Frau stoppt Samurai-Schwertkämpfer mit dem Auto

Von: hp
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Düren/Jülich. Völlig aus den Fugen geriet ein Familienfest im Nordkreis, mit dem sich jetzt das Dürener Schöffengericht befassen musste.

Angeklagt war eine 34 Jahre alte Frau aus Vettweiß, die sich wegen eines vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie gefährlicher Körperverletzung zu verantworten hatte. Die Frau hatte sich nach dem Familienfest ins Auto gesetzt und beim Vorwärtsfahren ihren 47 Jahre alten Schwager bewusst zwischen ihrem Auto und einem anderen Wagen eingeklemmt.

Wenn der Vorwurf nicht zu ernst wäre, könnte man von einem schlechten Drehbuch zu einem Fernseh-Krimi sprechen. Denn durch die Familie der Beteiligten geht erkennbar ein großer Riss, so dass es selbst im Gerichtssaal mehrfach zu Anfeindungen kam.

Insgesamt zehn Zeugen sollten zur Klärung der Geschehnisse am 15. Oktober vergangenen Jahres beitragen. An jenem Tag feierte ein Ehepaar die Wiederkehr des Hochzeittages. Im Verlauf des Familienfestes wurde, wie die Beteiligten übereinstimmend erzählten, ein Trinkspiel veranstaltet. Wer beim Würfeln verlor, musste ein Glas Wodka mit Waldmeister trinken. Nicht mitgespielt haben dabei die Angeklagte und deren inzwischen 15-jähriger Sohn.

Alkohol lässt Stimmung kippen

Gegen 21.30 Uhr kippte die Stimmung offenbar um, es kam zum Streit, der zunächst verbal, dann aber auch handgreiflich ausgetragen wurde. Das wiederum war für die 34-Jährige, ihren 48 Jahre alten Ehemann, den gemeinsamen Sohn sowie einen 36-jährigen Bruder bzw. Schwager Anlass, das Fest zu verlassen. Auf dem Garagenhof eskalierte der Streit jedoch, als der 47-jährige Schwager der Frau wild mit einem Samurai-Schwert um sich schlug. Er beschädigte den Wagen, in dem die Frau und ihr Sohn bereits saßen und schlug sogar eine Seitenscheibe ein.

Als er dann Anstalten machte, seinen ein Jahr älteren Bruder mit dem Schwert zu attackieren, gab die 34-Jährige Gas und quetschte den Bruder ihres bedrohten Ehemannes zwischen dem eigenen und einem weiteren Auto ein. Einem Schwager gelang es, dem mit 2,1 Promille stark angeschlagenen Schwertkämpfer, der bei dem „Unfall” Prellungen erlitten hatte, die Waffe abzunehmen.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Dr. Stephan Ebeling sah nach Vernehmung von insgesamt zehn Zeugen einen Fall von Notwehr-Hilfe, da die Angeklagte um das Leben ihres Ehemannes fürchtete. Die 34-Jährige wurde freigesprochen, was auch den Plädoyers der Staatsanwältin und des Verteidigers entsprach.
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