Jülich - Forschungszentrum Jülich unterucht Vulkane als Klimafaktor

Forschungszentrum Jülich unterucht Vulkane als Klimafaktor

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Jülich. In diesen Tagen droht in Indonesien der Mount Agung erneut auszubrechen. Lange gingen Forscher davon aus, dass nur Vulkane in den Tropen wie dieser balinesische Vulkan das Klima global beeinflussen.

Doch auch weiter nördlich oder südlich gelegene Vulkane wirken sich je nach Jahreszeit auf die Erdatmosphäre aus, wie Wissenschaftler der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und des Forschungszentrums Jülich nun mit Hilfe von Computersimulationen und Satellitenbeobachtungen nachgewiesen haben.

Vulkanausbrüche sind ein wichtiger Faktor für das Klima. Die freigesetzten Aerosolteilchen tragen als klimatischer Gegenspieler der Treibhausgase dazu bei, die Erderwärmung zu verlangsamen. In unteren Luftschichten ist die Lebensdauer von Aerosolteilchen nicht besonders lang. Wenn sie jedoch in die Stratosphäre gelangen, können sie über Jahre Strahlung von der Sonne zurück in den Weltraum reflektieren, was den darunter liegenden Teil der Atmosphäre, die Troposphäre, abkühlen lässt.

Bislang nahm man an, dass sich nur vulkanische Ereignisse in den Tropen aufgrund atmosphärischer Zirkulationsmuster global aufs Klima auswirken. Der Einfluss von Vulkanen in mittleren oder hohen Breiten wäre dagegen auf ihre eigene Hemisphäre beschränkt. „Das ist aber nicht immer so“, erklärt Dr. Xue Wu. „Unsere Computersimulationen zeigen, dass ein Vulkan in hohen Breiten ebenfalls die Aerosolschicht in der tropischen Stratosphäre verstärken kann und sich auf das Klima beider Erdhalbkugeln auswirkt.“

Die Forscherin vom chinesischen Key Laboratory of Middle Atmosphere and Global Environment Observation arbeitet seit eineinhalb Jahren als Gastwissenschaftlerin im Simulation Laboratory Climate Science des Jülich Supercomputing Centre (JSC). Gemeinsam mit Jülicher Experten hat sie Computersimulationen durchgeführt und mit Satellitendaten aus mehreren Quellen verglichen, um den Transport der Aerosole nach dem Ausbruch des Sarychev-Vulkans auf den russischen Kurilen im Sommer 2009 zu untersuchen. „Das ist alles eine Frage des Timings“, erklärt Dr. Sabine Grießbach vom Jülich Supercomputing Centre.

Wäre der Vulkan im Winter ausgebrochen, so wären die Aerosole wohl mit dem starken subtropischen Jet polwärts geströmt und in relativ kurzer Zeit aus der Atmosphäre gewaschen worden.

In Zukunft werde das Augenmerk auch auf extratropische Vulkane gerichtet, sagt Grießbach.

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