„Frauen im Forschungszentrum”: Blick auf die Emanzipation

Von: dol
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Gruppenbild mit Dame: Prof. Bernd Rusinek, Dr. Ulrich Krafft, Dr. Bernhard Mittermaier und Bürgermeister Heinrich Stommel (v.l.) umringen die Frau, die im FZJ für Chancengleichheit sorgt: Petra Jerrentrup. Foto: Dolfus

Jülich. Der Weg der Gleichberechtigung dauert an. Das wurde deutlich bei der Eröffnung der Ausstellung „Frauen im Forschungszentrum”. In der Zentralbibliothek des FZ Jülich begrüßten Bibliotheksleiter Dr. Bernhard Mittermaier und Dr. Ulrich Krafft vom Vorstand des Forschungszentrums viele Frauen und einige Männer.

Dieses Mischungsverhältnis spiegele jedoch nicht die aktuelle gesellschaftliche Realität wider, so Petra Jerrentrup, Gleichstellungsbeauftragte und Leiterin des Büros für Chancengleichheit in der Forschungseinrichtung. Nach wie vor gibt es unsichtbare Grenzen und zahlreiche Stolpersteine für Frauen im Beruf.

Dies betonte auch Prof. Bernd Rusinek, Archivar der Zentralbibliothek: „Für Frauen gibt es eine gläserne Decke. Sie können sie sehen, aber selten überwinden”, so Rusinek über den beschwerlichen Aufstieg in Führungspositionen.

Jerrentrup erklärte in kurzen Worten den Verlauf der Emanzipation in Deutschland. „Auch wenn viele junge Frauen heute sagen: Wir sind doch gleichberechtigt, ist das doch noch nicht überall so.”

Manche Besucherin hörte staunend, dass Frauen erst seit der Reform des Ehe- und Scheidungsrechts 1977 (!) per Gesetz befugt sind, unabhängig von der Zustimmung des Ehemannes einem Erwerb nachzugehen. „Die Gleichberechtigung ist de jure erfolgt, aber nicht im tatsächlichen Leben”, so Jerrentrup. So bestehen auch heute noch gravierende Unterschiede bei Lohn und Gehalt zwischen Männern und Frauen. Flexible Arbeitszeiten und -orte für berufstätige Mütter stellten ein anderes Problemfeld dar.

Kleine Füchse und Girls Day

Das Forschungszentrum Jülich versucht seit vielen Jahren, konstruktiv mit der „Gender”-Problematik umzugehen. Nicht ohne Grund erhielt die Einrichtung 2009 bereits zum vierten Mal das „Total-E-Quality-Prädikat”. „Außerdem ist es in 2009 genau 100 Jahre her, dass sich Frauen erstmals an preußischen Universitäten einschreiben konnten”, schilderte Edith Salz, Mitarbeiterin der Zentralbibliothek, die Beweggründe für die Ausstellung.

Die zeigt auf Stellwänden die Entwicklung der Gleichberechtigung in der Bundesrepublik und im Forschungszentrum, portraitiert exzellente Forscherinnen und wartet mit anspruchsvollen Publikationen von FZJ-Wissenschaftlerinnen auf. Meilensteine der Entwicklung im Forschungszentrum waren beispielsweise die Gründung des Büros für Chancengleichheit, der Start des „Tenure-Track-Programms” zur Förderung von Wissenschaftlerinnen oder die Schaffung der betriebsangehörigen Kinderbetreuungseinrichtung „Kleine Füchse”.

Zudem fördert das FZJ den weiblichen Wissenschaftsnachwuchs mit Aktionen wie dem „Girls Day”. Mit Erfolg, denn 30 Prozent der Mitarbeiter sind mittlerweile weiblich, der Anteil der Frauen in Führungspositionen stieg von sechs auf über 13 Prozent. Diese Anteile will man weiter ausbauen. „Wir sind stolz darauf, anderen Institutionen einige Modernisierungsschritte voraus zu sein”, so Petra Jerrentrup.
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