Jülich - Franz von Sales-Kindergarten: Von Flower Power bis Multikulti

Franz von Sales-Kindergarten: Von Flower Power bis Multikulti

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Gelebte Integration im Jülicher Nordviertel: Die Kleinen des Kindergartens Franz von Sales lassen sich das Frühstücksbuffet schmecken.

Jülich. Als der Franz von Sales-Kindergarten 1972 eröffnet wurde, herrschte mit der Flower Power-Bewegung, softer Musik, lässiger Kleidung und Sesamstraße eine individualistische Aufbruchstimmung. Sie stand im Gegensatz zu dem starren, bundesweit einheitlich geregelten Bildungs- und Betreuungskonzept für Kindergärten. Heute haben sich die Verhältnisse fast ins Gegenteil verkehrt.

Die gängigen Verhaltensregeln in der Gesellschaft werden kaum durchbrochen, aber die Erziehung der Kinder in den Kitas ist individuell auf die Kleinen zugeschnitten, die Teams setzen je nach Bedarf individuelle Schwerpunkte und Projekte für die Förderung. „Der Franz von Sales-Kindergarten hat diese Veränderung mitgemacht, weil er sich den veränderten Anforderungen in der Gesellschaft im Allgemeinen und im Nordviertel im Besonderen angepasst hat”, zieht die Leiterin Ciliane Michulitz nach ihrem Eintritt in die Altersteilzeit eine Bilanz der vergangenen Jahre.

Eine besondere Herausforderung ist der überdurchschnittlich hohe Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund im Nordviertel seit Ende der 1990er Jahre.

„Aber nicht nur das. Brachten vor 30 Jahren die Kinder noch nahezu gleichen Voraussetzungen in den Kindergarten mit, so sind es heute sehr unterschiedliche”, so Michulitz.

Heute gelte es, den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und sie ihren Schwächen als auch Stärken entsprechend zu fördern. Migranten- als auch deutsche Kinder werden von ausgebildeten Erzieherinnen auf die Schule vorbereitet. Spielerisch werden Sie beispielsweise mit Liedern und Interpretation von Bildergeschichten sprachlich gefördert. Denn nur mit einem klaren Verständnis der deutschen Sprache kann ein Kind im deutschen Bildungssystem bestehen. Zur Vorbereitung auf die Anforderungen der Schule nehmen zusätzlich alle Knirpse am Englischkurs für Vorschulkinder teil.

Neben der Förderung der Kinder war es notwendig, mehr Kinder unter drei Jahren aufzunehmen.

Deshalb wurde 2009, so Ciliane Michulitz, ein zusätzlicher Raum mit einem Ruhezimmer für die Kinder bis drei Jahren geschaffen.

„Nestgruppe” wird er wie die Gruppe selbst genannt. Die zusätzlich eingerichtete Nestgruppe hat zehn Plätze und war schnell voll belegt. Kinder unter drei Jahren bedürfen einer differenzierteren Betreuung im Vergleich zu den älteren Kindern. Dies bedeutete Mehraufwand für das Betreuerinnen-Team: Umfangreiche Fortbildungen waren an der Tagesordnung.

Die zweijährige Arbeit für Personalschulung hatte jedoch Erfolg. Die Konzeption für die Betreuung der Kinder im Alter von unter drei Jahren (U3) konnte rasch umgesetzt werden. Inzwischen wurde der Franz von Sales-Kindergarten auch von einem unabhängigen Gutachter als Schwerpunkt-Kita für Vorbereitung auf die Schule, religiöse Bildung, Bewegung und Kreativität zertifiziert, bilanziert die Leiterin.

Und wie in den Flower Power-Jahren zeige sich heute wieder eine interessante Vielfalt, genauer gesagt: Multikulti. Migranten-Kinder und ihre Familien bringen eine Vielfalt an kulturellen und persönlichen Besonderheiten in den Kindergarten. Sie und Alteingesessene lernen voneinander, werden Freunde und miteinander groß.
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