Forschungszentrum Jülich: Vorsitzender Treusch geehrt

Von: hfs.
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Ein großer Blumenstrauß als kleines Dankeschön für den Wissenschaftsherold überreicht Prof. Wolfgang Marquardt an seinen Vorvorgänger Prof. Joachim Treusch (l.). Foto: hfs.

Bonn/Jülich. Wenn das Forschungszentrum Jülich (FZJ) zum traditionellen Jahresempfang einlädt, dann machen sich die Eingeladenen seit sechs Jahren auf den Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn. Im dortigen LVR-Landesmuseum ist das FZJ seitdem zu Gast.

Dort läuft zurzeit die Ausstellung „Revolution Jungsteinzeit“. Ein Blick zurück auf Ötzi, die legendäre Gletschermumie, die vor rund 10.000 Jahren gelebt hat, in der Jungsteinzeit, die damals massive Veränderungen der Lebensbedingungen für die Menschen brachte. Veränderungen, vor denen jetzt auch die Forschung steht, wie im Festvortrag mit Blick auf die angestrebte Energiewende 2050 nachhaltig zu hören war.

Als Prof. Wolfgang Marquardt als Vorstandsvorsitzender des FZJ zur Begrüßung ansetzte, hatten sich Vertreter vieler Organisationen, Institutionen aus Wissenschaft und Forschung, aus Bundes- und Landespolitik, von Hochschulen und Universitäten und Industrie im Foyer des ältesten und größten Museums des Landesverbandes begrüßt. Für Viele ist es ein Wiedersehen nach einem Jahr, gilt der Jahresempfang doch als Stelldichein für viele „Ehemalige“, die als Wissenschaftler aber auch heute noch mit „ihrem“ Forschungszentrum verbunden sind.

Zum Beispiel die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Prof. Achim Bachem oder aber Prof. Joachim Treusch, die beide viele Hände schütteln durften, oder aber, wie Letztgenannter, im Rampenlicht standen. Treusch, der von 1990 bis 2006 Vorstandsvorsitzender war, hat, so sprach es Wolfgang Marquardt aus, „maßgeblich den Wandel von der früheren Kernforschungsanlage KFA zum multidisziplinären Forschungszentrum von heute mitgestaltet.“

Vor wenigen Tagen wurde er 75 Jahre alt, ein Anlass, „der auch eine besondere Gratulation verdient.“ Dies tat dann seine ehemalige Vorstandsvorsitzende und Stellvertreterin, Dorothee Dzwonnek, jetzt als Generalsekretärin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) tätig. „Zehn Minuten für ein in all seinen Aspekten der Wissenschaft gewidmetes Leben“, meinte sie eingangs ihrer Laudatio, in dem sie von einer „erfolgreichen Laufbahn eines Wissenschaftsmanagers“ sprach.

Einer der immer für die Sache brannte, sich mit seinen Fähigkeiten zu präzisen und schnellen Analysen und seinem ansteckenden Enthusiasmus durchaus von der Vielzahl sogenannter Wissenschaftsmanager unterscheide. Kurz skizzierte sie Treuschs Lebenslauf, dessen berufliches Schaffen im Jahre 2012 als Präsident der Jakobs-Universität Bremen endete. Dass er den Kampf „um öffentliche Sichtbarkeit der Forschung in ihrer Gesamtheit“ sozusagen als einer der Herolde betrieben habe, hob Dzwonnek besonders hervor. Zudem erwähnte sie sein Engagement abseits des Forschungszentrums, so zum Beispiel als Ideengeber des Jülicher Museumsvereins oder aber die maßgebliche Gestaltung bei der Verleihung des Jülicher Minerva-Preises und sein Engagement bei der Vermittlung der Wissenschaft im schulischen Bereich.

Als typisches Treusch‘es Motto bezeichnete sie den Slogan „Zukunft ist unsere Aufgabe“. Unter diesem Ansatz habe er als Steuermann das Jülicher Zentrum aus dem schweren Wasser der Kernphysik in die multidisziplinären Gewässer eines physikalischen Großforschungszentrum gelenkt. „Überall hat er seine Spuren hinterlassen“, meinte Dorothee Dzwonnek anerkennend unter dem großen Applaus der Festversammlung. Dann bekannte Treusch anschließend in einem kurzen Dankeswort: „Ich fühle mich in Jülich wohl, denn schließlich habe ich mit 19 Jahren und drei Monaten die längste Phase meines Lebens hier verbracht.“

Abschließend dankte Treusch auch seinen Nachfolgern und den rund 5000 Mitarbeitern. „Dem Forschungszentrum geht es erkennbar gut auf den Weg zum 60-jährigen Bestehen.“ In seinem Festvortrag nahm Prof. Dr. Peter Wasserscheid, Gründungsdirektor des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für erneuerbare Energien, die Gäste anschließend mit auf dem Weg, auf dem die Forschung bis zum Jahre 2050 die Energiewende schaffen will: Materialien – zum Beispiel druckfertige Solarzellen, effiziente Langzeitspeicher für erneuerbare Überschussenergie oder aber neuerSchlüsseltechnologien, wobei an Wasserstoff als Speicher und Transporteur für Energie kein Weg vorbeigehen werde.

Bevor Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin des LVR-Landesmuseums Bonn, die Festversammlung zu einem speziellen Rundgang durch die Ausstellung einlud, dankte sie dem FZJ. „Sie sind immer wieder gern gesehene Gäste. Sie sind die einzige Institution, die unsere Räumlichkeiten so nutzen darf.“ Ein Grußwort hatte zuvor Dr. Thomas Grünewald als Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW gesprochen, dabei die herausragende Stellung des Jülicher Zentrums als Forschungsanstalt in den Vordergrund gestellt.

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