Jülich - Forschungszentrum öffnet zum „Tag der Architektur“ drei seiner Neubauten

Forschungszentrum öffnet zum „Tag der Architektur“ drei seiner Neubauten

Von: ptj/jago
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Zahlreiche Besucher lassen sich gerne durch die Neubauten und über den Medizincampus führen. Foto: Jagodzinska
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Im FZJ Zyklotron-Prototyp werden die Teilchen bis auf 98 Prozent Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Die Funktionen der Anlagen im PET-Zentrum erklärten Stefan Spellerberg (l.) und Anton Fixmann (r.). Foto: Jagodzinska

Jülich. Der „Tag der Architektur“ geht NRW-weit zum 20. Mal an den Start. Unter den 375 Bauten, die unter dem Jahresmotto „Architektur hat Bestand“ präsentiert wurden, befinden sich drei Neubauten aus der medizinischen Forschung im Jülicher Forschungszentrum (FZJ).

Hunderte Interessierte nahmen an den fachmännischen Führungen durch Gebäude und Labors teil und nicht zuletzt über den Medizincampus, der im Rahmen eines Strukturen-ordnenden Masterplans „sein eigenes Gesicht bekommt“. Da etliche Fragen wissbegieriger Besucher vor allem auf den hochinteressanten medizinischen Bereich abzielten, verwies Dipl. Ing. Kai Deuster schließlich einfühlsam auf das eigentliche Thema: „Der Nutzen drängt sich so in den Vordergrund. Heute ist aber Tag der Architektur“. Einen thematischen Zusammenhang fand Stefan Bötel. „Die radioaktiven Marker, die wir verwenden, sind (zum Wohle des Patienten) sehr kurzlebig. Daher haben wir die Herstellung an den Ort der Untersuchung verlegt“.

Aus Sichtbeton, Glas und Stahl in zurückhaltendem Farbkonzept ist das bereits in Nutzung befindliche Gebäude der Neurowissenschaften und Medizin (Kostenpunkt 5,8 Millionen Euro, Nutzfläche 950 Quadratmeter) gebaut. Die Metallpaneelen auf der Fassade reagieren mit Farbvariationen auf das Tageslicht. Auf der bepflanzten Dachebene befindet sich ein großzügiger Seminarraum mit Servicefläche. Der Neubau, von der Nickl & Partner Architekten AG geplant, wird gebäudetechnisch verbunden mit dem Zentrum für Positronen-Emissions-Tomographie (PET), das über eine Nutzfläche von 1550 Quadratmetern verfügt (Kostenpunkt 11 Millionen Euro). Der noch nicht in Nutzung befindliche Neubau dient den Neurowissenschaften und der Medizin zur translationären Erforschung (Synthese von Proteinen in den Zellen lebender Organismen anhand kopierter genetischer Information) des menschlichen Gehirns anhand moderner Bildgebungsverfahren.

Die Einzelbereiche Radionuklidentwicklung, Radiopharmaproduktion, präklinische Studien und Humananwendung waren bisher auf drei Gebäude verteilt. Durch die räumliche Zusammenlegung auf vier Ebenen in einem Gebäude wird ein wesentlich effektiveres Arbeiten ermöglicht. Eine Besonderheit ist der Zyklotronbunker mit Kontrollbereich, in dem geladene Elementarteilchen beschleunigt werden. „Es ist eine der letzten Gelegenheiten, so nah an die Geräte heranzukommen“, betonten Stefan Spellerberg und Anton Fixmann bei der Führung. Wenn die Anlage in Betrieb ist, wird beispielsweise der Teilchenbeschleuniger Zyklotron durch 1,80 Meter dicke Wände abgeschirmt sein. Die in der darüber liegenden Ebene aufgebauten acht Radiopharmaka-Herstellungsboxen, bei denen 90 Tonnen Blei verwendet wurden, befinden sich in einem Raum-in-Raum-System mit Reinluftbedingungen.

Das Zentrum für Membrantechnologie (Kostenpunkt 8,4 Mio) konzipierten die freien Architekten Heinle, Wischer und Partner. Es vervollständigt ein bestehendes Gebäudeensemble. Die Lichtdurchflutung (aller Flure und Labors) ist unser Gestaltungsmerkmal“, sagte Oliver Kolkowski aus dem Architektenbüro. Auf 1550 Quadratmetern Nutzfläche entwickeln zwei Institute der Energie- und Klimaforschung Membransysteme zur Abtrennung von Kohlenstoffdioxid aus Abgasströmen. Im Sockelgeschoss befinden sich Labors und 115 Quadratmeter Reinraumfläche. Der Neubau verfügt über ein Gründach, Innenhof und eine gelb gestaltete, lichtdurchlässige Treppenanlage.

Wer 2014 den „Tag der Architektur“ verpasst hatte, dem bot sich die Möglichkeit, im Ernst Ruska-Centrum die besonderen baulichen Anforderungen für hochauflösende Elektronenmikroskope und im HNF-1 den größten Forschungsreinraum für Nanotechnologie in Europa zu besichtigen. Vorträge über Bausteine für eine zukunftsfähige Wissenschaftsstadt und Besuche des recycelten Solarhauses „Counter Entropy“ der RWTH rundeten das Rahmenprogramm ab.

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