Frankonia Broich trennt sich von Kapitän

Von: hfs.
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Da war die Fußballwelt in Bro
Da war die Fußballwelt in Broich noch in Ordnung: Als Kapitän nimmt Ali Altin im Vorjahr den Birkelcup in Lich-Steinstraß entgegen. Foto: hfs.

Jülich. Nach sieben Jahren Spielertätigkeit abrupte Trennung: Ali Altin, Kapitän von Frankonia Broich, wurde vor dem Training in der Vorwoche mitgeteilt, dass man auf ihn mit sofortiger Wirkung verzichtet. Grund: Zwei Platzverweise in der laufenden Saison.

„Ich bin ein emotionaler Fußballer. Die rote Karte in Wenau kann man geben, aber mich dafür aus dem Verein werfen, das halte ich für nicht gerechtfertigt.” Altin reagiert mit Unverständnis auf die Vorwürfe, die Obmann Matthias Klein gegenüber dieser Zeitung im Vorbericht auf das kommende Spiel gegen Lindenthal-Hohenlind äußerte.

Darin hatte Klein die Undiszipliniertheiten des Spielers kritisiert, die der Verein nicht länger dulden wollte. „Denn mit der jetzigen zweiten Sperre und der daraus resultierenden sechswöchigen Sperre fehlt er der Mannschaft in den restlichen wichtigen Spielen im Kampf um den Klassenerhalt.”

So hatte sich der Vorstand nach dem 2:5-Spiel in Wenau noch am gleichen Abend zusammengesetzt, um auch den zweiten Platzverweis gegen Altin zur Sprache zu bringen. Tenor: Damit hat Altin Mannschaft und Verein geschadet, auf seine weiteren Dienste wird künftig verzichtet. Altin wurde das Resultat des Vorstandsbeschluss persönlich nicht mitgeteilt.

Ab sofort gefeuert

„Ich bin dienstags wie immer zum Training gefahren, habe mich umgezogen. Und bei der Mannschaftsbesprechung hat man mir dann mitgeteilt, dass ich ab sofort gefeuert bin.” Altin war, und dies gesteht er ein, „zuerst geschockt, jetzt bin ich sehr enttäuscht.” Dass er ein emotionaler Spieler sei, sei bekannt, dies habe Broich ja in sieben Jahren Zugehörigkeit feststellen können. Schließlich habe er sich immer auch als Spielführer „vor die Mannschaft gestellt, habe meine Meinung immer klar und deutlich vertreten.” Er habe sich bei der Frankonia sehr wohl gefühlt, „denn ansonsten hätte ich mich nicht auch außerhalb des Spielbetriebs engagiert, hätte mich bei jeglichen Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.”

Um so unverständlicher ist nun für ihn der „Abschied”. „Ich hätte damit umgehen können, wenn man mich zum Beispiel für zwei Wochen von allen Vereinsaktivitäten freigestellt oder mit einer Geldstrafe bedacht hätte”, sagt Altin. Er unterstreicht, „dass trotz der sportlichen Situation die Mannschaft bisher zusammensteht.”

Natürlich, so räumt der ehemalige Spielführer der Frankonia ein, sei das Verhältnis in der jetzigen Lage zwischen Mannschaft, Trainer Kalle Kunkel und Obmann Klein nicht so wie zu Zeiten des Aufstiegs. „Aber dies ist doch normal”, meint er, der zudem kritisiert, dass in seinem Fall mit zweierlei Maß gemessen wurde. „Ich bin aus dem Spiel heraus mit Rot bedacht worden. Wenn aber ein Spieler, der gesperrt an der Linie steht, bei Ausschreitungen nach einem Spiel auf den Platz rennt und mitmischt, dann schadet er doch wohl mehr dem Image des Vereins.” Gemeint sind die Ausschreitungen nach der Partie zu Hause gegen Niederau. Bei der dafür erfolgten Spruchkammersitzung wurde der betroffene Akteur mit einer Geldstrafe bedacht.

Altin bedauert die jetzige Entwicklung, vor allen Dingen deshalb, weil man sich mit der Mannschaft einig war, „im Falle des Abstiegs einen direkten Neuanfang zu starten.” Doch daraus wird nichts, denn auch Klein räumte ein, dass man im Falle des Falles „nun zuerst einmal schauen muss, welcher Spieler bleibt.”

Dem Vernehmen nach wollen drei weitere Stammspieler abwandern. So wie Altin, der in der nächsten Saison auf jeden Fall weiterhin Landesliga spielen wird - bei der Germania in Lich-Steinstraß, die mit Neu-Trainer Frank Weis nach dem Abstieg aus der Mittelrheinliga einen Neuanfang machen wird.
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