehmen, dass der 31-Jährige dies gewusst hat, „denn schließlich musste sein Vater, der den Hof vermietet, die Mülleimer herausstellen.“ Dass er am Tatort gewesen sei, dies soll der Verhaftete zugegeben haben.

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